Mit den Mitteln einer wissenschaftlichen Lecture erzählt „I Cried A Smile“ eine Geschichte über eine Person mit 2 Köpfen, Holz das zu Menschen wird, und die Erinnerung daran als Kind mit Neuropsychologie in Kontakt zu treten. Zwei übereinander hängende Projektionsflächen zeigen Zeichnungen, Animationen und gefundenes Bildmaterial während meine Stimme vom Band läuft und ich an einem Schreibtisch sitzend, mit dem Verfahren „Lip-Sync“ lautlos mitspreche. Das Publikum sitzt wie in einem anatomischen Theater in zwei Halbkreisen um mich herum.
Beschreibung (en)
Using the means of a scientific lecture, “I Cried A Smile” tells a story about a person with two heads, wood that becomes human, and the memory of coming into contact with neuropsychology as a child. Two projection screens hanging above me showcasing drawings, animations and found footage while my voice runs from the tape and I, sitting at a desk, speak along inaudibly using the “Lip-Sync” method. The audience sits around me like in an anatomical theater.
.HYP ist eine Diplomarbeit der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe aus dem Jahr 2024. Es handelt sich um eine multisensorische Installation und Projektionsarbeit einer sich verändernden digitalen Lebensform. Die Arbeit .HYP ist der Versuch die Grenzen zwischen digitalem Leben und der analogen Welt zusammenzubringen. Dafür habe ich das Programm .HYP entwickelt, welches sich in seiner Funktionsweise und Verhalten an der Welt der Pilze orientiert. Die Idee war es, eine Lebensform zu entwickeln, welche sich selbststädnig verbreitet und mit Nährstoffen versorgt. Ähnlich zu einem Computervirus bedient sich das Projekt .HYP an Metaphern zu organischen Strukturen.
Wie das Programm sich auf einem Endgerät ausbreitet ist nur bedingt auf dem Computer ersichtlich. In der Installation sieht man lediglich bunte Muster und Formen, dessen Inhalt auf Datein basiert, welche die Besucher*innen der Installation über einen QR-Code bereitstellen können. Das Erscheinungsbild von .HYP, welches man in einem abgedunkelten Raum betrachten kann, ändert sich über die Zeit und basierend auf dem Material, welches dem Programm von Besucher*innen dargeboten wird.
.HYP is a multisensory installation and diploma project from the Karlsruhe University of Arts and Design. It explores the boundaries between digital life and the analog world through a custom developed program that mimics the biological behavior of fungal mycelium.
The digital organism functioning close to a computer virus, the software infiltrates file systems to survive. Named after fungal cells (hyphae), the project consists of specialized sub-programs:
discovery.HYP: Scouts folder structures for expansion.
collector.HYP: Consumes files, extracting saturated pixels from images as "nutrients."
safe.HYP & mainRoot.HYP: Store energy and coordinate the growth of a digital "fruiting body."
The installation is an immersive experience within a darkened room. The floor is covered in bark mulch and wood, simulating a forest floor complete with the scent of pine and woodland sounds. A powerful top-down projection visualizes the digital fungus. Visitors can interact by uploading their own files via QR code; .HYP "digests" this data, transforming it into ever-evolving, colorful patterns projected onto the organic ground.
"GOTTALISTEN", kurz für „Grab One Terrene Thought And Let It Slide To Eternal Nothingness”, beschäftigt sich mit der Zeit der Oktoberrevolution in Russland im Jahr 1917. Die Klebeband-Leinwände nehmen Bezug auf den Künstler Kasimir Malewitsch, der während dieser Epoche in Russland lebte. Zudem setzt Claus sich mit dem russischen Religionsphilosoph, Priester, Mathematiker und Kunstwissenschaftler Pavel Florenskij auseinander.
Beschreibung (en)
"GOTTALISTEN", short for "Grab One Terrene Thought And Let It Slide To Eternal Nothingness", deals with the time of the October Revolution in Russia in 1917. The tape canvases refer to the artist Kasimir Malewitsch, who lived in Russia during this era. Claus also deals with the Russian religious philosopher, priest, mathematician and art historian Pavel Florenskij.
