Jeder Mensch träumt, manche Träume sind lebendig und bildhaft, andere abstrakt und symbolisch. In meiner Abschlussarbeitrbeit habe ich Traumerfahrungen in interaktive Objekte übersetzt und im Rahmen einer interaktive Ausstellung präsentiert. Darin werden sieben Traumthemen reflektiert: zwei der häufigsten Traumarten, Alptraum und Lusttraum; zwei wissenschaftliche Erkenntnisse, die Schwierigkeit des Gehirns, im Schlaf Gesichter und Figuren zu erkennen sowie die Unfähigkeit, Muster in geschriebener Schrift zu lesen; drei persönliche Faszinationen, das Ritual des Einschlafens, des Aufwachens sowie das Träumen als Reise in fantastische Welten.
Beschreibung (en)
Everyone dreams, some dreams are vivid and lifelike, others abstract and symbolic. In my diploma project I translated dream experiences into interactive objects and presented them in an interactive exhibition, reflecting seven dream themes: two addressing the most common dream types, nightmare and pleasure dreaming; two drawing on scientific research, the brain's difficulty recognising faces and figures during sleep, and its inability to read patterns in written text; three rooted in personal fascination, the rituals of falling asleep and waking, and dreaming as a passage to fantastical worlds.
Meine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen Metall, Bergbau sowie familiären und urbanen Archiven. Metall fungiert dabei sowohl als Material als auch als Sprache: Es trägt Gewicht, Klang und Zeit in sich und bewahrt Spuren politischer, industrieller und arbeitsgeschichtlicher Prozesse.
Ich bin in Baiyin in der chinesischen Provinz Gansu aufgewachsen, einer durch den Bergbau entstandenen Industriestadt, auch bekannt als „Kupferstadt“. Mehrere Generationen meiner Familie waren im Bergbau, in der Verhüttung und in der Erzverarbeitung tätig. Diese biografischen Hintergründe erscheinen in meiner Arbeit nicht als Nostalgie, sondern als struktureller Rahmen, der mein Verständnis von Materialität, Körper und Stadt prägt. Die Mine ist für mich kein fixer Ort, sondern ein sich wandelndes System vom Erz zum Metall, von der Infrastruktur zur Stadt und schließlich zur Ruine.
Methodisch arbeite ich mit Fotografie, Archivmaterial, industriellen Überresten sowie mit Video, Klang und Installation. Fotografie verstehe ich dabei als Prozess der Extraktion und Transformation, der Materialien aus ihrem ursprünglichen Funktionszusammenhang löst und in einen Zustand suspendierter Evidenz überführt.
My artistic work explores the relationships between metal, mining, and familial and urban archives. Metal functions both as a material and as a language: it carries weight, sound, and time, and preserves traces of political, industrial, and labor-related processes.
I grew up in Baiyin in Gansu Province, China, an industrial city shaped by mining, also known as the “Copper City.” Several generations of my family were involved in mining, smelting, and ore processing. These biographical backgrounds do not appear in my work as nostalgia, but rather as a structural framework that shapes my understanding of materiality, the body, and the city. For me, the mine is not a fixed place, but a constantly evolving system — from ore to metal, from infrastructure to the city, and ultimately to ruin.
Methodologically, I work with photography, archival materials, industrial remnants, as well as video, sound, and installation. I understand photography as a process of extraction and transformation, one that removes materials from their original functional context and transfers them into a state of suspended evidence.
6 große Bilder je 900 x 1400 mm, 8 kleine Bilder je 210 x 297 mm, 4 Kupferpalette, 3 davon je 210 x 297 mm, 1 420 x 594 mm, 4 Ständer je 70 bis 100 cm hoch.
.HYP ist eine multisensorische Installation und Projektionsarbeit einer sich verändernden digitalen Lebensform. Die Diplomarbeit .HYP lotet die Grenzen zwischen digitalem Leben und der analogen Welt mithilfe eines eigens entwickelten Programms mit spezialisierten Unterprogrammen aus, welches das biologische Verhalten von Pilzmyzel nachahmt. Der Titel der Arbeit leitet sich von Pilzzellen (Hyphen) ab.
Besucher*innen der Installation können mit dem Programm interagieren, indem sie ihre eigenen Dateien über einen QR-Code hochladen. .HYP „verdaut“ diese Daten und verwandelt sie in sich ständig weiterentwickelnde, farbenfrohe Muster, die in einem abgedunkelten Raum auf einen organischen Boden aus Rindenmulch projiziert werden. Die Installation wird zu einem immersiven Erlebnis.
