Die Aktion und Performance "Auch meine Zunge, die ich rausstrecke, ist rot"
Die drei Personen in roten Trainingskostümen sind Scream Queens*. Sie tragen jeweils ein rotes Objekt aus Keramik, welches wie ein Megafon die Stimme verstärkt. Der Fokus der Aktion und Performance liegt auf dem Schreien. Wenn Flinta* Personen schreien, gelten sie als überemotional, hysterisch oder nervig. Mit ihren Körpern und Stimmen weihen die drei Performer*innen den “Mount Klotz” ein.
Sie praktizieren Schreien als eine Erholungsmaßnahme. Was ist Erholung? Welche Formen kann Erholung annehmen?
"Ich möchte manchmal schreien, traue es mich aber nicht. Ich hab auch nie gelernt zu schreien. Irgendwann habe ich es VERlernt. Als Baby hab ich bestimmt viel geschrien. Als weiblich sozialisiert sollen wir nicht laut sein oder laut lachen, sonst sind wir störrisch oder dramatisch. Schreien wird häufig als Kreischen verstanden und eine hohe Stimme zu haben ist süß. Ich habe verlernt, richtig laut zu sein. Jetzt wird geschrien."
Der “Mount Klotz” wird zu “Mount Scream” und ist ein Ort, an dem geschrien, gekreischt und gebrüllt wird.
*Scream Queens sind professionelle Filmschreierinnen der 1930er Jahre in Hollywood
Er bezeichnete professionelle Filmschreierinnen, technisch versiert und körperlich gefordert, die durch ihre Stimme ganze Spannungsbögen trugen. Gleichzeitig verfestigte die Figur stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit als überemotional, passiv und verletzlich. Aus feministischer Perspektive ist sie bis heute ein ambivalentes Symbol: zwischen performativer Stärke und popkulturellem Klischee.
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen.
Die Aktion und Performance “Auch meine Zunge, die ich rausstrecke, ist rot (AT)” ist Teil der Diplomarbeit “Well, don’t you do wellness (AT)” von Jaya Demmer.
Du siehst gerade eine Aktion und Performance mit drei Performer*innen. Die drei Personen in roten Trainingskostümen sind Scream Queens*. Sie tragen jeweils ein rotes Objekt aus Keramik, welches wie ein Megafon die Stimme verstärkt. Der Fokus der Aktion und Performance liegt auf dem Schreien. Wenn Flinta* Personen schreien, gelten sie als überemotional, hysterisch oder nervig. Mit ihren Körpern und Stimmen weihen die drei Performer*innen den “Mount Klotz” ein.
Sie praktizieren Schreien als eine Erholungsmaßnahme. Was ist Erholung? Welche Formen kann Erholung annehmen?
"Ich möchte manchmal schreien, traue es mich aber nicht. Ich hab auch nie gelernt zu schreien. Irgendwann habe ich es VERlernt. Als Baby hab ich bestimmt viel geschrien. Als weiblich sozialisiert sollen wir nicht laut sein oder laut lachen, sonst sind wir störrisch oder dramatisch. Schreien wird häufig als Kreischen verstanden und eine hohe Stimme zu haben ist süß. Ich habe verlernt, richtig laut zu sein. Jetzt wird geschrien."
Der “Mount Klotz” wird zu “Mount Scream” und ist ein Ort, an dem geschrien, gekreischt und gebrüllt wird.
*Scream Queens sind professionelle Filmschreierinnen der 1930er Jahre in Hollywood
Er bezeichnete professionelle Filmschreierinnen, technisch versiert und körperlich gefordert, die durch ihre Stimme ganze Spannungsbögen trugen. Gleichzeitig verfestigte die Figur stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit als überemotional, passiv und verletzlich. Aus feministischer Perspektive ist sie bis heute ein ambivalentes Symbol: zwischen performativer Stärke und popkulturellem Klischee.
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen.
Installationsausschnitt bei Arbeitslicht. Gespannte, lange Gazebahnen, die am Boden befestigt sind. Dahinter Podeste, eingehüllt in gebleichte Sitzkissen.
Alternativ-Text (en)
Installation cut-out with working light. Taut, long lengths of gauze fabrics fixed to the floor. Behind them, pedestals wrapped in bleached seat cushions.
