Obwohl die Medienkunst in der zeitgenössischen Kultur zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist sie in institutionellen Sammlungen immer noch unterrepräsentiert. Die schnelle technologische Entwicklung von Hard- und Software sowie geplante Obsoleszenz stellen die Konservierung vor große Herausforderungen. Seit den 1960er Jahren hat sich die westliche Kunst von objektbasierten hin zu performativen und prozessorientierten Formen gewandelt. Dies wurde von einem Paradigmenwechsel in der Konservierungstheorie begleitet, in der Konzepte und Subjekt stärker gewichtet werden als Materialität und Objekt. Museen und der Kunstmarkt haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Sammelpraktiken entsprechend anzupassen. In dieser Arbeit werden die Herausforderungen der Integration von Medienkunst in institutionelle Kontexte untersucht und der Bedarf an theoretischen und praktischen Anpassungen betont. Ziel ist es, Strategien zur nachhaltigen Einbindung technologisch vermittelter Kunstwerke in Sammlungen und das kulturelle Gedächtnis zu entwickeln. Im Fokus steht dabei das ZKM in Karlsruhe als führende Institution der Medienkunstkonservierung. Auf Basis interdisziplinärer Forschung und Interviews werden zentrale Themen wie Interaktivität, Variabilität, Authentizität, Zeitlichkeit und der Wandel des Kunstobjekts analysiert.
Media art, despite its growing prominence in contemporary culture, remains underrepresented in institutional collections. Rapid technological obsolescence—affecting both hardware and software—poses major challenges for preservation. Since the 1960s, Western art has shifted from object-based works toward performative and process-oriented practices, paralleled by changes in conservation theory that prioritize concepts and subject over object and materiality. However, museums and the art market have struggled to adapt their collecting practices to these developments. This thesis examines the challenges of integrating media art into institutional contexts, emphasizing the need for conceptual and theoretical shifts in both museum practices and art theory. It aims to describe the strategies for incorporating technologically mediated artworks into collections and cultural memory. The study focuses on the ZKM (Center for Art and Media) in Karlsruhe, a leading institution in media art preservation. Through analysis of its frameworks and interdisciplinary research including interviews, the thesis explores key themes like interactivity, variability, authenticity, temporality, and the evolving nature of the art object.
Kunstpublikationen und Multiples (Auflagenobjekte) der 1960er Jahren weisen strukturelle und konzeptuelle Parallelen auf, die in dieser Arbeit als Ausdruck selbstorganisierter künstlerischer Praxis zu verstehen sind. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem etablierten Kunstsystem entstanden in dieser Zeit alternative Formate der Produktion und Distribution, die auf Vervielfältigung, Partizipation und Autonomie basierten. Anhand exemplarischer Fallbeispiele, darunter die intermedialen Publikationsobjekte dokumentation b, die Edition Et, die Zeitschriften spirale und rot sowie die Multiples der Edition MAT und die serienobjekte der Gruppe X, wird gezeigt, wie sich die entsprechenden Werkformen als kuratorische, serielle und partizipative Medien positionieren lassen. Die Arbeit kontextualisiert diese Formate sowohl medienästhetisch als auch kulturpolitisch und versteht sie als materielle Strategien der Selbstorganisation. Sie argumentiert, dass Kunstpublikationen und Multiples nicht nur als Ausdruck einer alternativen Öffentlichkeit fungierten, sondern mit ihnen auch frühe Modelle einer dezentralen künstlerischen Infrastruktur entwickelt wurden. Diese Betrachtung ermöglicht eine genealogische Neubewertung des Multiples, indem sie sich vom etablierten, auf Marcel Duchamp fixierten Diskursrahmen löst und eine weiter gefasste Perspektive eröffnet.
Art publications and multiples from the 1960s share structural and conceptual parallels that can be understood in this work as expressions of self-organized artistic practice. Based on a critical examination of the established art system, alternative formats of production and distribution emerged during this period that were based on reproduction, participation, and autonomy. Using exemplary case studies, including the intermedia publication objects dokumentation b, Edition Et, the magazines spirale and rot, the multiples of Edition MAT, and the serial objects of Gruppe X, this work shows how the corresponding forms of work can be positioned as curatorial, serial, and participatory media. The work contextualizes these formats both in terms of media aesthetics and cultural politics and understands them as material strategies of self-organization. It argues that art publications and multiples not only functioned as expressions of an alternative public sphere, but also served to develop early models of a decentralized artistic infrastructure. This perspective enables a genealogical reassessment of the multiple by breaking away from the established discourse framework centered on Marcel Duchamp and opening up a broader perspective.
