„Wir sind zunehmend wasserundurchlässig geworden: gedanklich abgeschottet von den subtilen und vielfältigen Beziehungen zu Flüssen, auch wenn diese weiterhin unsere Körper, Gedanken, Lieder und Geschichten durchströmen. Flüsse fließen durch die Menschen ebenso sicher wie durch Orte.“
Dieses Zitat stammt aus Robert Macfarlanes Buch "Sind Flüsse Lebewesen?" und bildet den Einstieg in mein Diplomprojekt, „Like Sediment in a Slow Current“. Ausgehend von der Rheinbegradigung am Oberrhein untersuche ich die verzerrte Beziehung zwischen uns Menschen, Wasser und anderen Wasserkörpern. Das Projekt sammelt und kuratiert verschiedene Texte und Bilder aus Bereichen der Kunst, Biologie, Geologie und Philosophie und versucht, sich folgenden Fragen zu nähern:
Wie sind wir mit Flüssen verbunden? Wie sah der Rhein vor der Begradigung aus? Welche Folgen hat eine Begradigung für einen Fluss? Ist es möglich, einen Fluss als juristische Person anzusehen? Wie sind wir mit anderen Wasserkörpern verbunden? Was definiert einen Wasserkörper? Wie kann ich mich kritisch mit einem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzen?
“We have become increasingly waterproofed: conceptually sealed against subtle and various relations with rivers, even as they continue to irrigate our bodies, thoughts, songs and stories. Rivers run through people as surely as they run through places.”
This quote from Robert Macfarlane’s book „Is a River Alive?“ serves as the point of entry to my diploma project, „Like Sediment in a Slow Current“. Taking the straightening of the Upper Rhine as my starting point, I explore the distorted relationship between us humans, water, and other bodies of water. The project collects and curates various texts and images from the fields of art, biology, geology, and philosophy and attempts to address questions like:
How are we connected to rivers? What did the Rhine look like before it was straightened? What are the consequences of straightening a river? Is it possible to view a river as a legal entity? How are we connected to other bodies of water? What defines a body of water? How can I critically engage with a place and its history?
Ausgehend von einem ehemaligen Militärstützpunkt untersucht die Arbeit „how (we) remember“ die Prozesse, durch die Erinnerungen materielle Gestalt annehmen. Inwieweit verkörpern Artefakte, Denkmäler und andere Objekte Erinnerungen? Was sind die zentralen Bedingungen und Voraussetzungen einer Erinnerung? Welche Rolle spielen dabei Politik, „Zeitgeist“ und die Verantwortung jedes Einzelnen?
Die Ausstellung visualisiert und reflektiert meine persönliche Perspektive auf eine Erinnerung an die militärhistorische Vergangenheit der Hornisgrinde im nördlichen Schwarzwald. Dabei setzt sich die Installation materiell mit der Flüchtigkeit und Aura menschlicher Erinnerungsprozesse auseinander und untersucht die Sichtbarkeit der Vergangenheit im öffentlichen und privaten Raum.
Beschreibung (en)
Taking a former military base as its starting point, the work “how (we) remember” explores the processes through which memories take material form. To what extent do artifacts, monuments, and other objects embody memories? What are the central conditions and requirements of a memory? What role do politics, “Zeitgeist” and each individual’s responsibility play in this?
The series of artworks visualizes and reflects my personal perspective on a memory of the Hornisgrinde’s military-historical past in the northern Black Forest. In doing so, the installation materially addresses the fleeting and auratic nature of human memory processes and examines the visibility of the past in public and private spaces.
(Trailer)
Titel: Paranoia
Genre: Spielfilm
Regie: Isabelle Konrad
Jahr: 2025
Länge: 44 Minuten
Sprache: Deutsch (Untertitel: Englisch)
Produktionsland: Deutschland
„Paranoia“ erzählt von Fay, die der Verkörperung ihrer Angst begegnet: einem Incubus, der sie in ihren Träumen heimsucht. Zwischen Licht und Dunkelheit sowie Kontrolle und Kontrollverlust entfaltet sich ein psychologisches Kammerspiel über innere Zerrissenheit. Basierend auf persönlichen Erfahrungen mit Angststörungen untersucht der Film, wie man mit Angst leben kann – nicht als etwas, das überwunden werden muss, sondern als komplexes Erleben und Ausgangspunkt für Veränderung.