The project was born in response to the passing of an unaccompanied homeless individual in 2018, a person without known family or friends. Her death was cataloged—reduced to data archived in newsrooms and on digital servers. Yet, if this data remains untouched, and her memory fades into obscurity, does her existence persist? She lingers and remains unseen—a paradoxical state of both presence and absence. Within the digital void, she exists as a spectral trace, haunting the silence, waiting to be rediscovered, forever closed in on herself.
Such is the nature of ghosts—the living create them. We resurrect the departed in our own ways, through rituals, texts, and the intangible recipes of memory. We read, we create, we consume, and through this, we invite the dead to inhabit us once more. This project is an assemblage of fragments—an exploration of the processes through which we become haunted by the past.
Jeder Mensch träumt, manche Träume sind lebendig und bildhaft, andere abstrakt und symbolisch. Träume sind flüchtig und unwiederholbar; sie aufzuschreiben ist bereits eine Interpretation. Obwohl zutiefst persönlich, teilen wir bestimmte Traumphänomene universell, jeder erlebt sie auf seine eigene Weise. Ich habe Traumerfahrungen in interaktive Objekte übersetzt und versucht, sie zu rufen, zu greifen und zu erwecken. Das Ergebnis war eine 90 qm große interaktive Ausstellung, die sieben Traumthemen aus wissenschaftlichen Phänomenen und persönlichen Erfahrungen widerspiegelte: zwei der häufigsten Traumarten, Alptraum und Lusttraum; zwei wissenschaftliche Erkenntnisse, die Schwierigkeit des Gehirns, im Schlaf Gesichter und Figuren zu erkennen, sowie die Unfähigkeit, Muster in geschriebener Schrift zu lesen; und drei persönliche Faszinationen, das Ritual des Einschlafens und Aufwachens sowie das Träumen als Reise in fantastische Welten.
Die Ausstellung entfaltete sich in einem Raum, dessen Decke in Dunkelheit verschwand, seine Grenzen ungewiss, ein liminaler Ort irgendwo zwischen Raum und Leere.
Der Eingang war dem Einschlafen gewidmet und recreierte ein persönliches Ritual, das ich seit meiner Kindheit pflege: ich stelle mir vor, von einer goldenen Kugel umhüllt zu sein, die mich vor negativen Gedanken und Stress schützt. Die Besucher betraten den Raum durch einen mehrlagigen goldenen Vorhang, in dem ein Lautsprecher eine Aufnahme von langsamem, tiefer werdendem Atem abspielte und sie einlud, innezuhalten und ihrem eigenen Atem zu lauschen.
Da wir im Schlaf in konstantem Hautkontakt mit Textilien sind, wurde Stoff zum primären Medium der interaktiven Skulpturen im Herzen des Raumes. Drei Matratzen, jede in eine meiner typischen Schlafpositionen geschnitten, dienten als Sockel für die Objekte. Jedes war durch Berührung aktivierbar; das Hinlegen löste eine individuelle Lichtreaktion aus. Farbige Lichtanimationen durchzogen den Raum, ihr Farbenspiel ließ bestimmte Elemente hervortreten, während andere zurückwichen oder gänzlich im Dunkel verschwanden.
Der Alptraum schöpft aus der Mythologie der Mare, einem bösen Geist, der sich auf die Brust von Schlafenden setzt und Atemnot und Schrecken verursacht. Eine 11 kg schwere Gewichtsdecke mit einem gestrickten Bezug gab dieser uralten Präsenz körperliche Form und drückte auf den Körper jedes Besuchers, der sich darunter legte. Ihre Oberfläche trug ein Muster, das einer meiner frühesten Alptraumeierungen entstammt, inspiriert von einem Kugelfisch; wenn jemand sich hinlegte, ließ eine Animation das Muster pulsieren wie das Nervengift eines Kugelfisches.
Eine zweite Skulptur erkundete den Lusttraum: überdimensionale Zungen aus buntem Kunstleder erstreckten sich über die Matratze, und das Hinlegen dämpfte das umliegende Licht. Wenn die Zungen umschlungen oder berührt wurden, flüsterten sie suggestive Klanglandschaften.