Meine künstlerische Arbeit untersucht Metall als Material und Sprache im Kontext von Bergbau, Familie und Stadtgeschichte. Ausgehend von Fotografie, Archiven und industriellen Überresten erforsche ich, wie Rohstoffe Städte, Körper und Zeit prägen und sich zwischen Infrastruktur, Erinnerung und Ruine transformieren.
Beschreibung (en)
My artistic practice explores metal as both a material and a language within the context of mining, family, and urban history. Drawing on photography, archives, and industrial remnants, I investigate how raw materials shape cities, bodies, and time, and how they transform across the spectrum of infrastructure, memory, and ruin.
6 große Bilder je 900 x 1400 mm, 8 kleine Bilder je 210 x 297 mm, 4 Kupferpalette, 3 davon je 210 x 297 mm, 1 420 x 594 mm, 4 Ständer je 70 bis 100 cm hoch.
Unter dem Einfluss von Hitze offenbart Stahl eine unbekannte Seite. Wolkenartige Farbmuster entstehen auf seiner Oberfläche und widersetzen sich materialgebundenen Definitionen. Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Schwerem und Leichtem sowie Fragen der Komplexität.
Beschreibung (en)
Under the influence of heat, steel reveals an unknown side. Cloudlike patterns of color emerge on its surface, resisting materialbound definitions. The work explores the relationship between the heavy and the light, as well as questions of complexity.
Die multimediale Installation mit dem Titel "KFZ-MechatronikerInnen" besteht aus einem barrierefrei gestaltetem Raum, welcher durch Hohl- und Theaterwände zum Leben erweckt wird. In ihr sind fünf Objektinstallationen und eine Videoinstallation zu erkunden. Das Projekt beschäftigt sich thematisch mit Frauen in der KFZ-Mechatronik, ihrer Leidenschaft für Technik und ihrem Lebensstil. Dabei werden neben ihrer Begeisterung für Kraftfahrzeuge auch Themen von Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz und in der Szene thematisiert.
Beschreibung (en)
The multimedia installation entitled “KFZ-MechatronikerInnen” (Automotive Mechatronics Technicians) consists of a barrier-free room that is brought to life by hollow and theater walls. Inside, there are five object installations and a video installation to explore. The project deals with the theme of women in automotive mechatronics, their passion for technology, and their lifestyle. In addition to their enthusiasm for motor vehicles, topics such as discrimination and sexism in the workplace and in the scene are also addressed.
Pink Elephant ist eine textile Skulptur, die im Rahmen der Sprint Residency im Studio Hö der Hoepfner Stiftung entstanden ist. Das Werk übersetzt das Sprichwort „Seeing Pink Elephants“ in den Raum – eine Redewendung für Halluzinationen, die normalerweise durch schweren Alkoholentzug oder alkoholische Halluzinose verursacht werden und einen Zustand des Deliriums darstellen, in dem der Geist bizarre Bilder wie leuchtend rosa Elefanten erzeugt. Damit spielt die Arbeit auf den Kontext an, in dem sie präsentiert wird, nämlich die Kunststiftung einer Brauerei.
Beschreibung (en)
Pink Elephant is a textile sculpture created as part of the Sprint Residency at Studio Hö of the Hoepfner Foundation. The work translates the saying “seeing pink elephants” into space, an idiom for hallucinations, usually caused by severe alcohol withdrawal or alcoholic hallucinosis, representing a state of delirium where the mind fabricates bizarre sights like bright pink elephants. The work thus alludes to the context for which it was originally made and presented, the art foundation of a brewery.
Tauben gehören zu den alltäglichsten Tieren unseres urbanen Lebens. In allen Städten Deutschlands sieht man sie täglich in Gassen, auf Plätzen, Dächern und Geländern. Während meiner Recherche stieß ich sogar im Stadtarchiv Karlsruhe auf zahlreiche taubenbezogene Bilder, Texte und Dokumente.
Obwohl sie wie wir in der Stadt leben, werden Tauben oft übersehen, verachtet oder gar misshandelt. Man nennt sie manchmal „fliegende Staubsauger“, weil sie Essensreste vom Boden aufpicken, oder „fliegende Ratten“, da sie als Krankheitsüberträger gelten.