(Trailer)
Title: Paranoia
Genre: Feature film
Director: Isabelle Konrad
Year: 2025
Duration: 44 minutes
Language: German (subtitles: English)
Country of Production: Germany
“Paranoia” follows Fay, a young woman confronted by the embodiment of her fear: an incubus who appears in her dreams. Moving between light and darkness, control and loss of control, the film unfolds as a psychological chamber piece about inner conflict. Inspired by the director’s own experience with anxiety, it explores how to live with fear—not as something to defeat, but as a complex emotional state that can lead to reflection and transformation.
Das Zeitbild-Lab (ZBL) ist eine Förderplattform für künstlerische Filmprojekte an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Es unterstützt Studierende und Absolventinnen bei der Entwicklung, Produktion und Präsentation ihrer Arbeiten und begleitet Projekte von der Idee bis zur öffentlichen Aufführung. Das Schaufenster macht diese Förderung sichtbar: Es präsentiert Trailer und Informationen zu den vom Zeitbild-Lab unterstützten Filmen und bietet einen Überblick über die vielfältigen filmischen Positionen, die an der HfG Karlsruhe entstehen. Jedes Projekt wird mit einem Trailer, einer Kurzbeschreibung sowie Informationen zu den Filmemacherinnen vorgestellt. Die Plattform dient als digitales Archiv und als zentrale Anlaufstelle für Interessierte, Festivals und Kooperationspartner. Sie dokumentiert die kontinuierlich wachsende Sammlung geförderter Arbeiten und schafft einen einfachen Zugang zu den Projekten und ihren Autor*innen.
Beschreibung (en)
Zeitbild-Lab (ZBL) is a funding platform for artistic film projects at the Karlsruhe University of Arts and Design (HfG Karlsruhe). It supports students and alumni throughout the development, production, and presentation of their work, accompanying projects from the initial idea to their public release. The Showcase makes this work accessible by presenting trailers and information on films supported by Zeitbild-Lab, offering an overview of the diverse filmmaking practices emerging at HfG Karlsruhe. Each project is featured with a trailer, a short description, and information about its filmmakers. Serving as both a digital archive and a central point of access, the platform provides visitors, festivals, and collaborators with an overview of the growing collection of funded projects while highlighting the people and ideas behind them.
Die durch einen räumlichen Audiowalk ergänzte Installation untersucht die Beziehung zwischen Menschen und Städten aus der Perspektive der Zeit. Sie erforscht, wie sich beide kontinuierlich verändern und wie sich die Zeitlinien von Individuen und Städten gelegentlich überschneiden, bevor sie sich wieder voneinander entfernen.
Die Ausstellung stellt zwei parallele Erzählungen gegenüber: die Veränderung einer Stadt und die persönlichen Geschichten von Menschen, die sich durch verschiedene Lebensphasen entfalten. Diese beiden Ebenen werden sowohl räumlich als auch klanglich erfahrbar.
Durch Interviews, persönliche Fotografien, Archivfotografien, Tonaufnahmen und transparente räumliche Schichten bewegt sich die Besucherin bzw. der Besucher gleichzeitig durch die Geschichte einer Stadt und den Lebensweg eines Menschen und erlebt dabei, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kontinuierlich ineinander übergehen. Matthias Mansens Holzschnittserie Potsdamer Strasse erscheint als konkretes Beispiel für diese Beziehung: Sie bewahrt einen einzelnen Moment der Begegnung zwischen einem Künstler und einer sich ständig verändernden Stadt.
The installation, complemented by a spatial audio walk. Explores the relationship between people and cities from the perspective of time.
It examines how both are constantly changing, and how the timelines of individuals and cities occasionally intersect before moving apart again. The exhibition presents two parallel narratives: the transformation of a city and the personal stories of individuals unfolding through different stages of life. These two dimensions are experienced through both space and sound. Through interviews, personal photographs, archival photographs, sound, and transparent spatial layers, visitors move simultaneously through the history of a city and the trajectory of a human life, experiencing how past, present, and future continuously merge into one another.