Das dritte Objekt war ein wattierter Schlafsack aus irisierendem Stoff, dessen Oberfläche mit Skizzen und Zeichnungen aus meinem Traumtagebuch bestickt war, unmittelbar nach dem Aufwachen festgehalten über mehrere Jahre. Die Stickereien ziehen sich in das gepolsterte Material, tauchen auf und verschwinden darin, und unter UV-Licht leuchten die verschiedenen Fäden auf und scheinen von innen heraus zu glühen. Der Schlafsack war zudem mit einem eigens entwickelten Duft versehen, der meine persönliche Vorstellung von Reise und fernen Welten beschwört.
Eine eigens gestaltete Schrift führte die Besucher durch den Raum, entwickelt aus Jahren des Schreibens in meinem Traumtagebuch, teils in vollständiger Dunkelheit, auf der Suche nach der größtmöglichen Annäherung an das Gefühl, im Traum zu schreiben. Reich an Ligaturen und getragen vom Rhythmus dieser nächtlichen Praxis. In den wachen Bereichen der Ausstellung war sie lesbar, wurde aber im Inneren der Installation durch einen zweiten, verzerrten Schnitt zunehmend unleserlich, ohne je den Charakter einer Handschrift zu verlieren. Dies verwies auf die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Mustererkennungsregionen des Gehirns, zuständig sowohl für das Lesen von Schrift als auch für das Erkennen von Gesichtern und Figuren, im Schlaf inaktiv sind.
Zwei Performer*innen verkörperten die fließenden, gestaltwandelnden Figuren, denen wir im Traum begegnen, verborgen unter mehrlagigen, transluzenten Kostümen, deren Silhouetten sich im wechselnden Licht verschoben. Ihre Gesichter blieben unerkennbar, ihre Erscheinung auf prägnante Kleidungsstücke und Körpermerkmale reduziert, während sie Besucher zu den Objekten führten oder diese selbst aktivierten.
So wie der Eingang das Einschlafen spiegelte, recreierte der Ausgang das Aufwachen. Zwei weiße Vorhänge, bedruckt mit einem Cyanotypie-Fotogramm in der genauen Größe meines Schlafzimmerfensters, hingen in diesem liminalen Raum. Das Licht, das durch den Spalt zwischen ihnen fiel, erinnerte an die ersten Sonnenstrahlen, die mich jeden Morgen wecken, und verkörperte einen Neuanfang in den Tag.
Everyone dreams, some dreams are vivid and lifelike, others abstract and symbolic. Dreams are fleeting and unrepeatable; even writing them down is already an interpretation. While deeply personal, certain dream phenomena are universally shared, each experienced in one's own unique way. I translated dream experiences into interactive objects, attempting to call, grasp and awaken them. The result was a 90 sqm interactive exhibition reflecting seven dream themes drawn from both scientific phenomena and personal experience: two addressing the most common dream types, nightmare and pleasure dreaming; two drawing on scientific research, the brain's difficulty recognising faces and figures during sleep, and its inability to read patterns in written text; and three rooted in personal fascination, the rituals of falling asleep and waking, and dreaming as a passage to fantastical worlds.
The exhibition unfolded within a space whose ceiling dissolved into darkness, its boundaries uncertain, a liminal somewhere between room and void.
The entrance was dedicated to falling asleep, recreating a personal ritual I have maintained since childhood: imagining myself enveloped in a golden sphere, shielding me from negative thoughts and stress. Visitors entered through a layered golden curtain, where an embedded speaker played a recording of slow, deepening breathing, encouraging them to pause and attend to their own breath.
Since we are in constant skin contact with textiles during sleep, fabric became the primary medium for the interactive sculptures at the heart of the space. Three mattresses, each cut to mirror one of my typical sleeping positions, served as the bases for the objects. Each was touch-activated, lying down triggered its own individual lighting response. Coloured light animations moved through the space, their interplay of colour drawing certain elements forward while allowing others to recede or dissolve from view entirely.
The nightmare draws on the mythology of the mare, an evil spirit believed to sit on the chests of sleepers, causing breathlessness and dread. A 11 kg weighted blanket with a knitted cover gave this ancient presence physical form, pressing down on the body of anyone who lay beneath it. Its surface carried a pattern born from one of my earliest nightmare memories, inspired by a puffer fish; when a visitor lay down, an animation caused the pattern to pulsate like the neurotoxin of a puffer.