Doch als ich begann, mich intensiver mit der Geschichte der Tauben zu beschäftigen, entdeckte ich eine ganz andere Seite: Früher waren sie verlässliche Boten in der Kommunikation. Auf Reisen und in kolonialen Unternehmungen nahm man Tauben mit, als Begleiter und Nachrichtenübermittler. Mit der Ausbreitung globaler Mobilität verbreiteten sich auch Tauben weltweit. Heute benötigen wir sie durch den Fortschritt der Technik nicht mehr und begegnen ihnen mit Ablehnung, wie die allgegenwärtigen Taubenabwehrspitzen an Gebäuden zeigen.
In meinen Fotografien verwende ich die Taube auf humorvolle und absurde Weise als Symbol, um ihre komplexe Beziehung zum Menschen zu thematisieren und zugleich meine eigene Identitätsfrage zu reflektieren. Mal trägt sie Anzug, mal wirkt sie einsam und verloren. Ist es ein Mensch mit Taubenmaske oder eine Taube, die versucht, ein Mensch zu sein?
Pigeons are perhaps the most familiar animals in our everyday urban life. In every city across Germany, you can spot them in alleys, on rooftops, in squares, always present, always overlooked. During my research, I even found numerous images, texts, and records related to pigeons in the city archive of Karlsruhe.
Despite being fellow residents of our cities, pigeons are often ignored, despised, or mistreated. They’re sometimes called “flying vacuum cleaners” for picking up crumbs from the ground, or “flying rats” due to their association with disease.
But when I started to explore their history more deeply, I discovered another side of them: pigeons were once trusted messengers. People used them for communication, especially during travel or colonial expansion, and they became companions on long journeys. As globalization advanced, pigeons spread across the world. Today, we no longer rely on them, yet we go to great lengths to drive them away, visible in the anti-pigeon spikes found on buildings everywhere.
In my photographs, I use the pigeon’s form as a symbol in a playful and absurd way, capturing its complex identity through staged, theatrical compositions. At times it wears a suit; at others, it seems lonely or melancholic. Is it a person in a pigeon mask or a pigeon pretending to be human?
Stuckmarmor ist eine historische Stucktechnik des 16. und 17. Jahrhunderts aus Italien, die für ihre Marmorimitation bekannt ist. Dabei wurden Gips, Wasser, Pigmente und tierischer Leim gemischt, um marmorähnliche Oberflächen zu schaffen.
"Fake it till you make it" ist eine Erkundung dieses traditionellen Handwerks. Ziel ist es, die alte Kunst der Marmorimitation wiederzubeleben und ihre ästhetischen Werte in der heutigen Welt zu präsentieren. Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit der Frage, was "echt" und was "unecht" ist, und untersucht die Rolle der Inszenierung. Inspiriert von den drei Teilen einer Säule (Basis, Schaft, Kapitell) habe ich drei Objekte entwickelt, die als Einzelstücke im Raum zu finden sind. Alle drei Objekte sind aus Holz gefertigt, zwei davon durch ein Stahlgerüst stabilisiert. Die Unterkonstruktion wurde dann mit Streckmetall verkleidet, verputzt und diente schließlich als Untergrund für den Stuckmarmor. Ein Making-of-Video zeigt die Herstellung des Stuckmarmors. Jedes der Objekte ist auf eine andere Art und Weise verkleidet, um die Konstruktion nicht immer zu verbergen, sondern sie vielmehr zu enthüllen, ganz nach dem Motto "fake it till you make it".
Stucco marble is a historic plasterwork technique originating from 16th and 17th-century Italy, celebrated for its imitation of marble. This involved blending gypsum plaster, water, pigments, and animal glue to create marble-like surfaces.
„fake it till you make it“ is an exploration of this traditional craft of stucco marble. The aim is to revive the ancient art of imitating marble and to present its aesthetic values in today‘s world. In addition, the project will address the question of what is „real“ and what is „fake“ and examine the role of staging. Inspired by the three parts of a column (base, shaft, capital) I have developed three objects that can be found as individual pieces in the room. All three objects are made of wood, two of them stabilized by a steel framework. Ribbed expanded metal lath was then stapled onto the wood and plastered, serving as the base for the stucco marble. A making of video shows the production of the stucco marble. Each of the objects is covered in a different way, intended not to always conceal the construction but rather to reveal it, embodying the spirit of „fake it till you make it.“
Midnight Zone ist eine Performance über die Tiefsee, jenen Raum, in den kein Sonnenlicht mehr dringt. In dieser absolut dunklen und hohem Druck ausgesetzten Umgebung verschieben sich unsere Wahrnehmungen von Zeit, Körper und Orientierung.