Beschreibung (en)
.HYP is a multisensory installation and projection piece depicting an evolving digital life form. The graduation project .HYP explores the boundaries between digital life and the analog world using a custom-developed program with specialized subroutines that mimic the biological behavior of fungal mycelium. The title of the work is derived from fungal cells (hyphae).
Visitors to the installation can interact with the program by uploading their own files via a QR code. .HYP “digests” this data and transforms it into constantly evolving, colorful patterns that are projected onto an organic floor of bark mulch in a darkened room. The installation becomes an immersive experience.
„Manchmal ist Schmerz ganz leise“ ist eine immersive, autobiographische Hörstück-Installation, die den stillen und oft unsichtbaren Kampf mit einer schweren, namenlosen Krankheit in den Mittelpunkt stellt. Das Werk hinterfragt, was es bedeutet, in einer leistungsorientierten Gesellschaft plötzlich nicht mehr zu "funktionieren". Es geht den Ängsten, der Scham und dem tief empfundenen Gefühl des Versagens nach, das oft mit chronischer Krankheit einhergeht – Gefühle, die Betroffene selten teilen. Das Hörspiel verleiht einer Stimme Ausdruck, die für viele spricht und Einblicke in eine Realität gibt, die oft im Verborgenen bleibt.
Beschreibung (en)
‘Sometimes pain is very quiet’ is an immersive, autobiographical audio play installation that focuses on the silent and often invisible battle with a serious, nameless illness. The work questions what it means to suddenly no longer ‘function’ in a performance-orientated society. It explores the fears, the shame and the deeply felt sense of failure that often accompanies chronic illness – feelings that are rarely shared by those affected. The radio play gives expression to a voice that speaks for many and provides insights into a reality that often remains hidden.
„Imaginary Gardens with Real Toads in Them“ ist eine bekannte Zeile aus dem Gedicht „Poetry“ der amerikanischen Dichterin Marianne Moore. Es beschreibt ihre Einstellung zu Poesie und Kunst. „Imaginary gardens“ symbolisieren den idealisierten, fantastischen Teil von Kunst und Literatur – eine Vorstellung oder Wunschvorstellung, die die Fantasie anregt. Auf der anderen Seite stehen „real toads“ für die realen, greifbaren, oft unromantischen oder nicht idealisierten Aspekte der Welt – Dinge, die konkret und wahr sind, aber vielleicht nicht so schön wie die imaginären Visionen.
In meiner Ausstellung nahm ich mit drei Objekten Bezug auf diese Vorstellung:
– Eine Bank, die den Besucher zum Sitzen und Verweilen, zum Innehalten und Beobachten einlädt. Sie steht für Besinnung und die Erkenntnis der eigenen Position im Garten.
– Eine Kräuterkiste, die für das alte Wissen der Natur steht. Sie symbolisieren die verborgenen Schätze und Geheimnisse, die entdeckt und genutzt werden können. Hier ist der Besucher eingeladen, sich selbst einen Tee zusammenzustellen und aufzubrühen.
– Der Wächter des Gartens – die Kröte – und ihr Rückzugsort, der Brunnen, dienen als Quelle für alle Lebewesen. Der Brunnen steht für Tiefe und Erkenntnis, ein Ort, der durch Achtsamkeit zugänglich ist.
Begleitend zur Ausstellung lag am Eingang der Ausstellung ein kleines Leaflet für jeden Besucher mit einer von mir illustrierten Pflanze. Dazu habe ich eine kleine Geschichte zu meinem „Imaginary Garden“ abgedruckt, daneben ein Plan der Ausstellung mit Hinweisen zu den verschiedenen Objekten. Auf der Rückseite findet sich ein Impressum meiner ganzen Recherche.
„Imaginary Gardens with Real Toads in Them“ is a well-known line from the poem „Poetry“ by American poet Marianne Moore. It describes her attitude towards poetry and art.
„Imaginary gardens“ symbolises the idealised, fantastical part of art and literature – an idea or wishful thinking that stimulates the imagination. On the other hand, „real toads“ represents the real, tangible, often unromantic or non-idealised aspects of the world – things that are concrete and true, but perhaps not as beautiful as imaginary visions.
In my exhibition, I referenced this idea with three objects:
– A bench that invites visitors to sit and linger, to pause and observe. It stands for reflection and awareness of one's own position in the garden.
