In dieser Arbeit setze ich mich mit unterschiedlichen Geschichtsbegriffen auseinander. Dafür dienen mir die Diskussionen um die deutsche Erinnerungskultur als Einstiegspunkt. Das Ziel ist es allerdings nicht, unmittelbar in die polarisierte Debatte einzugreifen. Stattdessen richtet sich der Fokus auf das ideologische Fundament, das verschiedenen Formen, mit der eigenen Geschichte umzugehen, zugrunde liegt. Den theoretischen roten Faden bildet das Werk "After Evil" des Philosophen Robert Meister. Darin kritisiert er die Haltung, die Vergangenheit zwar als schlimm zu verurteilen, aber gleichzeitig auch als abgetrennt von der Gegenwart zu betrachten. Herausgearbeitet werden die Argumente unter anderem anhand von Filmen von Alexander Kluge und Harun Farocki.
Beschreibung (en)
In this work, I examine different concepts of history. The discussions surrounding the German culture of remembrance serve as my starting point. However, the aim is not to intervene directly in the polarized debate. Instead, the focus is on the ideological foundations that underlie different ways of dealing with one's own history. The work “After Evil” by philosopher Robert Meister forms the theoretical leitmotif. In it, he criticizes the position of condemning the past as evil, but treating it at the same as something that is separated from the present. The arguments are elaborated on the basis of films by Alexander Kluge and Harun Farocki, among others.
Meine Arbeit zielt darauf ab, die Gefühle der heutigen chinesischen Jugend zu verstehen. Teure Wohnungen und stressige Jobs machen das Leben schwierig, besonders in überfüllten Städten, wo kaum Freizeit bleibt. Viele Menschen sehnen sich nach einem Ort der Entspannung, einem Zufluchtsort fernab vom Trubel des Stadtlebens.
Nehmen wir meinen Freund als Beispiel. Um innere Ruhe zu finden, hat er seine kleine Wohnung mit grünen Pflanzen gefüllt. Obwohl der Raum nicht groß ist, ist er seine kleine Oase. Inspiriert von einem koreanischen Gedicht über die Suche nach Trost inmitten der Menschenmengen, glaube ich, dass wir alle einen besonderen Ort brauchen – eine ruhige "Insel" inmitten des Trubels.
Wie finden wir diese innere Insel? Ich denke, das ist für jeden unterschiedlich. Vielleicht durch das Genießen von Kunst oder das Teilnehmen an einer ruhigen Teezeremonie. Für mich ist es das Drachenbauen. Das Drachenbauen ist eine kollektive Erfahrung, die Freude und Frieden bringt, ähnlich wie das Finden unseres eigenen ruhigen "Drachenwegs".
Mein Abschlussprojekt soll Menschen helfen, ihre eigene Friedensinsel zu entdecken. Ich habe einen Raum geschaffen, in dem Besucher diese Reise selbst erleben können. Wenn man eintritt, fühlt es sich an, als würde man meine Insel betreten. Das Design ist von der Ästhetik und Philosophie der chinesischen Song-Dynastie inspiriert, bekannt für ihre tiefe Verbindung zur Natur und Poesie.
In diesem Raum finden Sie eine Mischung aus realen und virtuellen Elementen – Pflanzen, Steine, Vögel und Wasser – all diese Elemente verschmelzen, um eine friedliche Umgebung zu schaffen.
Im Wesentlichen ist mein Kunstwerk sowohl ein Spiegelbild der menschlichen Suche nach innerem Frieden als auch eine Feier dieser Suche. Durch Kunst, Performance und den Kontakt mit der Natur hoffe ich, andere zu inspirieren, ihre eigene ruhige Insel inmitten des Lebenssturms zu finden.
My work aims to understand the feelings of today’s Chinese youth. Expensive apartments and stressful jobs make life challenging, especially in crowded cities where there’s little time for relaxation. Many people long for a place of peace, a sanctuary far from the hustle and bustle of city life.
Take my friend, for example. To find inner calm, he filled his small apartment with green plants. Although the space isn’t large, it has become his little oasis. Inspired by a Korean poem about seeking comfort amidst the crowds, I believe we all need a special place – a quiet “island” amid the chaos.