A second sculpture explored pleasure dreaming: oversized tongues of colourful faux leather extended across the mattress, and lying down dimmed the surrounding light. When the tongues were embraced or laid upon, they whispered suggestive soundscapes.
The third object was a quilted sleeping bag sewn from iridescent fabric, its surface embroidered with sketches and drawings taken from my dream journal, recorded immediately upon waking over several years. The embroidery pulls into the padded material, emerging and submerging within it, and under UV light the different threads flare up and seem to glow from within. The bag was also scented with a custom fragrance evoking my personal idea of travel and distant worlds.
A custom typeface guided visitors through the space, developed from years of writing in my dream journal, at times in complete darkness, reaching for the closest approximation of what it might feel like to write inside a dream. Rich in ligatures and carrying the rhythm of that nocturnal practice. It was legible in the waking areas of the exhibition but rendered increasingly illegible within the installation through a second, distorted cut, without ever losing the character of handwriting. This referenced the scientific finding that the brain's pattern-recognition regions, responsible both for reading written text and for identifying faces and figures, are inactive during sleep.
Two performers embodied the fluid, shape-shifting figures that populate our dreams, concealed beneath layered, translucent costumes that shifted their silhouettes in changing light. Their faces remained unrecognisable, their forms reduced to distinctive garments and bodily features, as they guided visitors toward the objects or activated them independently.
As the entrance mirrored falling asleep, the exit recreated waking. Two white curtains, printed with a custom cyanotype photogram the exact size of my bedroom window, hung within this liminal space. The light spilling through the gap between them recalled the first rays of sun that wake me each morning, embodying a new beginning to the day.
„Der Fall Marcel Broodthaers lädt den Rezipienten dazu ein, sich mit dessen Vorläufern auseinanderzusetzen. Nicht etwa, weil dort Geheimnisse aufzudecken wären – im Gegenteil, die broodthaers’schen Galionsfiguren sind in seinem Werk alle namentlich präsentiert –, sondern eher auf Grund der Tatsache, da er es wie kaum ein anderer verstanden hat, sich bestimmter Vorbilder zu bedienen, sprich, sich Teilaspekte aus deren Werken anzueignen und die darin enthaltenen Kerngedanken eigens fortzuschreiben. Dies geschieht auf eine Art und Weise, die es vermag, Hommage und Kritik zu vereinen.”
„Über zwei Doppelseiten hinweg breitet sich im Ausstellungskatalog zur Section des Figures [...] das graphisch aus, was Broodthaers als seine METHODE tituliert. Diese Blätter folgen in direktem Anschluß an das Vorwort, sie markieren den Anfang zu jenem Katalogteil, der sowohl inhaltlich, als auch formal maßgeblich vom Künstler gestaltet worden ist. Bereits die Typographie des Titelworts strahlt – in Majuskel gesetzt – eine hohe Wichtigkeit aus. Wer allerdings ausführliche Erläuterung erwartet hat, wird enttäuscht, es handelt sich vielmehr um eine anspielungsreiche Illustration als um eine schriftliche Erklärung, doch gleichwohl trägt diese Ausführung den Charakter des Manifests.”
"The case of Marcel Broodthaers invites the recipient to engage with his precursors. Not because there are secrets to be uncovered there - on the contrary, Broodthaers' figureheads are all presented by name in his work - but rather due to the fact that he understood better than almost anyone else how to make use of certain role models, i.e. to appropriate partial aspects from their works and to continue the core ideas contained therein in his own way. This is done in a way that manages to combine homage and criticism."
"Over two double-page spreads in the exhibition catalogue for Section des Figures [...] Broodthaers' METHOD is presented graphically. These pages follow directly after the preface and mark the beginning of the section of the catalogue that was designed by the artist both in terms of content and form. Even the typography of the title word - set in majuscule - radiates great importance. However, anyone expecting a detailed explanation will be disappointed; it is more of an allusive illustration than a written explanation, but this version nevertheless has the character of a manifesto."
Welche Art von unbezahlter Sorgearbeit leistest du?
Fühlst du dich dafür wertgeschätzt?
Würdest du dir mehr Hilfe von Familienmitgliedern oder Freund*innen wünschen?