Matthias Mansen’s Potsdamer Strasse woodcut series serves as a concrete example of this relationship, preserving a single moment of encounter between an artist and a constantly changing city.
Thuận und Thúy, ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter*innen der DDR, betreiben seit über 20 Jahren ein Restaurant in Nordrhein-Westfalen. Nach der Arbeit verbindet sich Thuận per Livestream mit der Welt, während Thúy Familie und Geschäft zusammenhält. Ihre in Deutschland geborenen Töchter suchen nach einem eigenen Zugang zur Familiengeschichte. Alte Fotos aus Wohnheimen und Fabriken tauchen auf und zeigen, wie aus einem befristeten Aufenthalt ein Lebensmittelpunkt wurde.
(Trailer)
Title: UNCLE THUẬN
Director: Minh Anh Nguyễn
Year: 2026
Duration: 60 minutes
Genre: Documentary film
Language: German, Vietnamese
Country of Production: Germany
Trailer Length: 01.50
Thuận and Thúy, former Vietnamese contract workers in the GDR, have run a restaurant in North Rhine-Westphalia for over 20 years. After work, Thuận connects with the world through livestreaming, while Thúy holds together family and business. Their daughters, born in Germany, search for their own link to family history. Old photos from dormitories and factories surface, revealing how a temporary stay became a lifelong home shaped by work, routine, and the decision to remain.
„Sekret“ ist eine Performance in einer Bar, in der ein geheimnisvolles Trio das Publikum in ein Universum der Tränen einlädt. Inspiriert von einem Nachtfalter, der sich von Tränen ernährt, wird emotionales Weinen als menschliches Phänomen erforscht. Durch Erzählungen, Musik und gemeinsame Rituale entsteht eine intime Auseinandersetzung mit Emotion, Verletzlichkeit und den gesellschaftlichen Bedeutungen von Tränen in der Gegenwart.
(Trailer)
Title: Sekret
Director: Wiebke Mueller
Year: 2024
Duration: 20.12.2024 & 21.12.2024
Genre: Performance
Language: German
Country of Production: Germany
Trailer Length: 03.06
“Sekret” is a performative experience set in a bar, where a mysterious trio invites the audience into a universe shaped by tears. Inspired by a moth that once fed on the tears of birds, the performers explore emotional tears as a unique human phenomenon. Through storytelling, music, and shared rituals, the audience becomes part of an intimate reflection on emotion, vulnerability, and the social meanings of crying in contemporary culture.
Die etwa 30-jährige Leni lebt zurückgezogen und isoliert. Um ihrer Einsamkeit zu entkommen, hackt sie sich in die Computer ihrer Nachbarn und beobachtet heimlich deren Leben. Dabei wird sie Zeugin eines eskalierenden Konflikts zwischen zwei Parteien. Gefangen zwischen Neugier, Machtgefühl und moralischen Zweifeln steht sie vor der Entscheidung, ob sie weiter zusieht oder eingreift und sich den Konsequenzen ihres Handelns stellt.
(Trailer)
Title: Risk Reality
Director: Rebekka Scheib
Year: 2023
Duration: (not specified)
Genre: Short film
Language: German
Country of Production: Germany
Trailer Length: 02.15
Leni, a woman in her thirties, lives a withdrawn and lonely life. To escape her isolation, she hacks into her neighbors’ computers and secretly observes their lives. From a distance, she witnesses an escalating conflict between two parties. Torn between curiosity, a sense of power, and moral doubt, she must decide whether to remain a passive observer or intervene, confronting the ethical consequences of her actions.
(Trailer)
Titel: zu früh, schon traurig
Regie: Till Gombert
Jahr: 2022
Länge: 21 Minuten
Genre: Kurzfilm
Sprache: Deutsch
Produktionsland: Deutschland
Trailerlänge: 04.02
Ein junger Erwachsener begleitet seine Mutter in deren Heimatstadt zur Beerdigung eines entfernten Verwandten. Ein Missverständnis während der Trauerfeier legt komplexe familiäre Verflechtungen offen und zeigt zugleich die Unsicherheit im Umgang mit Tod und Abschied. Der Film inszeniert mit minutiöser Genauigkeit eine missglückte Beerdigung und verzichtet dabei auf gesellschaftliche oder religiöse Wertung. Im Mittelpunkt stehen menschliche Fehlbarkeit und die stille Kraft des Gemeinsamen.
