Das Zeitbild-Lab (ZBL) ist eine Förderplattform für künstlerische Filmprojekte an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Es unterstützt Studierende und Absolventinnen bei der Entwicklung, Produktion und Präsentation ihrer Arbeiten und begleitet Projekte von der Idee bis zur öffentlichen Aufführung. Das Schaufenster macht diese Förderung sichtbar: Es präsentiert Trailer und Informationen zu den vom Zeitbild-Lab unterstützten Filmen und bietet einen Überblick über die vielfältigen filmischen Positionen, die an der HfG Karlsruhe entstehen. Jedes Projekt wird mit einem Trailer, einer Kurzbeschreibung sowie Informationen zu den Filmemacherinnen vorgestellt. Die Plattform dient als digitales Archiv und als zentrale Anlaufstelle für Interessierte, Festivals und Kooperationspartner. Sie dokumentiert die kontinuierlich wachsende Sammlung geförderter Arbeiten und schafft einen einfachen Zugang zu den Projekten und ihren Autor*innen.
Bei Fragen zum Zeitbild-Lab und zu den Inhalten ist Laura Morcillo, Akademische Mitarbeiterin Medienkunst und Leiterin des Zeitbild-Lab, die Ansprechpartnerin.
Zeitbild-Lab (ZBL) is a funding platform for artistic film projects at the Karlsruhe University of Arts and Design (HfG Karlsruhe). It supports students and alumni throughout the development, production, and presentation of their work, accompanying projects from the initial idea to their public release. The Showcase makes this work accessible by presenting trailers and information on films supported by Zeitbild-Lab, offering an overview of the diverse filmmaking practices emerging at HfG Karlsruhe. Each project is featured with a trailer, a short description, and information about its filmmakers. Serving as both a digital archive and a central point of access, the platform provides visitors, festivals, and collaborators with an overview of the growing collection of funded projects while highlighting the people and ideas behind them.
For questions about the Zeitbild-Lab and its contents, please contact Laura Morcillo, Academic Staff Member in Media Art and Head of the Zeitbild-Lab.
Meine Abschlussarbeit beschäftigt sich mit dem Kreuzfahrtschiff als einer Form von Architektur, die zwei parallel voneinander laufende Wirklichkeiten konstituiert, mit eigenen Regeln, Bewegungen und sozialen Codes.
Das Schiff organisiert diese Trennung bis ins Detail. Wege, Blickrichtungen und Abläufe lenken den Körper beinahe intuitiv durch den Raum. Bestimmte Rollen erscheinen selbstverständlich: der entspannte Gast, die serviceorientierte Crew, der verborgene Bereich hinter den Kulissen, der den reibungslosen Ablauf überhaupt erst ermöglicht.
Die Installation greift die Gleichzeitigkeit über eine räumliche und akustische Situation auf.
Während im Hintergrund versucht wird, den Betrieb aufrechtzuerhalten, dringen in den öffentlichen Bereich nur Fragmente der Störung: Durchsagen, Gesprächsfetzen, Beschwerden und das Weiterlaufen eines Unterhaltungsprogramms.
Für einen kurzen Moment wird hörbar, was normalerweise hinter der Oberfläche des scheinbar mühelosen Urlaubs verschwindet. Doch Unterhaltung und Betrieb laufen auch dort nahezu ohne Unterbrechung weiter, wo Erschöpfung, Zeitdruck oder technische Störungen Teil des Systems sind.
Dabei ist die Kreuzfahrt nur ein Luxusgut unter vielen, das sich auf technische Infrastruktur, Versorgungssysteme, Reinigung und Wartung sowie Handwerker, Fachkräfte und Hilfsarbeiter aus aller Welt stützt.
Nicht die Welt eines permanent inszenierten Erlebens steht im Mittelpunkt, sondern das Sichtbarwerden einer Infrastruktur, die sonst hinter Oberfläche, Routine und Unterhaltung verschwindet.
My diploma explores the cruise ship as an architectural structure that produces two parallel realities, each governed by its own rules, movements, and social codes.
The ship organizes this separation down to the smallest detail. Pathways, sightlines, and routines guide bodies through space almost intuitively. Certain roles appear self-evident: the relaxed guest, the service-oriented crew member, and the hidden backstage areas that make the ship’s seamless operation possible in the first place.
The installation addresses this simultaneity through a spatial and acoustic setting.
While continuous efforts are made behind the scenes to keep operations running, only fragments of disruption reach the public areas: announcements, snippets of conversation, complaints, and the ongoing entertainment programme. For a brief moment, what normally disappears beneath the surface of the seemingly effortless holiday becomes audible. Yet entertainment and operations continue almost uninterrupted, even where exhaustion, time pressure, or technical failures are built into the system.
At the same time, the cruise industry is only one example of a luxury product that depends on extensive technical infrastructure, global supply chains, cleaning and maintenance services, as well as skilled and unskilled labour from around the world.
The focus is not the world of permanently staged experiences itself, but rather the visibility of an infrastructure that usually disappears behind surfaces, routines, and entertainment.