Die szenische Installation „Cooking Care“ zeigt eine pflanzen gefärbte Patchwork-Tischdecke, die die Geschichten von Valeria, Susanne, Anna, Heike und Anne und deren unbezahlten Sorgearbeit über eine Woche hinweg in sich aufgesogen hat. Sie möchte die unsichtbare Arbeit sichtbar machen, investierte Zeit würdigen und sie feiern. Sie bietet eine Bühne, um ihre Stimmen zu hören, Verbindungen zu knüpfen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Ausgangspunkt dieses Projekts war ein Abendessen mit fünf Frauen, die in verschiedenen Bereichen der unbezahlten Sorgearbeit tätig sind. An diesem Abend war das Kochen eine gemeinsame Aufgabe, die es allen ermöglichte, nicht nur den Prozess und das gemeinsame Essen zu genießen, sondern auch sich umeinder zu sorgen. Es wurde eine Reihe von vorbereiteten Fragen gestellt, um einen Raum für den Austausch von Geschichten, Zweifeln und Erfahrungen zu schaffen.
Darüber hinaus wurden die Teilnehmer ermutigt, die Stunden unbezahlter Sorgearbeit, die sie in den nächsten sieben Tagen leisteten, zu dokumentieren; sie sollten konkrete Zahlen auf Papier bringen, um die Stunden sowohl für sich selbst als auch für andere sichtbar zu machen. Sie wurden auch gebeten, die psychische Belastung zu dokumentieren, die sie in dieser Zeit erfahren haben. Anschließend wurden die dokumentierten Stunden unterschiedlicher Sorgearbeit und die entsprechende psychische Belastung in eine abstrakte Infografik – in Form einer Tischdecke – übersetzt.
Die Tischdecke besteht aus mehreren gleich großen Quadraten, die jeweils eine Stunde unbezahlter Pflegearbeit repräsentieren, die von diesen fünf Frauen im Laufe der sieben Tagen dokumentiert wurde. Die einzelnen Stoffstücke wurden mit essbaren, saisonalen und lokal beschafften Pflanzen gefärbt, von denen viele selbst gesammelt wurden. Sie wurden vorbehandelt und 24 bis 48 Stunden lang im Färbebad gekocht. Da es sich bei den Stoffen um gebrauchte Haushaltstextilien handelt, hat jedes Stück seine eigene Geschichte und variiert in seiner Fähigkeit, Farbe zu absorbieren. Daher war der Färbeprozess experimentell und variierte, was jedes Mal zu einem einzigartigen Ergebnis führte. Außerdem trug der unterschiedliche Wuchs der zum Färben verwendeten Pflanzen zur Vielfalt der Ergebnisse bei.
Jede gefärbte Farbnuance steht für eine andere Art von Pflegearbeit. Bei hoher psychischer Belastung wurden die Quadrate mit zusätzlichem Stoff durch die Quilting Technik verdickt. Die so entstandene Tischdecke dient somit als künstlerische Abstraktion der unbezahlten Sorgearbeit, die ihre Sichtbarkeit erhöhen soll.
What kind of unpaid care work are you doing?
Do you feel appreciated for it?
Would you like to have more help from family members or friends?
The spatial installation 'Cooking Care' shows a plant-dyed patchwork tablecloth soaked in the stories of Valeria, Susanne, Anna, Heike und Anne and their unpaid care-workload of one week. It aims to reach visibility, to celebrate, and appreciate the time and effort put into that work, and to give their voices a stage to be heard, connected and empowered.
The starting point of this project was a dinner with five women who engage in different fields of unpaid care work. That evening, cooking was a shared task, allowing everyone to not only enjoy the process and feasting together but also to care for each other. A set of premeditated question was asked to create a space to share stories, doubts, and experiences.
Furthermore, the participants were encouraged to document the hours of unpaid care work they performed over the next seven days; to provide actual numbers on paper, making it visible both to themselves and to others. They were also asked to document the mental load they experienced during this time. Then, the documented hours of different care work and the according mental load were translated into an abstract infographic in the form of a tablecloth.
The tablecloth consists of multiple squares of identical size each representing one hour of unpaid care work as documented by these five women over the course of seven days. The individual fabric pieces have been dyed using edible, seasonal, and locally-sourced plants, many of which were self-collected. They were pre-treated and cooked in the dye bath for 24 to 48 hours. Since the fabric consists of second hand household textiles, each piece carries its own history and varies in its ability to absorb dye. Thus, the dyeing process was experimental and varied with each batch, resulting in a unique outcome every time. The different growth of the plants used for dyeing added to the variety.
