„Immer wieder beschäftigten sich in den letzten Jahren Ausstellungen mit explizit politischer Kunst. Kunst, politische Kunst, künstlerischer Aktivismus und politischer Aktivismus entwickelten sich in der Wahrnehmung der BetrachterInnen zu einem Knoten, dessen künstlerische Wirkmacht im formalen institutionellen Rahmen auf der Strecke blieb.”
„Dort, wo Altes durch Neues herausgefordert wird. Dort, wo Kunst und Theater auf das alltägliche und das politische Leben treffen. Nicht umsonst forderten Künstler wiederholt die Annäherung von Kunst und Leben. Denn dort, wo beides aufeinander prallt, findet Auseinandersetzung statt. Dabei ist es nicht wichtig, was Kunst genau ist und wo sie anfängt oder aufhört. Relevant ist, dass Brüche geschaffen werden im reibungslosen Ablauf eines problematischen Systems. Es geht um eine Fraktur der Erwartung, um eine Unterbrechung des Gewohnten. Diese Strategie der Unterbrechung ist interessant für die vorliegende Arbeit.”
Beschreibung (en)
‘In recent years, exhibitions have repeatedly focussed on explicitly political art. In the perception of viewers, art, political art, artistic activism and political activism have developed into a knot whose artistic impact has fallen by the wayside within the formal institutional framework.’
‘Where the old is challenged by the new. Where art and theatre meet everyday and political life. It is not for nothing that artists have repeatedly called for the convergence of art and life. Because where the two collide, confrontation takes place. It is not important what exactly art is and where it begins or ends. What is relevant is that breaks are created in the smooth running of a problematic system. It is about a fracture of expectation, an interruption of the familiar. This strategy of interruption is interesting for the present work.’
Welche Möglichkeiten gibt es, unsere Umgebung, das Leben in unseren ruderalen Ökosystemen auf und wie kann man diese Erfahrungen festhalten?
Gemeinsam mit dem ZKM bot das BioDesignLab einen Workshop zum Thema die "Kritische Zone sehen und riechen" an. Nach dem Aufsammeln von weggeworfenen Gegenständen, Pflanzen und Pilzen in der Stadt verwandelten die Teilnehmer das Ungesehene und Vergessene in Artefakte, die mit Gedanken und Erinnerungen aufgeladen waren. Durch Ultraschallextraktion wurden die ätherischen Öle, die Gerüche und die Farben der gesammelten Gegenstände zu Düften, die von diesen sensorischen Begegnungen erzählen.
Beschreibung (en)
What possibilities are there to explore our surroundings, the life in our ruderal ecologies in a
sensory way and how to capture these experiences?
Together with the ZKM the BioDesignLab offered a workshop about „Seeing and smelling the Critical Zone“. After picking up discarded objects, plants and fungi around the city the participants turned the unseen and forgotten into artifacts, charged with thoughts and memories. Using ultrasonic extraction, the essential oils, the smells and the colors of the collections became fragrances narrating these sensorial encounters.
In ärztlichen Praxen sind häufig künstlerische Objekte ausgestellt. Anders als im Museum ist die Begegnung mit diesen Objekten jedoch eher selten der Anlass für den Besuch der medizinischen Einrichtung. Die beiläufige Betrachtung der Kunstwerke ist vielmehr ein ästhetisches Nebenprodukt des eigentlichen Anliegens der Besucher*innen. Wie und warum werden überhaupt Kunstobjekte in ärztlichen Einrichtungen präsentiert? Lässt sich diese Präsentation mit musealen Ausstellungen vergleichen? Diesen Fragen wird in dieser Magisterarbeit nachgegangen und mittels Feldforschung und museumskritischer Einordnung begegnet.
Die Arbeit entstand im Seminar Frameworks of Fiction in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim. Ausgangspunkt des Seminars war die kritische Auseinandersetzung mit der Sammlung der Kunsthalle Mannheim, insbesondere mit historischen Gemälden und den Bildkonstruktionen, die sie repräsentieren. Die Studierenden konnten frei ein Werk aus der Sammlung als Ausgangspunkt ihrer eigenen künstlerischen Arbeit wählen. Thematisiert wurden unter anderem Die Erschießung Kaiser Maximilians, Der türkische Frauenraub sowie Anselm Feuerbachs Hafis an der Schenke, das den Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet.
