Ausgehend von der Idee des freien Spielens in der Kindheit entfaltet sich PLAY DATE als Studienreihe, die die Entdeckung des zwecklosen Spielens im Erwachsenenalter erforscht. Oft von gesellschaftlichen Normen und sozialen Hemmungen überdeckt, bleibt der Spieltrieb doch bestehen, sobald man ihm wieder Raum gibt.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass traditionelle Spielplätze fast ausschließlich Kindern vorbehalten sind, während erwachsene Personen kaum Raum finden, einfach verspielt zu sein.
In PLAY DATE 1, dem ersten experimentellen Spielplatz, wurde untersucht, welche nicht-kompetitiven Spielarten Erwachsene ansprechen. Die Ergebnisse zeigten, dass freies Spiel für Erwachsene angenommen würde, wenn der soziale Rahmen als akzeptierend wahrgenommen wird.
Darauf aufbauend fand PLAY DATE 2 in einer Bar statt, wo spielerische Bewegungsformen situativ in den Kontext des sozialen Zusammenkommens und geselligen Beisammenseins integriert wurden. Spielerische Gesten konnten so nahtlos in gewohnte Beschäftigungen eingeschrieben werden.
Mit PLAY DATE 3 wurde die Erkundung im Alltag erweitert: temporäre Spielobjekte wurden in die Stadtlandschaft gebracht, um zu beobachten, wie Passant:innen auf unerwartete Momente des Spiels reagieren, die den Alltag durchbrechen.
PLAY DATE OBJECTS zeigen, wie freies Spiel für jedes Alter wieder zugänglich gemacht werden kann und neue soziale, kulturelle und räumliche Kontexte eröffnet.
Starting from the idea of uninhibited play in childhood, PLAY DATE unfolds as a series of studies exploring the rediscovery of purposeless play in adulthood. Although often obscured by social norms and inhibitions, the impulse to play persists, emerging again once it is given space.
The project originated from the observation that traditional playgrounds are almost exclusively designed for children, while adults rarely find spaces where they can simply be playful.
PLAY DATE 1, the first experimental playground, investigated which forms of non-competitive play appeal to adults. The results suggested that adults readily embrace free play when the social environment is perceived as accepting and non-judgmental.
Building on these findings, PLAY DATE 2 took place in a bar, where playful modes of movement were introduced into the social setting of gathering and spending time together. Playful gestures became seamlessly integrated into familiar social activities.
With PLAY DATE 3, the investigation expanded into everyday urban life. Temporary play objects were placed throughout the city to observe how passersby respond to unexpected moments of play that interrupt the routines of daily life.
PLAY DATE OBJECTS demonstrate how free play can be made accessible again for people of all ages, opening up new social, cultural, and spatial contexts.
Plastic Fugue ist eine interaktive Klanginstallation, die mit einer Kindheitserinnerung an die Konzertflöte beginnt, ein Instrument, das ich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nie erlernen konnte und das für mich zum Symbol des Klassismus wurde. Finanzielle Einschränkung ist nicht nur unangenehm, sondern lässt Kinder sich als ungeeignet empfinden, überhaupt etwas zu versuchen, und normalisiert dadurch Klassismus, selbst in der Kunst.
Es passierte mir erneut, als ich Malerei studierte. Die Materialien, Leinwand, Holz, Stoff, Papier, Farbe, Öl, ja sogar ein Bleistift, werden mit einer gewissen Aura vermarktet. Unsere Kunst ist längst zu sehr mit der neoliberalen Wirtschaft verstrickt, ironischerweise im Widerspruch zu ihrem eigentlichen Ziel, Freiheit. Die Qualität von Kunst über den Preis der Materialien zu definieren, ist eine Wiederholung alter Muster, so wie Blau und Grün einst als Zeichen des Reichtums galten und dem Adel vorbehalten waren.
Diese Struktur führte dazu, dass ich klassische Musik als die einzig wahre Musik betrachtete und die Leinwandmalerei, die im späten 15. Jahrhundert in Italien entstand, als den allein gültigen Standard in der bildenden Kunst. Jahrzehnte später erkannte ich, dass es jenseits dessen, was ich damals als Kunst verstand, auch Formen gab, die aus verschiedenen kulturellen Kontexten stammen und nicht als Teil dieses Standards wahrgenommen wurden. Dann versuchte ich, all diese ironischen Elemente in die verschiedenen Medien einzubringen, mit denen ich bisher gearbeitet hatte.