In einem Raum, der das eigene Körpergefühl verschwimmen lässt, durchziehen Fischlaute, Maschinengeräusche und ferne Erdbeben die verschiedenen atmosphärischen Bedingungen des größten Lebensraums der Erde. Performerinnen bewegen sich wie fremde Wesen, zugleich Teil der Natur und Spiegel menschlicher Eingriffe. Mit jeder Bewegung beeinflussen die Besucher*innen das Netz aus Klang, Schatten und Choreografie und werden selbst Teil des Ökosystems, das sie beobachten.
Midnight Zone macht das fragile System der Tiefsee sinnlich erfahrbar: Dort, wo das Leben möglicherweise begann, wo Zeit anders fließt und Prozesse Jahrhunderte dauern können, ist der menschliche Einfluss zunehmend spürbar. Die Arbeit lässt Traum und Realität, Mensch und Natur, Oberfläche und Tiefe ineinander übergehen. Sie lädt dazu ein, lineare Zeitvorstellungen hinter sich zu lassen und alternative Rhythmen zu erspüren. Rhythmen, die im Einklang mit planetarischen Zyklen stehen und dem beschleunigten Takt des Anthropozäns etwas entgegensetzen.
Midnight Zone is a performance about the deep sea, that realm into which no sunlight can penetrate. In this environment of absolute darkness and immense pressure, our perceptions of time, body, and orientation begin to shift.
In a space where one’s sense of the body starts to blur, fish sounds, mechanical noises, and distant earthquakes move through the atmospheric layers of the largest habitat on Earth. The performers move like unfamiliar beings, at once part of nature and a reflection of human impact. With every movement, the visitors influence the network of sound, shadow, and choreography, becoming part of the very ecosystem they are observing.
Midnight Zone makes the fragile system of the deep sea sensually perceptible: a place where life may have begun, where time flows differently and processes can take centuries, and where human presence is increasingly noticeable. The work allows dream and reality, human and nature, surface and depth to merge. It invites the audience to let go of linear notions of time and attune themselves to alternative rhythms, rhythms aligned with planetary cycles, offering a counterpoint to the accelerated tempo of the Anthropocene.
In dieser interdisziplinären Arbeit wird der schleichende Prozess der Selbstkontrolle als Reaktion auf äußere Störungen untersucht. Ausgangspunkt ist die Angst, einen Fehler zu begehen, die nicht mit einem sichtbaren Eingriff beginnt, sondern sich langsam in das Bewegungsrepertoire des Körpers einschreibt, bis sie schließlich zum Stillstand führt.
Die Performance wird aus mehreren Perspektiven gefilmt. Diese Aufnahmen aus verschiedenen Blickachsen eines überwachenden Apparats, werden in der Installation projiziert.
Beschreibung (en)
This interdisciplinary work examines the creeping process of self-control as a response to external disturbances. The starting point is the fear of making a mistake, which does not begin with a visible intervention, but slowly inscribes itself into the body's repertoire of movements until it finally leads to a standstill.
The performance is filmed from several perspectives. These recordings from different viewing angles of a surveillance device are projected in the installation.
In ärztlichen Praxen sind häufig künstlerische Objekte ausgestellt. Anders als im Museum ist die Begegnung mit diesen Objekten jedoch eher selten der Anlass für den Besuch der medizinischen Einrichtung. Die beiläufige Betrachtung der Kunstwerke ist vielmehr ein ästhetisches Nebenprodukt des eigentlichen Anliegens der Besucher*innen. Wie und warum werden überhaupt Kunstobjekte in ärztlichen Einrichtungen präsentiert? Lässt sich diese Präsentation mit musealen Ausstellungen vergleichen? Diesen Fragen wird in dieser Magisterarbeit nachgegangen und mittels Feldforschung und museumskritischer Einordnung begegnet.