(Trailer)
Title: zu früh, schon traurig
Director: Till Gombert
Year: 2022
Duration: 21 minutes
Genre: Short film
Language: German
Country of Production: Germany
Trailer Length: 04.02
A young adult accompanies his mother back to her hometown for the funeral of a distant relative. A mix-up during the ceremony reveals complex family relations and a shared discomfort with death and passing. The film observes a failed funeral with careful precision, focusing on human fallibility while also highlighting the quiet, empathetic strength that can emerge within collective experiences of grief and togetherness.
Die neunjährige Moni erlebt auf dem Aussiedlerhof ihrer Familie den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens. Während eines Wochenendes trifft sich dort der Freundeskreis der Eltern, und die Kinder entwickeln eine eigene, teils brutale Gruppendynamik. Monis Anziehung zur Freundin ihrer älteren Schwester und ihre Zweifel an der Vaterschaft bilden ein emotionales Grundrauschen für ein Wochenende, das sich wie eine Ewigkeit anfühlt und den Verlust kindlicher Unschuld markiert.
(Trailer)
Title: Unterrotenstein
Director: Sophia Schiller
Year: 2022
Duration: 25 minutes
Genre: Short film
Language: German (English subtitles)
Country of Production: Germany
Trailer Length: 01.12
Nine-year-old Moni experiences the painful process of growing up during a weekend gathering at her family’s rural homestead, which becomes a meeting point for her parents’ friends. The children form an intense, sometimes harsh dynamic of their own. Moni’s attraction to her older sister’s friend and her growing doubts about her father’s identity create an emotional undercurrent in a weekend that feels stretched beyond time, marking the loss of childhood innocence.
„Birdhouse“ begleitet über fünf Jahre hinweg sechs junge Rapper aus Achern und Karlsruhe auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. Aus einem gemeinsamen Traum von Musik und Zukunft entwickelt sich eine Geschichte über wachsende Distanz, unterschiedliche Lebenswege und zerbrechende Freundschaften. Der Film zeigt, wie sich individuelle Realitäten und gesellschaftliche Herausforderungen auf Identität, Männlichkeitsbilder und künstlerische Selbstbehauptung auswirken.
(Trailer)
Title: Birdhouse
Directors: Pauline Cemeris, Sebastian Schönfeld
Year: 2026
Duration: 120 minutes
Genre: Documentary film
Language: German
Country of Production: Germany
Trailer Length: 04:00
“Birdhouse” follows six young rappers from Achern and Karlsruhe over several years as they navigate the transition from youth into adulthood. What begins as a shared artistic vision within a close-knit crew gradually shifts as personal ambitions, relationships, and life circumstances diverge. The film traces their evolving identities, friendships, and struggles, offering an intimate portrait of a generation confronting change, responsibility, and self-definition.
„Ernte“ ist ein dokumentarisches Porträt von Alexander Gross, geboren 1934 in der deutschen Wolgarepublik in Russland. In Form einer Oral History erzählt er von einem Leben zwischen der sibirischen Steppe, Novosibirsk und der Ausreise nach Deutschland in den 1990er Jahren. Der Film beobachtet seinen Alltag und die Gartenarbeit mit seiner Frau. Archivmaterial zeigt familiäre Geschichte, geprägt von Hunger, politischen Umbrüchen und wiederholten Vertreibungen.
(Trailer)
Title: Ernte / урожай
Director: Pauline Cemeris, Sebastian Schönfeld
Year: 2024
Duration: 26.09 minutes
Genre: Documentary portrait
Language: Russian, German
Country of Production: Germany
Trailer Length: 01.03
“Harvest” is a documentary portrait of Alexander Gross, born in 1934 in the German Volga Republic in Russia. Through oral history, he reflects on a life marked by displacement—from Siberia and Novosibirsk to Germany in the 1990s. The film observes his everyday routines with his wife, focusing on their garden and self-sufficiency. Archival family material reveals experiences of hunger, political change, and forced relocation, shaping his view of life and family.