– A herb box, which represents the ancient knowledge of nature. They symbolise the hidden treasures and secrets that can be discovered and used. Here, visitors are invited to mix and brew their own tea.
– The guardian of the garden – the toad – and its retreat, the well, serve as a source for all living creatures. The well represents depth and insight, a place that can be accessed through mindfulness.
Accompanying the exhibition, a small leaflet was available for each visitor at the entrance, featuring a plant illustrated by me. I also printed a short story about my „Imaginary Garden“. Next to it was a map of the exhibition with information about the various objects. On the back is an imprint of my entire research.
Die Living Library ist ein transdisziplinäres Projekt, das am Bio Design Lab der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe entwickelt wurde. Im Laufe von zwei Jahren förderte es praxisorientiertes Lernen mit Schwerpunkt auf lokal gewonnenen Rohstoffen aus einem Umkreis von 50 Kilometern um die Hochschule, experimentellem Arbeiten und regenerativen Produktionsweisen.
Das Projekt ist ein hybrides und sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem. Es vereint ein physisches Archiv mit Materialproben, Werkzeugen, Prozessen und Workshop-Artefakten sowie ein digitales Archiv mit interaktiven Karten, Forschungsergebnissen und Materialdokumentationen. Geleitet von den Prinzipien der Kompostierbarkeit, Lokalität und Nachhaltigkeit folgt das Projekt den ökologischen Zyklen der Aussaat, des Wachstums, der Ernte und des Verfalls. Studierende, Forschende und lokale Praktiker:innen arbeiteten zusammen, um regionale Ressourcen zu lokalisieren, biobasierte Materialien zu ernten und zu verarbeiten sowie deren Lebenszyklen von der Entstehung bis zur Zersetzung zu untersuchen.
Eine Open-Access-Publikation die physische und digitale Living Library und vereint eine Reihe von Essays, die Themen wie die archivarischen Qualitäten der Erde oder die gartenähnliche Kultivierung digitaler Plattformen untersuchen. Diese Essays laden die Leser:innen dazu ein, zu überdenken, wie Wissen angebaut, geteilt und schließlich wieder in den Boden zurückgeführt werden kann, aus dem es entstanden ist.
The Living Library is a transdisciplinary project developed at the Bio Design Lab of the Karlsruhe University of Arts and Design. Over the course of two years, it fostered practice-based learning focused on locally sourced raw materials within a 50-kilometre radius around the academy, experimental making, and regenerative modes of production.
The project is a hybrid and continually evolving ecosystem. It brings together a physical archive showing material samples, tools, processes, and workshop artefacts, and a digital archive featuring interactive maps, research, and material documentation. Guided by the principles of compostability, locality, and sustainability, the project follows ecological rhythms of seeding, growing, harvesting, and decay. Students, researchers, and local practitioners collaborated to map regional resources, harvest and transform bio-based materials, and investigate their lifecycles from origin to decomposition.
An open access publication documents the physical and digital Living Library and brings together a series of essays that explore themes such as the archival qualities of soil or the garden-like cultivation of digital platforms. These essays invite readers to reconsider how knowledge can be grown, shared, and ultimately returned to the ground from which it emerged.
"In Defense of Mis Caprichos" ist eine multimediale Ausstellung, die auf einem selbst kuratierten Archiv von 140 gefundenen und eigenen Bildern basiert. Sie setzt sich mit der vernakulären Bildsprache Lateinamerikas auseinander – von Memes und persönlichen Fotos bis zu Screenshots. Viele Bilder sind durch digitale Verbreitung nur in niedriger Auflösung erhalten und spiegeln so die visuelle Textur des Internets wider. Sie vermitteln eine Sensibilität, die sich nicht erklären lässt, sondern sich durch Stimmung, Ton und Wiederholung entfaltet. Viele der Bilder stammen aus oder zeigen Kontexte des Globalen Südens und verstehen sich als Hommage an dortige alltägliche, informelle Gesten. Zusammen bilden sie eine visuelle Sprache, die intim, vielschichtig, instabil und oft humorvoll ist.
Das Projekt bezieht sich auf Hal Fosters Aufsatz "An Archival Impulse", der das Archivieren als künstlerische Praxis versteht und Fragmentierung der Kohärenz vorzieht – zentrale Konzepte für dieses sich stetig wandelnde Archiv. Daraus wurden zehn künstlerische Objekte entwickelt, die die Skurrilitäten der Sammlung erfassen: Repliken, Performances oder hybride Assemblagen. Ihre Logik beruht auf Aneignung, Kopie und Transformation – im Sinne Byung-Chul Hans, der Replikation als kreative Strategie für neue Bedeutungen begreift.