Ausgehend von Feuerbachs Hafis an der Schenke werden die kolonialen Bildpolitiken und hierarchischen Konstruktionen des Gemäldes dekonstruiert.
Figuren, die im Original gesichtslos bleiben oder lediglich als Staffage erscheinen, erhalten Individualität, ein Gesicht und Handlungsmacht.
Durch ihre neue Anordnung entstehen Beziehungen, die von Empathie, Zärtlichkeit und gegenseitiger Fürsorge geprägt sind. Die zentrale Stellung des persischen Dichters Hafis wird zugunsten eines kollektiven Gefüges aufgelöst.
Gleichzeitig richtet sich die Arbeit gegen die Vorstellung des Künstlers als herausragendes Einzelgenie, das losgelöst von seiner Gemeinschaft schöpft. Dieser Idee wird ein Verständnis künstlerischer Praxis gegenübergestellt, das Gemeinschaft, gegenseitiges Zuhören, Fürsorge und Zusammenarbeit als Grundlage kreativen Handelns begreift. Künstlerisches Schaffen erscheint nicht als isolierter Akt, sondern als Ergebnis sozialer Beziehungen und gemeinschaftlicher Prozesse.
Die Rauminstallation besteht aus acht frei hängenden Leinentüchern, die mit verschiedenen Nähmaschinenstichen bearbeitet wurden. Mehrere Bildfragmente lösen die Figuren aus Feuerbachs ursprünglicher Komposition heraus und setzen sie in neue räumliche Beziehungen zueinander. Die hierarchische Bildordnung des Originals weicht einem offenen Geflecht aus Körpern, Blicken und Begegnungen.
Die Materialität der Installation steht bewusst im Kontrast zur Tradition der Malerei. An die Stelle der fest auf einen rechteckigen Keilrahmen gespannten Leinwand treten frei hängende Stoffbahnen, die durch ihre Beweglichkeit eine skulpturale Qualität entwickeln. Die Naht ersetzt den Pinselstrich. Während die Vorzeichnung in der Malereitradition lediglich als vorbereitender Arbeitsschritt galt, wird die Linie hier selbst zum bildgebenden Element. Als verbindende Spur zwischen den Figuren macht sie Beziehungen sichtbar und tritt an die Stelle der malerischen Geste.
Das Nähen, historisch dem Kunsthandwerk und weiblich konnotierten Tätigkeiten zugeordnet, wird als eigenständiges künstlerisches Medium eingesetzt. Die Naht verbindet nicht nur Stoff, sondern auch Körper, Figuren und Bildräume und führt damit das zentrale Motiv des Verbindens auf materieller Ebene fort.
The work was created in the seminar Frameworks of Fiction in collaboration with the Kunsthalle Mannheim. The seminar's starting point was a critical examination of the Kunsthalle Mannheim's collection, particularly its historical paintings and the image constructions they represent. Students were free to choose a work from the collection as the starting point for their own artistic work. Among the works addressed were The Execution of Emperor Maximilian, The Turkish Abduction of Women and Anselm Feuerbach's Hafiz at the Tavern, which forms the starting point of this work.
Taking Feuerbach's Hafiz at the Tavern as its point of departure, the work deconstructs the painting's colonial image politics and hierarchical constructions. Figures who remain faceless in the original or appear merely as staffage are given individuality, a face and agency. Their new arrangement creates relationships marked by empathy, tenderness and mutual care. The central position of the Persian poet Hafiz is dissolved in favor of a collective structure.
At the same time the work pushes back against the idea of the artist as an exceptional individual genius creating in isolation from their community. Against this idea it sets an understanding of artistic practice that grounds creative action in community, mutual listening, care and collaboration. Artistic creation appears not as an isolated act but as the result of social relationships and collective processes.
The spatial installation consists of eight freely hanging linen cloths worked with various sewing machine stitches. Several image fragments extract the figures from Feuerbach's original composition and place them in new spatial relationships to one another. The hierarchical pictorial order of the original gives way to an open web of bodies, gazes and encounters.