Plastic Fugue is an interactive sound installation project that begins with a childhood memory of the concert flute, which I couldn't learn due to financial hardship, and which came to symbolize classism to me. Being financially debilitated is not only a discomfort, but also makes children feel unqualified to even try, thereby normalizing this classism even in art.
It happened to me again when I studied painting. The materials are marketed with an aura, including canvas, wood, fabric, paper, paint, oil, and even a pencil. Our art already conspires too much with the neoliberal economy, ironically, against its supposed goal: liberty. Classifying the quality of art based on the price of materials is repetitive, much like how blue and green, once symbols of wealth, were valued and reserved for royalty in history.
This structure led me to view classical music as the only true form of music, and canvas painting, which originated in Italy in the late 15th century, as the sole standard in visual art. Decades later, I realized there was more art behind the things I once believed to be art alone. Then I attempted to gather all these ironical elements into diverse mediums I had experienced so far.
Pink Elephant ist eine textile Skulptur, die im Rahmen der Sprint Residency im Studio Hö der Hoepfner Stiftung entstanden ist. Das Werk übersetzt das Sprichwort „Seeing Pink Elephants“ in den Raum – eine Redewendung für Halluzinationen, die normalerweise durch schweren Alkoholentzug oder alkoholische Halluzinose verursacht werden und einen Zustand des Deliriums darstellen, in dem der Geist bizarre Bilder wie leuchtend rosa Elefanten erzeugt. Damit spielt die Arbeit auf den Kontext an, in dem sie präsentiert wird, nämlich die Kunststiftung einer Brauerei.
Beschreibung (en)
Pink Elephant is a textile sculpture created as part of the Sprint Residency at Studio Hö of the Hoepfner Foundation. The work translates the saying “seeing pink elephants” into space, an idiom for hallucinations, usually caused by severe alcohol withdrawal or alcoholic hallucinosis, representing a state of delirium where the mind fabricates bizarre sights like bright pink elephants. The work thus alludes to the context for which it was originally made and presented, the art foundation of a brewery.
Ausgehend von der Annahme, dass Protest nicht nur durch Sprache oder Körper, sondern vor allem durch Gegenstände artikuliert wird, richtet die Magistraarbeit den Fokus auf die materiell-symbolischen Politiken feministischer Protestperformances. Dafür schlage ich das Konzept des "militanten Accessoires" als Analysekategorie für feministische Performancepraktiken vor. Das Accessoire, das oft mit weiblich* gelesenen Körpern assoziiert ist, wird als scheinbar harmloses, alltägliches und schmückendes Modeelement in einen handlungsorientierten, widerständigen Gegenstand umgedeutet und neu kontextualisiert. Anhand von zwei aktivistisch-performativen Aktionen der Women’s Social and Political Union (Window Smashing Campaign, 1912 ) und Pussy Riot (Punk Prayer, 2012) werden zwei Gegenstände, ein 19cm großer Toffeehammer sowie eine neonbunte Sturmhaube, als "militante Accessoires" identifiziert. In ihrem wechselwirkenden Verhältnis mit Körpern ermöglicht das "militante Accessoire" diesen, politische und emanzipatorische Potenziale zu entfalten und Orte in Räume des Protests zu transformieren.
Dieser Analyse folgend übertrage ich die Bedingungen des "militanten Accessoires" im letzten Kapitel auf künstlerische Protestperformances. Dabei betrachte ich unter anderem künstlerische Produktionen von Selma Selman (You Have No Idea), Pipilotti Rist (Ever Is Over All) und Milica Tomić (One Day, Instead of One Night, a Burst of Machine-Gun Fire Will Flash, if Light Cannot Come Otherwise) und frage, inwiefern "militante Accessoires" nicht nur in kollektiven Protestperformances, sondern auch für einzelne Körper in feministischen, künstlerischen Performances eine Möglichkeit des Ausdrucks von Protest bieten.
Die Magistraarbeit rückt die kompliz*innenhafte Beziehung zwischen Kunst und Protest in den Fokus und zeigt, dass "militante Accessoires" nicht nur symbolische Bedeutungsträger*innen sind, sondern in ihrer relationalen und körperlich-performativen Dimension als Mittel des Widerstands agieren. Im Zusammenspiel mit den handelnden Körpern treten sie als Katalysator*innen und Vermittler*innen auf und entfalten eine doppelte Rolle als materiell-semiotische Akteur*innen.