Einige Werke greifen konkrete Bilder auf: Eine Performance, bei der ein Plastikpool auf einem Motorrad transportiert wird, bezieht sich auf ein Archivbild. Ein anderes verwandelt einen falsch übersetzten Tweet in ein dekoratives Holzschild. Ein drittes ist ein Traumfänger aus gelber Unterwäsche – inspiriert von einem kolumbianischen Neujahrsbrauch, wonach gelbe Unterwäsche Glück bringen soll.
Ein zentrales Element ist eine Videoarbeit, die das gesamte Archiv in Endlosschleife zeigt, begleitet von Texten aus unterschiedlichen Quellen: akademisch, persönlich oder aus sozialen Medien. Die Anordnung ist nicht erklärend, sondern atmosphärisch. Die Ausstellung schafft einen hierarchiefreien Raum, der Intuition, spielerische Ernsthaftigkeit und visuelle Alltagskulturen in den Mittelpunkt stellt.
In Defense of Mis Caprichos is a multimedia exhibition based in a self-curated archive of 140 found and self-produced images that reflect the vernacular visual language of Latin America. These images—ranging from memes and personal photographs to screenshots— carry a distinct sensibility: one that resists explanation and instead unfolds through mood, tone, and repetition. Often low in resolution due to constant digital circulation, the images reflect the visual texture of the internet. Many celebrate vernacular and informal gestures, circulating quickly across digital platforms to form a visual language that is intimate, layered, unstable, and often humorous.
The work draws on Hal Foster’s An Archival Impulse, where archiving is seen as an artistic practice and a preference for fragmentation over coherence reflects a deliberate artistic strategy.
From this archive, ten objects were developed, each guided by a specific premise. Some take the form of replicas, others of performances or hybrid assemblages. These objects operate as attempts to “grasp” the underlying sensibility of the archive. Their logic often draws on the aesthetics of appropriation, copying, and transformation—resonating with Byung-Chul Han’s Shanzhai: Deconstruction in Chinese, where copying and sampling are understood as creative strategies capable of generating new meaning.
A second core component of the exhibition is a video slideshow that presents the full image archive in a loop. The video has no beginning and no end, as it is conceived as a work in progress—the archive is constantly evolving. Each image is accompanied by 1–2 lines of text drawn from diverse sources: academic texts, social media posts, and personal writings. The arrangement is not explanatory but atmospheric, evoking how Susan Sontag, in Notes on Camp, approaches a sensibility not through linear explanation but through curation and juxtaposition.
In Defense of Mis Caprichos does not seek resolution or synthesis. Instead, it inhabits a space of connection without hierarchy. It is an argument for intuition, for playful seriousness, and for honoring the seemingly trivial gestures we encounter every day.
"Erikas Töchter" untersucht anhand der fiktiven Figur Erika Mustermann Perspektiven auf die weibliche* Identitätsbildung in Deutschland. Seit 1987 existiert Erika als Musteridentität in amtlichen Dokumenten - weiß, blond, blau- oder grünäugig. Als ein lächelnder Anachronismus geistert sie, erschreckend unkommentiert, durch die Bürokratielandschaft Deutschlands. Ihre durchdringende Augen blicken uns alle aufmerksam an, die Mundwinkel deuten ein neutrales Lächeln an. Doch je länger man sie betrachtet, desto schwerer wiegt ihr Blick: normierend, klassifizierend und ausschließend.
Die Arbeit übersetzt diese fiktive Identität in ein irritierendes Szenario, das zwischen Gartenfest, Ausstellung, Performance und Büroalltag changiert. Im Zentrum stehen zwei Ebenen: Zum einen die Präsentation der IDOLLs, einer Serie neuer weiblicher Musteridentitäten, die im Format einer Teleshopping-Show als innovative Lösung zeitgenössischer Identitätsprobleme vermarktet werden. Zum anderen der Blick in Erikas Büroalltag. Umgeben von Plastik-Buchsbaumbüschen, Teppichboden und generischen Büromöbeln ist sie gefangen im Moment des Fotos und der Reproduktion ihres Gesichtes.