The materiality of the installation deliberately contrasts with the tradition of painting. In place of canvas stretched tightly over a rectangular frame are freely hanging lengths of fabric whose mobility gives them a sculptural quality. The seam replaces the brushstroke. While the preliminary sketch was traditionally seen merely as a preparatory step in painting, here the line itself becomes an image making element. As a connecting trace between the figures it makes relationships visible and takes the place of the painterly gesture.
Sewing, historically associated with craft and with work coded as feminine, is employed here as an independent artistic medium. The seam joins not only fabric but also bodies, figures and pictorial spaces, carrying the central motif of connection forward onto the material level.
"Leaving on a High Note" ist eine Reflexion über Schönheit und das Medium Buch. Die Arbeit bringt vielfältiges visuelles Material, von gescannten Fotografien und Kunstwerken über handgezeichnete Textilmuster bis hin zu in Auftrag gegebenen künstlerischen Beiträgen, zusammen. Als eine Art poetisches Moodboard geht das Projekt der Frage nach, wie sich Atmosphäre, Schönheit und visuelle Intuition durch Kuration im Zusammenspiel mit materiellen Entscheidungen formen lassen. Das Papier wurde akribisch gewählt, um die Betrachtung um eine haptische Ebene zu erweitern. Die Bindung durch den Rücken des Hardcovers verweist auf den konzeptuellen, redaktionellen und praktischen Prozess, der zum finalen Objekt geführt hat. Das Buch enthält künstlerische Beiträge von Alva Bücking sowie Zeichnungen von Charlotte Singer.
"Leaving on a High Note" wurde im Rahmen einer Ausstellung gezeigt, die die Stimmung des Buches in den Raum übertrug. Die Soirée fand am 17. Dezember 2025 im ZKM Pavillon in Karlsruhe statt und umfasste eine Installation und eine Chorperformance. Der Chor wurde von Leonie Inga Klopstock geleitet und mit von Anton Schüler designten Krägen ausgestattet.
"Leaving on a High Note" is a reflection on beauty as well as on bookmaking. It is a collection of diverse visual material ranging from scanned photography and artworks to hand-drawn textile patterns and commissioned artistic contributions. It functions as a poetic moodboard, exploring how atmosphere, beauty and visual intuition can be shaped through curation and material decisions. The paper was chosen meticulously in order to introduce a refined tactile experience to the act of viewing. The work is bound with thread punched through the hardcover spine, referencing the conceptual, editorial and practical process that led to the final object. The book includes commissioned work by Alva Bücking as well as drawings by Charlotte Singer.
"Leaving on a High Note" was shown in an exhibition that translated the book’s mood into the space. The soirée took place at the ZKM Pavillon in Karlsruhe on December 17, 2025 and featured an installation alongside a choir performance. The choir was conducted by Leonie Inga Klopstock and outfitted with collars by Anton Schüler.
Das Lehrprogramm umfasste eine Reihe von zweitägigen Veranstaltungen, die jeweils eine Exkursion, ein Kolloquium und einen praktischen Workshop kombinierten. Diese Zusammenkünfte wurden zu Orten, an denen sich Wissen aus verschiedenen Bereichen kreuzte, Materialien mit den Orten und Gemeinschaften in Verbindung gebracht wurden, aus denen sie stammten, und Studierende mit Fachleuten zusammenkamen, die sowohl konzeptionelle Reflexion als auch praktische Experimente anleiten konnten. Durch die Zusammenführung lokaler und internationaler Stimmen förderte das Programm eine Kultur des gleichberechtigten Austauschs.
Am ersten Tag lag der Schwerpunkt auf der Erkundung. Die Teilnehmenden besuchten lokale Quellen für nachhaltige Materialien, beobachteten natürliche Kreisläufe und führten erste Experimente wie Faserextraktion, Verbundstoffbildung oder die Kultivierung von Biomaterialien durch. Die Kolloquien boten dann Raum, um Erkenntnisse aus den Exkursionen auszutauschen und sie in breitere Diskussionen über Biodesign und »Bioregioning«, neuen Materialismus oder »more than human« Narrative einzuordnen. Diese Sitzungen, die an der HfG Karlsruhe stattfanden und öffentlich online gestreamt wurden, öffneten den Austausch für ein breiteres Publikum und verknüpften Perspektiven von Studierenden, Praktizierenden und Forschenden miteinander.