„Wir sind zunehmend wasserundurchlässig geworden: gedanklich abgeschottet von den subtilen und vielfältigen Beziehungen zu Flüssen, auch wenn diese weiterhin unsere Körper, Gedanken, Lieder und Geschichten durchströmen. Flüsse fließen durch die Menschen ebenso sicher wie durch Orte.“
Dieses Zitat stammt aus Robert Macfarlanes Buch "Sind Flüsse Lebewesen?" und bildet den Einstieg in mein Diplomprojekt, „Like Sediment in a Slow Current“. Ausgehend von der Rheinbegradigung am Oberrhein untersuche ich die verzerrte Beziehung zwischen uns Menschen, Wasser und anderen Wasserkörpern. Das Projekt sammelt und kuratiert verschiedene Texte und Bilder aus Bereichen der Kunst, Biologie, Geologie und Philosophie und versucht, sich folgenden Fragen zu nähern:
Wie sind wir mit Flüssen verbunden? Wie sah der Rhein vor der Begradigung aus? Welche Folgen hat eine Begradigung für einen Fluss? Ist es möglich, einen Fluss als juristische Person anzusehen? Wie sind wir mit anderen Wasserkörpern verbunden? Was definiert einen Wasserkörper? Wie kann ich mich kritisch mit einem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzen?
“We have become increasingly waterproofed: conceptually sealed against subtle and various relations with rivers, even as they continue to irrigate our bodies, thoughts, songs and stories. Rivers run through people as surely as they run through places.”
This quote from Robert Macfarlane’s book „Is a River Alive?“ serves as the point of entry to my diploma project, „Like Sediment in a Slow Current“. Taking the straightening of the Upper Rhine as my starting point, I explore the distorted relationship between us humans, water, and other bodies of water. The project collects and curates various texts and images from the fields of art, biology, geology, and philosophy and attempts to address questions like:
How are we connected to rivers? What did the Rhine look like before it was straightened? What are the consequences of straightening a river? Is it possible to view a river as a legal entity? How are we connected to other bodies of water? What defines a body of water? How can I critically engage with a place and its history?
Ausgehend von einem ehemaligen Militärstützpunkt untersucht die Arbeit „how (we) remember“ die Prozesse, durch die Erinnerungen materielle Gestalt annehmen. Inwieweit verkörpern Artefakte, Denkmäler und andere Objekte Erinnerungen? Was sind die zentralen Bedingungen und Voraussetzungen einer Erinnerung? Welche Rolle spielen dabei Politik, „Zeitgeist“ und die Verantwortung jedes Einzelnen?
Die Ausstellung visualisiert und reflektiert meine persönliche Perspektive auf eine Erinnerung an die militärhistorische Vergangenheit der Hornisgrinde im nördlichen Schwarzwald. Dabei setzt sich die Installation materiell mit der Flüchtigkeit und Aura menschlicher Erinnerungsprozesse auseinander und untersucht die Sichtbarkeit der Vergangenheit im öffentlichen und privaten Raum.
Beschreibung (en)
Taking a former military base as its starting point, the work “how (we) remember” explores the processes through which memories take material form. To what extent do artifacts, monuments, and other objects embody memories? What are the central conditions and requirements of a memory? What role do politics, “Zeitgeist” and each individual’s responsibility play in this?
The series of artworks visualizes and reflects my personal perspective on a memory of the Hornisgrinde’s military-historical past in the northern Black Forest. In doing so, the installation materially addresses the fleeting and auratic nature of human memory processes and examines the visibility of the past in public and private spaces.
Die durch einen räumlichen Audiowalk ergänzte Installation untersucht die Beziehung zwischen Menschen und Städten aus der Perspektive der Zeit. Sie erforscht, wie sich beide kontinuierlich verändern und wie sich die Zeitlinien von Individuen und Städten gelegentlich überschneiden, bevor sie sich wieder voneinander entfernen.
Die Ausstellung stellt zwei parallele Erzählungen gegenüber: die Veränderung einer Stadt und die persönlichen Geschichten von Menschen, die sich durch verschiedene Lebensphasen entfalten. Diese beiden Ebenen werden sowohl räumlich als auch klanglich erfahrbar.
Durch Interviews, persönliche Fotografien, Archivfotografien, Tonaufnahmen und transparente räumliche Schichten bewegt sich die Besucherin bzw. der Besucher gleichzeitig durch die Geschichte einer Stadt und den Lebensweg eines Menschen und erlebt dabei, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kontinuierlich ineinander übergehen. Matthias Mansens Holzschnittserie Potsdamer Strasse erscheint als konkretes Beispiel für diese Beziehung: Sie bewahrt einen einzelnen Moment der Begegnung zwischen einem Künstler und einer sich ständig verändernden Stadt.
The installation, complemented by a spatial audio walk. Explores the relationship between people and cities from the perspective of time.
It examines how both are constantly changing, and how the timelines of individuals and cities occasionally intersect before moving apart again. The exhibition presents two parallel narratives: the transformation of a city and the personal stories of individuals unfolding through different stages of life. These two dimensions are experienced through both space and sound. Through interviews, personal photographs, archival photographs, sound, and transparent spatial layers, visitors move simultaneously through the history of a city and the trajectory of a human life, experiencing how past, present, and future continuously merge into one another.
Matthias Mansen’s Potsdamer Strasse woodcut series serves as a concrete example of this relationship, preserving a single moment of encounter between an artist and a constantly changing city.