“Erikas Töchter” explores perspectives on female* identity formation in Germany through the fictional figure of Erika Mustermann. Since 1987, Erika has served as the standard identity in official documents – white, blonde, blue- or green-eyed. As a smiling anachronism, she continues to haunt Germany’s bureaucratic landscape. Erika’s eyes look directly at the viewer, the corners of her mouth suggesting a neutral smile. Yet the longer she gazes at you, the more insistent her expression becomes: classifying and excluding
The work translates this fictional identity into a scenario that shifts between garden party, exhibition, performance, and office routine. At its center are two layers: on the one hand, the presentation of the IDOLLs – a series of new female standard identities, presented in the style of a teleshopping show, offering an innovative approach to contemporary issues of identity; on the other hand, a glimpse into Erika’s everyday office life. Surrounded by plastic boxwood shrubs, carpeting, and generic office furniture, she remains trapped in the moment of the photograph and the endless reproduction of her own face.
Unter dem Einfluss von Hitze offenbart Stahl eine unbekannte Seite. Wolkenartige Farbmuster entstehen auf seiner Oberfläche und widersetzen sich materialgebundenen Definitionen. Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Schwerem und Leichtem sowie Fragen der Komplexität.
Beschreibung (en)
Under the influence of heat, steel reveals an unknown side. Cloudlike patterns of color emerge on its surface, resisting materialbound definitions. The work explores the relationship between the heavy and the light, as well as questions of complexity.
Die multimediale Installation mit dem Titel "KFZ-MechatronikerInnen" besteht aus einem barrierefrei gestaltetem Raum, welcher durch Hohl- und Theaterwände zum Leben erweckt wird. In ihr sind fünf Objektinstallationen und eine Videoinstallation zu erkunden. Das Projekt beschäftigt sich thematisch mit Frauen in der KFZ-Mechatronik, ihrer Leidenschaft für Technik und ihrem Lebensstil. Dabei werden neben ihrer Begeisterung für Kraftfahrzeuge auch Themen von Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz und in der Szene thematisiert.
Beschreibung (en)
The multimedia installation entitled “KFZ-MechatronikerInnen” (Automotive Mechatronics Technicians) consists of a barrier-free room that is brought to life by hollow and theater walls. Inside, there are five object installations and a video installation to explore. The project deals with the theme of women in automotive mechatronics, their passion for technology, and their lifestyle. In addition to their enthusiasm for motor vehicles, topics such as discrimination and sexism in the workplace and in the scene are also addressed.
„Wet again“ ist das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses von Laura Haak, eine Moorregion als Akteur wahrzunehmen und zu begleiten. Es liegt in einem abgelegenen Terrain im Nordosten Deutschlands nahe dem Kummerower See im Malchiner Umland.
In einer Feldforschung wurde viel Zeit verbracht, Scores der Zusammenarbeit entwickelt, Wander- und Kanurouten 1:1 erschlossen. Dabei entstand ein Austausch mit den Menschen vor Ort, die eine längere Beziehung zum Torfboden pflegen und sich für die Wiedervernässung von Moorböden lokal und europaweit einsetzen.
Es entstand ein Gewebe aus verschiedenen Wahrnehmungsperspektiven und die Frage nach ihren machtpolitischen Auswirkungen auf ländliche Gestaltungsprozesse. Was sind die neuen Choreografien der Erhaltungsarbeit, auf welche Perspektiven wird Bezug genommen?
Beschreibung (en)
‘Wet again’ is the result of a two-year process by Laura Haak to perceive and accompany a moorland region as an acting entity.
It is located in a remote area in north-eastern Germany near Lake Kummerow in the Surrounding Malchin.
A lot of time was spent conducting field research, developing scores of collaboration, and tracing hiking and canoe routes 1:1.
This led to an exchange with local people who have a long-standing relationship with the peat soil and are committed to the rewetting of moorland soils both locally and across Europe.
A fabric of different perspectives emerged, along with questions about their power-political implications for rural design processes. What are the new choreographies of maintenance work, and what perspectives are being referred to?