Based on the premise that protest is articulated not only through language or the body, but above all through objects, the magistra's thesis focuses on the material-symbolic politics of feminist protest performances.
In this regard, I propose the concept of the "militant accessory" as an analytical category for feminist performance practices. The accessory as an everyday, decorative fashion element, which is often associated with bodies read as female*, is reinterpreted and transformed into an action-oriented, resistant object.
In consideration of two activist-performative actions by the Women's Social and Political Union (Window Smashing Campaign, 1912) and Pussy Riot (Punk Prayer, 2012), two objects, a 19cm toffee hammer and a neon-coloured balaclava, are identified as "militant accessories". In their reciprocal relationship with bodies, "militant accessories" enable them to develop political and emancipatory potential and transform places into spaces of protest. Building on this analysis, I apply the conditions of the "militant accessory" to artistic protest performances. To this end, I focus on artistic productions by artists such as Selma Selman (You Have No Idea), Pipilotti Rist (Ever Is Over All), and Milica Tomić (One Day, Instead of One Night, a Burst of Machine-Gun Fire Will Flash, if Light Cannot Come Otherwise), asking to what extent "militant accessories" act as tools for expressing dissent in collective protest performances and individual bodies within feminist artistic practices.
Der neu geformte Flaschendeckel fordert auf, eine Plastikflasche zu adoptieren und sie zur persönlichen Begleiterin im Alltag zu machen.
Seine Form ermöglicht es, die Flasche auf viele Weisen körpernah zu tragen und in die Umgebung einzubinden.
So wird die Flasche zur persönlichen, was dazu einlädt sie nach dem Leeren nicht wegzuwerfen, sondern immer wieder aufzufüllen.
Die ständige Verfügbarkeit von Wasser fördert ganz nebenbei einen erhöhten Wasserkonsum.
Dank des standardisierten PCO-Gewindes ist bei Bedarf ein flexibler Wechsel zu einer neuen Flasche jederzeit möglich.
Beschreibung (en)
The newly shaped bottle lid invites you to adopt a plastic bottle and make it your personal companion in everyday life.
It's shape makes it possible to carry the bottle close to the body and integrate it into your environment creatively.
In this way, the bottle becomes personal, inviting you not to throw it away after emptying it, but to refill it again and again.
The constant availability of water also encourages increased water consumption.
Thanks to the standardized PCO thread, a flexible change to a new bottle is possible at any time if required.
Unsere Bewegungen können wie eine Performance begriffen werden, wie etwas Flüchtiges, das nur im Moment existiert und nach der Vollendung weder sichtbar noch fassbar ist. Nur die Erinnerungen an das Erlebte bleiben als Spuren der Bewegung in unserem Geist erhalten. Path Tiles nutzt GPS-Daten, um diese besonderen Momente individueller Erfahrung einzufangen und in Form von Mustern in die physische Welt des sicht- und tastbaren Textils zu übertragen. Es entsteht eine tiefe Bindung zwischen Mensch und Objekt.
Jedes Muster steht für eine Reise, für eine Erfahrung. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Spaziergang in der Natur, eine Reise in ein fernes Land oder einen wiederkehrenden Weg des Alltags handelt. Die daraus entstehenden Muster erzählen von den Gefühlen und Begegnungen, von dem Gesehenen und dem Erlebten und erinnern uns an das, was uns ausmacht.
Mit der Path Tiles Website habe ich ein Werkzeug entwickelt, um diese Reisen in Form von GPS-Daten in strickbare Muster zu verwandeln. Ich habe die Website so gestaltet, dass die Ästhetik des Musters durch zusätzliche Verschiebung, Verzerrung und Spiegelung individualisiert werden kann. Dies stellt außerdem sicher, dass Menschen mit der gleichen Strecke trotzdem persönliche Muster erstellen können. Das entstandene Muster wird dann in Form eines gestricktes Objekts zum Leben erweckt und wird zur materialisierten persönlichen Erfahrung. Durch die Einbeziehung des Nutzers in den Gestaltungsprozess entsteht eine weitere Ebene der Bindung zwischen Mensch und Objekt.