Jeder Mensch träumt, manche Träume sind lebendig und bildhaft, andere abstrakt und symbolisch. Träume sind flüchtig und unwiederholbar; sie aufzuschreiben ist bereits eine Interpretation. Obwohl zutiefst persönlich, teilen wir bestimmte Traumphänomene universell, jeder erlebt sie auf seine eigene Weise. Ich habe Traumerfahrungen in interaktive Objekte übersetzt und versucht, sie zu rufen, zu greifen und zu erwecken. Das Ergebnis war eine 90 qm große interaktive Ausstellung, die sieben Traumthemen aus wissenschaftlichen Phänomenen und persönlichen Erfahrungen widerspiegelte: zwei der häufigsten Traumarten, Alptraum und Lusttraum; zwei wissenschaftliche Erkenntnisse, die Schwierigkeit des Gehirns, im Schlaf Gesichter und Figuren zu erkennen, sowie die Unfähigkeit, Muster in geschriebener Schrift zu lesen; und drei persönliche Faszinationen, das Ritual des Einschlafens und Aufwachens sowie das Träumen als Reise in fantastische Welten.
Die Ausstellung entfaltete sich in einem Raum, dessen Decke in Dunkelheit verschwand, seine Grenzen ungewiss, ein liminaler Ort irgendwo zwischen Raum und Leere.
Der Eingang war dem Einschlafen gewidmet und recreierte ein persönliches Ritual, das ich seit meiner Kindheit pflege: ich stelle mir vor, von einer goldenen Kugel umhüllt zu sein, die mich vor negativen Gedanken und Stress schützt. Die Besucher betraten den Raum durch einen mehrlagigen goldenen Vorhang, in dem ein Lautsprecher eine Aufnahme von langsamem, tiefer werdendem Atem abspielte und sie einlud, innezuhalten und ihrem eigenen Atem zu lauschen.
Da wir im Schlaf in konstantem Hautkontakt mit Textilien sind, wurde Stoff zum primären Medium der interaktiven Skulpturen im Herzen des Raumes. Drei Matratzen, jede in eine meiner typischen Schlafpositionen geschnitten, dienten als Sockel für die Objekte. Jedes war durch Berührung aktivierbar; das Hinlegen löste eine individuelle Lichtreaktion aus. Farbige Lichtanimationen durchzogen den Raum, ihr Farbenspiel ließ bestimmte Elemente hervortreten, während andere zurückwichen oder gänzlich im Dunkel verschwanden.
Der Alptraum schöpft aus der Mythologie der Mare, einem bösen Geist, der sich auf die Brust von Schlafenden setzt und Atemnot und Schrecken verursacht. Eine 11 kg schwere Gewichtsdecke mit einem gestrickten Bezug gab dieser uralten Präsenz körperliche Form und drückte auf den Körper jedes Besuchers, der sich darunter legte. Ihre Oberfläche trug ein Muster, das einer meiner frühesten Alptraumeierungen entstammt, inspiriert von einem Kugelfisch; wenn jemand sich hinlegte, ließ eine Animation das Muster pulsieren wie das Nervengift eines Kugelfisches.
Eine zweite Skulptur erkundete den Lusttraum: überdimensionale Zungen aus buntem Kunstleder erstreckten sich über die Matratze, und das Hinlegen dämpfte das umliegende Licht. Wenn die Zungen umschlungen oder berührt wurden, flüsterten sie suggestive Klanglandschaften.
Das dritte Objekt war ein wattierter Schlafsack aus irisierendem Stoff, dessen Oberfläche mit Skizzen und Zeichnungen aus meinem Traumtagebuch bestickt war, unmittelbar nach dem Aufwachen festgehalten über mehrere Jahre. Die Stickereien ziehen sich in das gepolsterte Material, tauchen auf und verschwinden darin, und unter UV-Licht leuchten die verschiedenen Fäden auf und scheinen von innen heraus zu glühen. Der Schlafsack war zudem mit einem eigens entwickelten Duft versehen, der meine persönliche Vorstellung von Reise und fernen Welten beschwört.
Eine eigens gestaltete Schrift führte die Besucher durch den Raum, entwickelt aus Jahren des Schreibens in meinem Traumtagebuch, teils in vollständiger Dunkelheit, auf der Suche nach der größtmöglichen Annäherung an das Gefühl, im Traum zu schreiben. Reich an Ligaturen und getragen vom Rhythmus dieser nächtlichen Praxis. In den wachen Bereichen der Ausstellung war sie lesbar, wurde aber im Inneren der Installation durch einen zweiten, verzerrten Schnitt zunehmend unleserlich, ohne je den Charakter einer Handschrift zu verlieren. Dies verwies auf die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Mustererkennungsregionen des Gehirns, zuständig sowohl für das Lesen von Schrift als auch für das Erkennen von Gesichtern und Figuren, im Schlaf inaktiv sind.