Each dyed color shade stands for a different type of care work. When there was a high mental load reported, squares were also thickened with additional fabric by the quilting technique. The resulting tablecloth thus serves as an artistic abstraction of the unpaid care work that aims to increase its visibility.
In der Magisterarbeit „all the good girls go to hell – Zur Widerständigkeit in der Figur der Hexe“ untersucht Louisa Raspé den Begriff der Hexe und die in der Figur existierende Ambivalenz. Ausgehend von der Unterscheidung von der „Hexe“ als negative Fremdbezeichnung und der »Hexe« als positive Selbstbezeichnung, sowie der damit zusammenhängenden Machtaspekte, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage nach Subjektkonstruktionen und den Subjekten der Geschichtsschreibung im Gegensatz zu Erzählungen. Es geht um die Hexe als Figur der Übergänge und Grenzüberschreitungen, sowie ihren Beitrag zu gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umbrüchen im westeuropäischen Kontext. In dieser Arbeit geht es darum eine kritische Perspektive auf die Konstruktion von Subjekt, Geschlecht und Macht einzunehmen und stellt zugleich die Frage, wie sich Widerständigkeit im Spannungsfeld zwischen Stigma und Empowerment ausdrücken lässt.
Der Begriff Otaku bezeichnet eine Person, die eine tiefe, spezialisierte und anhaltende Begeisterung für ein bestimmtes Thema besitzt, die sich häufig durch umfangreiches Wissen, emotionale Bindung und aktive Beschäftigung damit auszeichnet.
In der heutigen Gesellschaft wird es zunehmend schwieriger, unsere reine Begeisterung mit anderen zu teilen. Menschen neigen dazu, soziale Gruppen auf der Grundlage kultureller Geschmäcker zu bilden, und dieses Phänomen hat sich im Zeitalter von Web 2.0 durch Mechanismen wie Filterblasen weiter verstärkt.
Durch das Projekt „Luv What You Luv“ möchte ich zeigen, was ich liebe, und gleichzeitig hören, was andere lieben. Das Projekt besteht hauptsächlich aus einem Magazin, das zwei Ausgaben in einem Band vereint. Die erste Ausgabe, [Girls], zeigt, was ich persönlich liebe. Die zweite Ausgabe, [Otaku], untersucht die Otaku-Fankultur genauer und enthält drei Interviews sowie sechs Gastbeiträge, die hervorheben, wofür andere Menschen eine besondere Leidenschaft haben.
Darüber hinaus umfasst das Projekt einen Fragebogen, der untersucht, was Leser:innen und Besucher:innen der Ausstellung lieben, sowie ein Otaku Presentation Video, in dem Teilnehmende ihre eigenen Leidenschaften und Interessen vorstellen.
Durch dieses Magazin und die dazugehörigen Inhalte hoffe ich, dass Menschen die Freude daran erleben können, das zu teilen, was sie lieben, und durch diese gemeinsamen Ausdrucksformen von Begeisterung lose soziale Verbindungen entstehen.
The term otaku refers to a person who has deep, specialized, and sustained enthusiasm for a particular subject, often characterized by extensive knowledge, emotional attachment, and active engagement.
In contemporary society, it is becoming increasingly difficult to share our pure enthusiasm with others. People tend to form social groups based on cultural taste, and this phenomenon has intensified in the Web 2.0 era through mechanisms such as filter bubbles.
Through the “Luv What You Luv” project, I aim to present what I love while also listening to what others love. The project mainly consists of a magazine composed of two issues in a single book. The first issue, [Girls], presents what I personally love. The second issue, [Otaku], explores otaku fandom culture in depth, featuring three interviews and six contributed essays that highlight what others are passionately devoted to.
In addition, the project includes a questionnaire that explores what readers and exhibition visitors love, as well as an Otaku Presentation Video, in which participants present their own passions and interests.
Through this magazine and its accompanying contents, I hope that people can experience the joy of sharing what they love and form weak social bonds through these shared expressions of enthusiasm.