Für das Diplom habe ich exemplarisch fünf Objekte gestaltet, die mit diesen Mustern personalisiert werden können. Das Design der Objekte konzentriert sich darauf, das Reisen oder das „unterwegs sein“ in verschiedenen Situationen zu erleichtern. In diesem Prozess ist ein Schal mit Taschen, ein Umhang, der gleichzeitig als Decke genutzt werden kann, eine Tasche, die zugleich ein Kissen ist, eine Balaklava mit Ohrenschützern und ein Nackenkissen mit Rückenstütze und Taschen in den verlängerten Seitenteilen entstanden.
Für die finale Herstellung der Objekte haben fünf Personen die GPS-Daten verschiedener Routen verwendet um ihre persönlichen Muster auf der Path Tiles Website zu erstellen. Jedes der Objekte wurde zu einer Person, einer Reise, einem Muster zugeordnet und entsprechend produziert. Die fertigen Objekte sind die materialisierten Erfahrungen und Erinnerungen dieser Menschen.
Begleitend zu dieser Arbeit habe ich mit der Sammlung von Reisen in Form von Geschichten und Mustern begonnen. Hierbei ist ein kleines Booklet entstanden, das die Beiträge von 19 Menschen beinhaltet. Sie alle haben eine Erinnerung von einer Reise in Form von Text und Muster mit mir geteilt.
Movement is like a performance, something momentous becoming invisible and untouchable as soon as it is complete. Only the memories of the experience remain as traces of the movement in our minds. Path Tiles captures these valuable moments of individual experiences and transfers them into the physical world of visible and tactile textiles, creating a deep relationship between person and object.
Each pattern represents a journey, an experience. It doesn't matter whether it's a walk in nature, a trip to a distant country, or a repeating path in everyday life. The resulting patterns tell of the emotions evoked by landscapes, the lessons learned along the way and the power of the journey to shape our lives.
With the Path Tiles website, I have developed a tool to transform these journeys into knitable patterns using GPS data. I designed the website so that the aesthetics of the pattern can be individualized through shifting, distorting, and mirroring. This ensures that even people with the same route can create personal patterns. The resulting pattern is then brought to life in the form of a knitted object, becoming a materialized personal experience. By involving the user in the design process, an additional layer of connection between person and object is created.
For my diploma, I have designed five objects that can be personalized with these patterns. The design of these objects focuses on making travelling or being "on the go" more comfortable. This process has resulted in the creation of a scarf with pockets, a cape that can also be used as a blanket, a bag that doubles as a pillow, a balaclava with ear cushions, and a neck pillow with back support and pockets in the extended side parts.
For the final production of the objects, five people used the GPS data of different routes to create their personal patterns on the Path Tiles website. Each of the objects was assigned to a person, a journey, a pattern, and then produced accordingly. The finished objects are the materialized experiences and memories of these people.
Accompanying this work, I have started collecting journeys in the form of stories and patterns. This resulted in a small booklet that includes contributions from 19 people. They all shared a memory of a journey in the form of text and pattern with me.
Eine multidisziplinäre audiovisuelle Diplominstallation in Form eines Paravents aus handgravierten Spiegeln. Die Arbeit vereint Medienkunst und Produktdesign und präsentiert sich als Hybrid zwischen skulpturalem Kunstobjekt und funktionalem Möbelstück.
Beschreibung (en)
A multidisciplinary audiovisual diploma installation in the form of a folding screen made of hand-engraved mirrors. The work merges media art and product design, presenting itself as a hybrid between sculptural art object and functional piece of furniture.
„Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen Gerhard Richters. So konnte man ihm im Kino bei der Arbeit bei der Arbeit über die Schulter schauen – so der bereits erstmals im September 2011 präsentierte Kinofilm Painting von Corinna Belz .., was einherging mit dem beachtlichen Erfolg auf dem secondary market, dem Auktionsmarkt, wo seine vornehmlich abstrakten Gemälde dank Höchstpreisen zu Kunstmarktlieblingen avancierten.”