Am zweiten Tag verlagerte sich der Schwerpunkt auf das Machen. Unter Anleitung von eingeladenen Praktizierenden verarbeiteten die Studierenden die während der Exkursionen gesammelten Materialien und arbeiteten direkt damit. In dieser Phase standen der Aufbau von Wissen und Fähigkeiten im Vordergrund, wobei gezeigt wurde, wie theoretische Forschung und ökologische Reflexion in die Praxis umgesetzt werden können. Durch die Auseinandersetzung mit den Materialien durch Berühren, Experimentieren und Iteration entdeckten die Studierenden sowohl das Potenzial als auch die Grenzen der lokalen Ressourcen – Erkenntnisse, die in die eigene unabhängige Praxis einfließen können.
The education programme unfolded through a series of two-day events, each combining a field trip, a colloquium, and a hands-on workshop. These gatherings became spaces where knowledge from different domains intersected, linking materials to the locations and communities from which they emerged, while connecting students with practitioners who could guide both conceptual reflection and practical experimentation. By bringing together local and international voices, the programme cultivated a culture of equal exchange.
The first day centred on exploration. Participants visited local sources of sustainable materials, observed natural cycles, and engaged in early experiments such as fibre extraction, composite formation, or cultivating biomaterials. The colloquia then provided space to share insights from the excursions, situating them within broader discussions on biodesign and bioregioning, new materialism, or more-than-human narratives. Hosted at the HfG Karlsruhe and publicly streamed online, these sessions opened the exchange to a wider audience while weaving together perspectives from students, makers, and researchers.
The second day shifted the focus to making. Guided by invited practitioners, students processed and worked directly with the materials collected during the field trips. This phase emphasised knowledge and skill-building, showing how theoretical research and ecological reflection could be translated into practice. By engaging with materials through touch, experimentation, and iteration, students discovered both the potential and the limitations of local resources, insights they can carry on into their own independent practice.
Die Diplomarbeit „LET ME SEE (c) THE SUN“ setzt sich mit Sprache und Kommunikation auseinander, wobei das Medium Kleidung als Sprachrohr von Geschichten und als Bote von Identitäten analysiert werden soll.
Die ausgestellten Arbeiten greifen visuelle Elemente von Theaterkostümen, Bühnenrequisiten und Umkleidekabinen auf, um Besucher*innen einzuladen, sich selbst als Performer*innen von Sprache und Identität wahrzunehmen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf grafischen T-Shirts, da diese oft kulturelle Assoziationen oder oberflächliche Identitäten signalisieren (z. B. Bandshirts, Arbeitskleidung). Diese bekannte Struktur wird dekonstruiert und umgebaut, um Betrachter*innen die Bewohnbarkeit von Sprache zu verdeutlichen.
Die begleitende Performance beschäftigt sich mit der Mehrdeutigkeit von Sprache, die stets von persönlicher Interpretation abhängt. Wörter und Texte sind untrennbar mit ihrem Kontext sowie der Art und Weise verbunden, wie und wo sie erscheinen. In den Text-/Textil-Konstruktionen werden Wörter zu Requisiten, die Bedeutungen – sowohl offensichtlich als auch schwer fassbar – tragen und durch das Medium der Requisite von anderen „bewohnt“ werden können.
The diploma project “LET ME SEE (c) THE SUN” deals with language and communication, analyzing the medium of clothing as a mouthpiece for stories and as a messenger of identities.
The exhibited works take up visual elements of theater costumes, stage props and dressing rooms to invite visitors to perceive themselves as performers of language and identity. A particular focus is placed on graphic T-shirts, as these often signal cultural associations or superficial identities (e.g. band shirts, work clothes). This familiar structure is deconstructed and rebuilt to show viewers the habitability of language.
The accompanying performance deals with the ambiguity of language, which always depends on personal interpretation. Words and texts are inextricably linked to their context and how and where they appear. In the text/textile constructions, words become props that carry meanings - both obvious and elusive - and can be “inhabited” by others through the medium of the prop.