Zwei Performer*innen verkörperten die fließenden, gestaltwandelnden Figuren, denen wir im Traum begegnen, verborgen unter mehrlagigen, transluzenten Kostümen, deren Silhouetten sich im wechselnden Licht verschoben. Ihre Gesichter blieben unerkennbar, ihre Erscheinung auf prägnante Kleidungsstücke und Körpermerkmale reduziert, während sie Besucher zu den Objekten führten oder diese selbst aktivierten.
So wie der Eingang das Einschlafen spiegelte, recreierte der Ausgang das Aufwachen. Zwei weiße Vorhänge, bedruckt mit einem Cyanotypie-Fotogramm in der genauen Größe meines Schlafzimmerfensters, hingen in diesem liminalen Raum. Das Licht, das durch den Spalt zwischen ihnen fiel, erinnerte an die ersten Sonnenstrahlen, die mich jeden Morgen wecken, und verkörperte einen Neuanfang in den Tag.
Everyone dreams, some dreams are vivid and lifelike, others abstract and symbolic. Dreams are fleeting and unrepeatable; even writing them down is already an interpretation. While deeply personal, certain dream phenomena are universally shared, each experienced in one's own unique way. I translated dream experiences into interactive objects, attempting to call, grasp and awaken them. The result was a 90 sqm interactive exhibition reflecting seven dream themes drawn from both scientific phenomena and personal experience: two addressing the most common dream types, nightmare and pleasure dreaming; two drawing on scientific research, the brain's difficulty recognising faces and figures during sleep, and its inability to read patterns in written text; and three rooted in personal fascination, the rituals of falling asleep and waking, and dreaming as a passage to fantastical worlds.
The exhibition unfolded within a space whose ceiling dissolved into darkness, its boundaries uncertain, a liminal somewhere between room and void.
The entrance was dedicated to falling asleep, recreating a personal ritual I have maintained since childhood: imagining myself enveloped in a golden sphere, shielding me from negative thoughts and stress. Visitors entered through a layered golden curtain, where an embedded speaker played a recording of slow, deepening breathing, encouraging them to pause and attend to their own breath.
Since we are in constant skin contact with textiles during sleep, fabric became the primary medium for the interactive sculptures at the heart of the space. Three mattresses, each cut to mirror one of my typical sleeping positions, served as the bases for the objects. Each was touch-activated, lying down triggered its own individual lighting response. Coloured light animations moved through the space, their interplay of colour drawing certain elements forward while allowing others to recede or dissolve from view entirely.
The nightmare draws on the mythology of the mare, an evil spirit believed to sit on the chests of sleepers, causing breathlessness and dread. A 11 kg weighted blanket with a knitted cover gave this ancient presence physical form, pressing down on the body of anyone who lay beneath it. Its surface carried a pattern born from one of my earliest nightmare memories, inspired by a puffer fish; when a visitor lay down, an animation caused the pattern to pulsate like the neurotoxin of a puffer.
A second sculpture explored pleasure dreaming: oversized tongues of colourful faux leather extended across the mattress, and lying down dimmed the surrounding light. When the tongues were embraced or laid upon, they whispered suggestive soundscapes.
The third object was a quilted sleeping bag sewn from iridescent fabric, its surface embroidered with sketches and drawings taken from my dream journal, recorded immediately upon waking over several years. The embroidery pulls into the padded material, emerging and submerging within it, and under UV light the different threads flare up and seem to glow from within. The bag was also scented with a custom fragrance evoking my personal idea of travel and distant worlds.
A custom typeface guided visitors through the space, developed from years of writing in my dream journal, at times in complete darkness, reaching for the closest approximation of what it might feel like to write inside a dream. Rich in ligatures and carrying the rhythm of that nocturnal practice. It was legible in the waking areas of the exhibition but rendered increasingly illegible within the installation through a second, distorted cut, without ever losing the character of handwriting. This referenced the scientific finding that the brain's pattern-recognition regions, responsible both for reading written text and for identifying faces and figures, are inactive during sleep.
Two performers embodied the fluid, shape-shifting figures that populate our dreams, concealed beneath layered, translucent costumes that shifted their silhouettes in changing light. Their faces remained unrecognisable, their forms reduced to distinctive garments and bodily features, as they guided visitors toward the objects or activated them independently.
As the entrance mirrored falling asleep, the exit recreated waking. Two white curtains, printed with a custom cyanotype photogram the exact size of my bedroom window, hung within this liminal space. The light spilling through the gap between them recalled the first rays of sun that wake me each morning, embodying a new beginning to the day.