„Gerade ein Gemälde scheint anders als viele andere in den letzten Jahren immer mehr mit symbolischer Bedeutung aufgeladen worden zu sein: Onkel Rudi (Abb.1), entstanden 1965. Die fotografische Vorlage entnahm Richter dem eigenen Familienalbum. Als ‚Privates öffentlich’ machen, wurde diese Vorgehensweise in der Motivauswahl der so genannten Foto-Bilder vielfach begründet. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den Fotografien, die Richter auf Einladung der Tageszeitung „Die Welt” für eine Sonderausgabe ausdrucken ließ – und damit ist “der große Zweifler der Gegenwartskunst” erst der dritte Künstler, nach Georg Baselitz und Ellsworth Kelly, die die „Welt-Herrschaft” für einen Tag übernommen hat.”
"The year 2012 was all about Gerhard Richter. It was possible to watch him at work in the cinema - for example, the cinema film Painting by Corinna Belz, first presented in September 2011 ... which was accompanied by considerable success on the secondary market, the auction market, where his predominantly abstract paintings became art market favourites thanks to top prices.‘
’One painting in particular, unlike many others, seems to have been increasingly charged with symbolic meaning in recent years: Onkel Rudi, created in 1965. Richter took the photographic model from his own family album. This approach was often justified as “publicising the private” in the choice of motifs for the so-called photo images. This can be seen not least in the photographs that Richter had printed for a special edition at the invitation of the daily newspaper ‘Die Welt’ - making ‘the great doubter of contemporary art’ only the third artist, after Georg Baselitz and Ellsworth Kelly, to take over ‘Welt/world domination’ for a day."
Ich habe menschliches Haar als Material und Textil erforscht. Haare sind etwas zutiefst Persönliches, aber auch eine weithin verfügbare und oft weggeworfene Ressource. Im Rahmen meiner Recherchen habe ich das Material aus verschiedenen Blickwinkeln - wissenschaftlich, kulturell und künstlerisch - untersucht und gleichzeitig mit ihm gearbeitet, um Textilien und Teppiche mit verschiedenen Techniken herzustellen.
Beschreibung (en)
I explored human hair as a material and textile. Hair is something deeply personal, yet it is also a widely available and often discarded resource. Through my research, I examined the material from different perspectives - scientific, cultural, and artistic, while also working hands-on with it to create textiles and carpets using various techniques.
Bei der 2-Kanal-Videoinstallation „Oberfläche schwarz/blau/grün“ zum Thema Migration werden zwei Situationen betrachtet und einander gegenübergestellt: Migration von einem Land in ein anderes und Migration auf einen anderen Planeten.
Beschreibung (en)
The two-channel video installation is about migration, in which two situations are considered and contrasted: migration from one country to another and migration to another planet.
Eine Feldstudie zur einzigen existierenden Geschlechtersprache (NVSHU - Nüshu). Mithilfe von Multimedia-Materialien konzentrierte ich mich auf die Geschichte, die sich im vergangenen Sommer zwischen mir und dem letzten Naturforscher ereignete, und dokumentierte sie. Die Papierarbeiten und Installationen drücken gleichzeitig meine eigenen Reflexionen über dieses kulturelle Phänomen aus.
Beschreibung (en)
A field exploration of the only existing gender language (NVSHU - Nüshu). Using multimedia materials, I focused on and documented the story that happened between me and the last naturalist last summer. The paper art and installation works simultaneously express my own reflections on this cultural phenomenon.
*no wind no word* ist eine zwölfminütige Mehrkanal-Video- und Soundinstallation. Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehungen von Körper, Raum, Klang und Bild. Sie betrachtet diese Elemente dabei nicht als voneinander getrennte Medien, sondern als ein gemeinsames System, in dem sie sich gegenseitig beeinflussen. Intuition versteht sie dabei nicht als spontanen Einfall, sondern als künstlerische Methode.
Die Installation entstand in Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Sade Mamedova. An Stelle einer festgelegten Choreografie tritt ein klar definierter räumlicher und technischer Rahmen. Mehrere Kameras, verschiedene Mikrofone und ein Geophon zeichnen dieselbe Situation auf. Die Technik dient dabei nicht der Dokumentation einer Performance, sondern wird selbst zum Akteur in der Arbeit, welcher die Wahrnehmung von Bewegung, Klang und Raum formt.
Das Dach des Großstudios der HfG Karlsruhe bildet den Ausgangspunkt der Installation. Es liegt mitten im Gebäude und wirkt trotz der zentralen Position verlassen. Es ist sichtbar, aber normalerweise unzugänglich. Die offene Architektur, die Höhe und die weißen Staubspuren erzeugen eine Atmosphäre zwischen Sicherheit und Ausgesetztheit. Die Installation zeigt, wie sehr räumliche Bedingungen unsere Wahrnehmung und unser Handeln beeinflussen können.