How do we find this inner island? I think it’s different for everyone. Perhaps it’s enjoying art or participating in a quiet tea ceremony. For me, it’s kite-making. Kite-making is a collective experience that brings joy and peace, much like finding our own serene “kite path.”
My final project is meant to help people discover their own island of peace. I created a space where visitors can experience this journey themselves. When you enter, it feels as if you’re stepping onto my island. The design is inspired by the aesthetics and philosophy of the Chinese Song Dynasty, known for its deep connection to nature and poetry.
In this space, you’ll find a blend of real and virtual elements – plants, stones, birds, and water – all merging to create a peaceful environment.
Essentially, my artwork is both a reflection of the human search for inner peace and a celebration of this quest. Through art, performance, and connection with nature, I hope to inspire others to find their own quiet island amid the storm of life.
„Jede Generation hat ein eigenen Zugang zu der ästhetischen Erfahrung, und für die des 21. Jahrhunderts stellt das Computerspiel ein zentrales Initiationsmedium hierzu dar. Es scheint sich im allgemeinen Bewusstsein mehr und mehr die Überzeugung durchzusetzen, dass Computerspiele als Leitmedium des 21. Jahrhunderts die Rolle des Films und des Kinos als Leitmedien des 20. Jahrhunderts übernehmen. Nicht nur sind historisch betrachtet Videospiele als Vorläufer der Medienkunst zu verstehen, sie stellen auch als zeitgenössische Phänomen zentrale Errungenschaften der Medienkunst in Form eines Massenmedium dar.”
„Das Internet hat uns gelehrt, dass wir in Systemen leben, in welchen wir arbeiten und lernen. Spiele basieren auf Systemen und in einem Spiel sich zu bewegen bedeutet, sich im System zu bewegen. In einer Zeit, in der das komplexe Funktionieren von ineinander greifenden Systemen nicht mehr durch eindimensionale Denkleistung begriffen werden kann, bieten die medialen Künste ein Denk- und Handlungsmodell an, dass nicht nur von Repräsentationen und direkten Bezügen geleitet wird, sondern ein größere Sensibilität gegenüber komplexeren Parametern und Variabilitäten anbietet.”
"Every generation has its own approach to the aesthetic experience and for those of the 21st century, the computer game represents a central initiation medium for this. There seems to be a growing conviction in the general consciousness that computer games, as the leading medium of the 21st century, are taking over the role of film and cinema as the leading media of the 20th century. Not only can video games be seen historically as precursors of media art, they also represent central achievements of media art in the form of a mass medium as a contemporary phenomenon.
"The Internet has taught us that we live in systems in which we work and learn. Games are based on systems and to move in a game means to move in the system. At a time when the complex functioning of interlocking systems can no longer be understood through one-dimensional thinking, the media arts offer a model of thought and action that is not only guided by representations and direct references, but offers a greater sensitivity to more complex parameters and variabilities."
Eine ländliche Region, ca. 1900. Die Landärztin Nerea Flores reist aus der Stadt in ein Dorf, um mit einer frühen Form einer Filmkamera Patientenfälle für ein medizinstudentisches Publikum zu dokumentieren. Der komplette Film erzählt sich ausschließlich aus dem Rohmaterial, das dabei entsteht – mitsamt Kameraein- und -ausschalten, Positionieren der Akteur*innen, Signalgebung etc.
Sie richtet eine improvisierte Praxis in einem leerstehenden Bauernhaus ein und probiert verschiedene, von schwer überwindbarer Distanz geprägte Therapiemethoden an den Personen aus – stets unter Anwesenheit der Kamera. Die Aufnahmepraxis irritiert die Patient*innen. Ein zur Kontrolle herbeigerufener Arztkollege bemängelt die Aufnahmen und befeuert eine radikalere Praxis beim Filmen, bei der ethische Fragen noch weiter in den Hintergrund treten sollen. Nerea fühlt sich in die Ecke gedrängt und innerlich zerrissen.
Schritt für Schritt löst sich unter Druck die Distanz zwischen Filmender und Gefilmtem auf. Flores bringt die Kamera schließlich auch mit in die Häuser der zu Behandelnden. Mit der Zeit empfinden die Patientinnen ihr Eingreifen als unangenehm und zu eindringlich und fliehen – um den Aufnahmeprozessen zu entgehen – ins Metaphysische. Nerea begegnet den zu Behandelnden nun in der Gestalt eines Waldstücks oder auch eines Baches. Da somit keine klassischen Therapieaufnahmen mehr möglich sind, wird das Projekt vorzeitig beendet.