Obszön, nerdy und aus Japan: Anime im Fernsehen zu schauen galt in vielen Haushalten in Deutschland als verrufen. Diese Rezeption von Anime entspricht zugleich den exotisierenden Stereotypen, die der (vorgeblich gesittete) Westen auf Japan projiziert. In ihrer Diplomarbeit nutzt Miki Feller Anime als Medium, um über anti-asiatischen Rassismus zu sprechen. Entstanden sind drei Videoarbeiten, die sie in ihrer Ausstellung „Versuche zu überschreiben“ gezeigt hat. Jedes Video erzählt eine eigene Geschichte, die in Karlsruhe spielt, unter anderem am Bahnhof, am Zoo und am Schloss. Es sind Versuche, eine vorherrschend weiße Umgebung zu beschreiben, sich dazu zu positionieren und davon zu distanzieren.
Die Videos wurden in Zusammenarbeit mit folgenden Personen realisiert und ausgestellt: „Versuche zu überschreiben“ mit Max Mandery (Dramaturgische Beratung), Bruno Jacoby (Grafik), Leia Walz (Ausstellungsgestaltung), Jaya Demmer (Textil), Johannes Thimm und Lina Determann (Rampe) / „Auf dem Weg zum Bahnhof“ mit Bruno Jacoby (Grafik) / „Prolog: Im Zoo“ mit Sophia Stadler (Storyboard, Schnitt & Fotos) / „Germania Girl – Konzert im Schloss!“ mit Max Mandery (Dramaturgische Beratung), Bruno Jacoby (Grafik), Yun-Wen Liu (Fotos & Farbkorrektur), Vanessa Bosch (Musik), Ricarda Fischer (Musik & Sounddesign), Meret Bhend und Paulina Mimberg (Farbkorrektur), Luise Peschko (Dialog Editing) sowie Nele Faust, Alejandra Janus, Melanie Berner, Rita Andrulyte, Nini Lü, Jörg Stegmann, Laura Haak und Josefine Scheu (Stimmen).
Obscene, nerdy, and from Japan: In many German households, it was forbidden to watch anime on television. This perception of anime mirrors the exoticizing stereotypes projected onto Japan by the (allegedly civilized) West. In her diploma project, Miki Feller addresses anti-Asian racism in Germany by using anime as the medium. She created three video works and showcased them in the exhibition “Versuche zu überschreiben.” Each video tells a story set in Karlsruhe, for example, at the train station, the zoo, and the castle. These videos serve as attempts to describe a predominantly white environment, to position oneself in relation to it, and to distance oneself from it.
The videos were created and presented in collaboration with the following people: "Versuche zu überschreiben" with Max Mandery (dramaturgical consultation), Bruno Jacoby (graphics), Leia Walz (exhibition design), Jaya Demmer (textile), Johannes Thimm and Lina Determann (ramp) / "Auf dem Weg zum Bahnhof" with Bruno Jacoby (graphics) / "Prolog: Im Zoo" with Sophia Stadler (storyboard, editing & photos) / "Germania Girl - Konzert im Schloss!" with Max Mandery (dramaturgical consultation), Bruno Jacoby (graphics), Yun-Wen Liu (photos & color grading), Vanessa Bosch (music), Ricarda Fischer (music & sound design), Meret Bhend and Paulina Mimberg (color grading), Luise Peschko (dialog editing) as well as Nele Faust, Alejandra Janus, Melanie Berner, Rita Andrulyte, Nini Lü, Jörg Stegmann, Laura Haak, and Josefine Scheu (voice acting).
Das Video "Auf dem Weg zum Bahnhof" handelt von einer Person, die durch die Straßen der Karlsruher Südstadt spaziert und unterwegs immer jünger wird. Sie erreicht den Bahnhofsplatz, an dem sie – nun als Kind - auf etwas oder jemanden wartet, bevor sie wieder umkehrt. Das Video basiert auf einem Text, in dem die Erzählerin sich selbst beschreibt, wie sie zum Bahnhof läuft.
"Auf dem Weg zum Bahnhof" wurde im Rahmen der Ausstellung "Versuche zu überschreiben" gezeigt.
Medien-Beschreibung (en)
The video "Auf dem Weg zum Bahnhof" depicts a person strolling through the streets of the southern district of Karlsruhe, gradually becoming younger along the way. She arrives at the square in front of the station - now as a child - and waits for something or someone before turning back. The video is based on a text in which the narrator describes to herself how she walks to the station.
"Auf dem Weg zum Bahnhof" was shown as part of the exhibition "Versuche zu überschreiben."