Der Klang setzt sich ausschließlich aus Aufnahmen, der Performance zusammen. Zu hören sind Atem, Schritte, Reibung, Resonanzen der Dachkonstruktion und andere Umgebungsgeräusche. Auf Musik oder eine erzählende Stimme wird bewusst verzichtet. Die Atmung agiert als Taktgeber der Arbeit. Sie setzt Bewegung in Gang, wird selbst zum Klang und bestimmt den Rhythmus des Filmschnitts. Sie verbindet Körper, Bild und Ton. Der mehrkanalige Klang verteilt sich über vier Lautsprecher im Raum und verändert sich mit der Position des Publikums. Die Installation eröffnet dadurch eine immersive Erfahrung von Klang, die nicht nur gehört, sondern räumlich erlebt wird.
Drei synchronisierte Projektionen zeigen denselben Moment aus unterschiedlichen Distanzen und Perspektiven. Dabei hat keine der Ansichten den Anspruch, vollständiger zu sein als eine andere. Erst in ihrem Zusammenspiel erschließt sich die Essenz der Installation, die Verschiebung des betrachtenden Blickes vom Einzelbild auf das Verhältnis zwischen Bildern. Gleichzeitig verändert sich der Klang mit jeder Bewegung im Raum. So gibt es kein festes Zentrums des Betrachtens und keine eindeutige Sicht auf das Geschehen. Die Wahrnehmung formt sich im Wechselspiel mit der Bewegung der Besucher:innen.
Die Performance entsteht ausschließlich aus dem Setting heraus. Die Tänzerin reagiert dabei auf Raum, Klang und ihren eigenen Körper. Die Arbeit erzählt keine Geschichte, sondern einen Zustand. Die Bewegungen lassen Übergänge zwischen unterschiedlichen Rollen, Körperzuständen oder Erinnerungsbildern entstehen. Teilweise wirkt es, als würde die Tänzerin mit einer unsichtbaren Person sprechen, tanzen, streiten oder sich ausruhen. Aus der Beobachtung entstehen Assoziationen zu Erinnerung, Projektion und inneren Dialogen. Die Arbeit beantwortet diese Bilder nicht. Sie lässt sie nebeneinander bestehen und eröffnet Raum für unterschiedliche Wahrnehmungen.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist Robert Rauschenbergs Verständnis von Kunst als offenem Gefüge aus Körper, Raum, Material und Technologie. Seine kollaborative und medienübergreifende Arbeitsweise bildet die Grundlage für den Aufbau der Installation. Auch choreografische Ansätze von Merce Cunningham und Yvonne Rainer fließen in die Arbeit ein. Sie bestärken den Gedanken, Bewegung, Klang und Bild nicht hierarchisch zu ordnen, sondern als gleichwertige Elemente zu verstehen.
*no wind no word* untersucht, wie Körper, Technologie und Architektur gemeinsam Erfahrungen hervorbringen. Die Installation fragt, wie Erinnerung, Gegenwart und Projektion in einem einzigen Moment gleichzeitig erfahrbar werden können. Sie bringt uns dazu, zu fragen, wie Wahrnehmung entsteht und wie sich Bedeutung bildet, wenn Bilder, Klänge und Bewegungen nicht auf eine eindeutige Aussage reduziert werden. In einer Zeit, in der Bilder permanent produziert, beschleunigt und bewertet werden, schlägt *no wind no word* eine andere Form der Aufmerksamkeit vor. Die Installation fordert nicht dazu auf, eine Geschichte zu entschlüsseln. Sie lädt dazu ein, Zeit auszuhalten, Mehrdeutigkeit zuzulassen und Wahrnehmung als offenen Prozess zu erfahren. no wind no word versteht sich zugleich als Ausgangspunkt einer weiterführenden künstlerischen Forschung. Aufbauend auf der bestehenden Installation ist eine Weiterentwicklung unter veränderten räumlichen und performativen Bedingungen vorgesehen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich dieselbe Konstellation von Körper, Raum und Technologie mit jedem neuen Ort und jeder neuen Aufführung verändert und dabei neue Formen der Wahrnehmung hervorbringt. Geplant ist, filmische, performative und klangliche Prozesse noch enger miteinander zu verschränken. Durch die unmittelbare Verstärkung von Atem- und Körpergeräuschen entsteht eine Rückkopplung zwischen Körper, Klang und Bewegung, auf die die Performerin in Echtzeit reagiert. Ergänzend soll die Arbeit in Räumen mit unterschiedlichen akustischen und materiellen Eigenschaften weiterentwickelt werden. So wird no wind no word als offenes System fortgeführt, das sich mit jeder neuen Realisierung transformiert und seine Fragestellungen unter veränderten Bedingungen weiter untersucht.