Mein Diplomprojekt mit dem Titel „LETTERS OF DISSENT“ hatte zum Ziel, praktische und zugängliche Mittel des nächtlichen Protests zu erforschen. Dieses Projekt, das sich mit der Wechselbeziehung von Geschichtenerzählen und Punk-Einflüssen befasst, soll durch künstlerische Intervention ein Schlaglicht auf soziale und politische Themen werfen. Es handelt sich um selbst geschriebene Erzählungen, die in einer auf optimale Lesbarkeit ausgelegten Schriftart verfasst sind. Die Einfachheit der verwendeten Technik sorgt für Tragbarkeit und Zugänglichkeit. Das Engagement der Gemeinschaft ist integraler Bestandteil des Werks, das sowohl als Lasercut- als auch als 3D-Druckversion vorliegt und als Open-Source-Initiative zur Verfügung gestellt wird. Die Gesamtästhetik ist von auffallender Helligkeit geprägt und schafft eine visuell beeindruckende und deutlich wahrnehmbare Präsenz. Neben der Hauptdiplomarbeit ist es erforderlich, neuere Arbeiten in einer Ausstellung zu präsentieren, in der sorgfältig ausgewählte Projekte vorgestellt werden. In dem Bemühen, das Ausstellungsdesign auf das übergreifende Thema des Diplomprojekts abzustimmen, zielte der Designansatz darauf ab, wesentliche Prinzipien wie Zugänglichkeit, Abfallminimierung und eine ephemere Pop-up-Sensibilität zu verkörpern.
My diploma project titled "LETTERS OF DISSENT," aimed to explore practical and approachable means of protesting during the nighttime. Delving into the interrelation of storytelling and punk influence, this project seeks to cast a spotlight on social and political subjects through artistic intervention. It involves self-written narratives, utilising a font designed for optimal readability. The simplicity of the technique employed ensures portability and accessibility. Community engagement is integral, using both a lasercut and 3D-print version of the work, which is made available as an open-source initiative. The overall aesthetic is marked by striking brightness, creating a visually impactful and overtly noticeable presence. In addition to the primary diploma project, it is required to showcase recent works in an exhibition, featuring carefully chosen projects. In an effort to align the exhibition design with the overarching theme of the diploma project, the design approach aimed to encapsulate essential principles such as accessibility, waste minimisation, and an ephemeral, pop-up sensibility.
„Wir sind zunehmend wasserundurchlässig geworden: gedanklich abgeschottet von den subtilen und vielfältigen Beziehungen zu Flüssen, auch wenn diese weiterhin unsere Körper, Gedanken, Lieder und Geschichten durchströmen. Flüsse fließen durch die Menschen ebenso sicher wie durch Orte.“
Dieses Zitat stammt aus Robert Macfarlanes Buch "Sind Flüsse Lebewesen?" und bildet den Einstieg in mein Diplomprojekt, „Like Sediment in a Slow Current“. Ausgehend von der Rheinbegradigung am Oberrhein untersuche ich die verzerrte Beziehung zwischen uns Menschen, Wasser und anderen Wasserkörpern. Das Projekt sammelt und kuratiert verschiedene Texte und Bilder aus Bereichen der Kunst, Biologie, Geologie und Philosophie und versucht, sich folgenden Fragen zu nähern:
Wie sind wir mit Flüssen verbunden? Wie sah der Rhein vor der Begradigung aus? Welche Folgen hat eine Begradigung für einen Fluss? Ist es möglich, einen Fluss als juristische Person anzusehen? Wie sind wir mit anderen Wasserkörpern verbunden? Was definiert einen Wasserkörper? Wie kann ich mich kritisch mit einem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzen?
“We have become increasingly waterproofed: conceptually sealed against subtle and various relations with rivers, even as they continue to irrigate our bodies, thoughts, songs and stories. Rivers run through people as surely as they run through places.”
This quote from Robert Macfarlane’s book „Is a River Alive?“ serves as the point of entry to my diploma project, „Like Sediment in a Slow Current“. Taking the straightening of the Upper Rhine as my starting point, I explore the distorted relationship between us humans, water, and other bodies of water. The project collects and curates various texts and images from the fields of art, biology, geology, and philosophy and attempts to address questions like:
How are we connected to rivers? What did the Rhine look like before it was straightened? What are the consequences of straightening a river? Is it possible to view a river as a legal entity? How are we connected to other bodies of water? What defines a body of water? How can I critically engage with a place and its history?