Dr Uta Berghöfer, Dr Joachim Borner Martina Zienert from Projekthof Karnitz , Nora Köhn from University Greifswald, Dr Ulf Schiefelbein from Ministry for Climate Protection, Agriculture, Rural Areas and the Environment Mecklenburg-Western Pomerania , Tobias Dahms from thermal drones GmbH, Richard Hurding from Zelfo Technology GmbH, the paludi farmers Ludwig Bork and Henning Voigt, Frank Zimmermann from "Uns lütt Museum“ Dargun and sculptor Kathrin Wetzel for their time and willingness to show themselves, interesting and realizing conversations, the opportunity for a bird‘s eye view and 150 kilograms of sedge cane grass, Tim Ingold for loaning captions and providing impulses for thoughts and perception
Celine Condorelli, Jaya Demmer, Lina Determann, Mascha Dilger, Benjamin Eisele, Constanze Fischbeck, Hanna Franke, Vera Gärtner, Marlene-, Michael-, Birgit- and Michaela Haak, Mira Hirtz, Franka Kampmeier, Alexander Knoppig, Hanne König, Christian‘Lübben, Leonie Mühlen, Wiebke Muller, Leonie Müller, Laura Morcillo and ZeitBildLab, Luise Peschko, Nis Petersen, Sebastian Schafer, Susanne Schmitt, Josefine Scheu, Phillip Schell, Arthur Schuman, Henriette Schwabe, Claud Teichmann, Alexander Thelen, Johannes Thimm, Leia Walz, Isabel Winter for countless support, the best of times, carrying hands, attentive eyes and continuous inquiries and Paulina Mimberg for the most splendid graphic.
Titel
Wet again
Untertitel
Wahrnehmung und Abstraktion von Erhaltungsarbeit im ländlichen Raum
Now or Nowhere ist ein Projekt, das die Frage stellt, ob Technologie aus einer Notwendigkeit heraus entsteht – oder ob ihre Notwendigkeit erst erkannt wird, nachdem sie bereits erschienen ist. Neue Geräte versprechen stets Effizienz, Verbesserung und nahtlose Konnektivität und behaupten, unser Leben leichter zu machen. Automatisierung lindert Müdigkeit, Konnektivität beseitigt Trennung, und Updates gleichen Unvollkommenheit aus. Doch was genau machen wir in diesem Prozess eigentlich bequemer – und was geben wir dabei stillschweigend aus der Hand?
Das Projekt schlägt drei virtuelle Geräte vor, die repetitive und scheinbar unbedeutende körperliche Handlungen stellvertretend für den Nutzer ausführen. AutoPresence ist ein Gerät, das aufgezeichnete Mausbewegungen wiedergibt und selbst in Abwesenheit des Nutzers kontinuierlich Spuren von Arbeit produziert. Ruhe wird nicht erkannt, und der Cursor hält niemals an. The Sixth Finger ist ein am Finger getragenes Wearable, das das Wischen auf dem Smartphone automatisiert und die vertraute Bewegung des Daumens durch einen zweiten Daumen ersetzt. Die Hand hält das Gerät weiterhin fest, doch die Handlung wird an die Maschine delegiert. Artificial Sweat Gland for Mobile Devices überträgt die Funktion der menschlichen Schweißdrüsen auf ein Kühlsystem für das Gerät und synchronisiert so die Temperatur von Körper und Gerät. Das Telefon verlässt die Hand nie.
Diese Geräte werden so präsentiert, als stünden sie kurz vor der Markteinführung. In Anlehnung an Produktpräsentationen und Werbeformate rahmt das Projekt alltägliche Gesten als Funktionen, die optimiert werden können. Werden die Besucherinnen im Ausstellungsraum zu potenziellen Konsumentinnen dieser Geräte – oder erkennen sie, dass sie bereits Konsument*innen sind?
Now or Nowhere is a project that asks whether technology emerges from necessity or whether its necessity is only recognized after it has appeared. New devices always promise efficiency, improvement, and seamless connectivity, claiming to make our lives lighter. Automation relieves fatigue, connectivity eliminates disconnection, and updates compensate for imperfection. So, in this process, what are we making more convenient, and what are we quietly handing over?
The project proposes three virtual devices that perform repetitive and minor physical actions on behalf of the user. AutoPresence is a device that replays recorded mouse movements, continuously producing traces of labor even in the user's absence. Rest is not detected, and the cursor never stops. The Sixth Finger is a finger-worn wearable that automates smartphone swiping, replacing the most familiar thumb movements with a second thumb. The hand still grips, but the action is delegated to the machine. Artificial Sweat Gland for Mobile Devices converts the hand's sweat gland function into a device cooling system, synchronizing the body's and device's temperatures. The phone never leaves the hand.
These devices are arranged as if they are ready for launch. Borrowing the format of product displays and promotional presentation, the project reframes everyday gestures as features to be optimized. In the exhibition space, do audiences become potential consumers in front of these devices, or do they become aware that they are already consumers?