*no wind, no word* is a twelve-minute multi-channel video and sound installation. The piece explores the interrelationships between the body, space, sound and image. Rather than regarding these elements as separate media, it considers them as a shared system in which they influence one another. Intuition is not understood as a spontaneous idea, but as an artistic method.
The installation was created in collaboration with the dancer and choreographer Sade Mamedova. Instead of a fixed choreography, there is a clearly defined spatial and technical framework. Several cameras, various microphones and a geophone record the same situation. The technology does not serve to document a performance, but becomes an active participant in the work itself, shaping the perception of movement, sound and space.
The roof of the large studio at the HfG Karlsruhe forms the starting point for the installation. Despite its central position, it appears deserted. Although it is visible, it is normally inaccessible. The open architecture, the height and the white dust marks create an atmosphere that lies somewhere between safety and exposure. The installation demonstrates the extent to which spatial conditions can influence our perception and our actions.
The soundscape consists exclusively of recordings made during the performance. One can hear breathing, footsteps, friction, resonances from the roof structure and other ambient sounds. Music and a narrative voice have been deliberately omitted. Breathing acts as the metronome for the work. It sets movement in motion, becomes sound in its own right, and dictates the rhythm of the film’s editing. It connects body, image and sound. The multi-channel sound is distributed across four speakers in the room and changes depending on the audience’s position. The installation thus creates an immersive sound experience that is not merely heard, but experienced spatially.
Three synchronised projections show the same moment from different distances and perspectives. None of these views claims to be more complete than the others. It is only through their interplay that the essence of the installation becomes apparent: the shift in the viewer’s gaze from the individual image to the relationship between images. At the same time, the sound changes with every movement within the space. Consequently, there is no fixed centre of observation and no single, unambiguous view of what is happening. Perception takes shape through interaction with visitors' movements.
The performance emerges entirely from the setting itself. The dancer responds to the space, the sound and her own body. The piece does not narrate a tale, but rather conveys a state of being. The movements create transitions between different roles, physical states or images from memory. At times, it appears as though the dancer is speaking, dancing, arguing or resting with an invisible person. These observations give rise to associations with memory, projection and inner dialogues. The work does not respond to these images. It allows them to coexist and opens up space for different perceptions.
A key point of reference is Robert Rauschenberg’s understanding of art as an open structure comprising body, space, material and technology. His collaborative and cross-media approach forms the basis for the installation’s composition. Choreographic approaches by Merce Cunningham and Yvonne Rainer also inform the work. They reinforce the idea of treating movement, sound and image not as a hierarchical order, but as elements of equal value.
*no wind no word* explores how the body, technology and architecture collectively generate experiences. The installation asks how memory, the present and projection can be experienced simultaneously in a single moment. It prompts us to ask how perception arises and how meaning is formed when images, sounds and movements are not reduced to a single, unambiguous statement. At a time when images are constantly being produced, accelerated and evaluated, *no wind no word* proposes a different form of attention. The installation does not call on the viewer to decipher a story. Instead, it invites us to linger, to allow for ambiguity, and to experience perception as an open-ended process.
*no wind no word* is also intended as a starting point for further artistic research. Building on the existing installation, the plan is to develop the work further under different spatial and performative conditions. The focus is on the question of how the same constellation of body, space and technology changes with each new venue and each new performance, thereby giving rise to new forms of perception. The plan is to interweave cinematic, performative and sonic processes even more closely. The immediate amplification of breathing and bodily sounds creates a feedback loop between body, sound and movement, to which the performer reacts in real time. In addition, the work is to be further developed in spaces with different acoustic and material properties. In this way, *no wind no word* continues as an open system that transforms with each new realisation and continues to explore its questions under changing conditions.