A rural region, around 1900. Country doctor Nerea Flores travels from the city to a village to document patient cases for a medical student audience using an early form of a film camera. The entire film is told exclusively through the raw material produced in the process – including switching the camera on and off, positioning the actors, giving cues, etc.
She sets up an improvised practice in an abandoned farmhouse and tries out various therapy methods shaped by a difficult-to-overcome emotional distance – always in the presence of the camera. The filming practice unsettles the patients. A doctor colleague, sent in for supervision, criticizes the recordings and pushes for a more radical filming approach in which ethical concerns are further sidelined. Nerea feels cornered and conflicted.
Step by step, under pressure, the distance between the filmer and the filmed dissolves. Flores eventually brings the camera into the homes of her patients. Over time, the patients perceive her interventions as too intrusive and uncomfortable and flee – in order to escape the filming process – into the metaphysical. Nerea now encounters those to be treated in the form of a patch of forest or even a stream. As a result, no further traditional therapy recordings can be made, and the project is prematurely ended.
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht Lars von Triers Film Melancholia als filmischen Denk-
und Wahrnehmungsraum, in dem sich Subjektivität unter Bedingungen einer als „absolute
Gegenwart“ beschriebenen Gegenwartsanalyse konstituiert. Der Begriff geht auf den von Marcus
Quent herausgegebenen Sammelband Absolute Gegenwart (2016) zurück. Dieser beschreibt
gegenwärtige Erfahrungs- und Zeitstrukturen als Spannungsfeld von Beschleunigung,
Bewegungsstarre und der Erosion von Differenz, verbunden mit einem Zustand der Ohnmacht, in
dem Handlung und Denken zunehmend eingeschränkt werden. Diese Analyse bildet den
Ausgangspunkt einer Perspektive, die den Film nicht als Illustration theoretischer Modelle versteht,
sondern ihn aus seiner eigenen Wahrnehmungslogik heraus erschließen möchte.
Im Zentrum steht die Melancholie als Wahrnehmungsmodus, der nicht als klinisch-pathologische
Depression verstanden wird, sondern als Transformation eines Weltbezugs, in dem sich die
Erfahrung des Anderen in eine verschobene und intensivierte Form der Zugänglichkeit ausbildet.
Der Planet Melancholia fungiert dabei nicht als äußeres Symbol, sondern als Schwellenfigur eines
paradoxen Außen, das zugleich Welt-Außen und inneres Außen des Subjekts ist. In dieser Struktur
erscheint das Andere nicht als stabile Gegeninstanz, sondern als entziehende Bewegung, die
Wahrnehmung affiziert, entsichert und verschiebt. Die melancholische Intention steht zu diesem
Außen in einer paradoxen Relation der Annäherung durch Nicht-Aneignung bzw. der Aneignung
im Modus des Nicht-Besitzes, in der sich ein virtuelles Gefüge des Sinnlich-Unsinnlichen eröffnet,
das den Raum der Erfahrung selbst reorganisiert.
Die Arbeit verbindet psychoanalytische Perspektiven (Sigmund Freud, Jacques Lacan) und
kulturphilosophische Ansätze der Melancholie (Giorgio Agamben) mit dem Denken Gilles
Deleuzes, das die zentrale theoretische Perspektive der Arbeit bildet. Im Zentrum stehen seine
Konzeption eines Begehrens jenseits von Subjekt und Objekt sowie seine Differenzphilosophie.
Ergänzend werden zeitdiagnostische Positionen von Byung-Chul Han und Alain Badiou sowie
weitere theoretische Perspektiven, unter anderem von Mark Fisher und Judith Butler, herangezogen.
Die Analyse des Films folgt einer Struktur aus Prolog und apokalyptischem Ereignis, zwischen
denen sich ein Erfahrungs- und Psychologieraum zwischen einem ersten und einem zweiten
Untergang eröffnet. Melancholia erscheint dabei als Versuchsanordnung, in der das Ende der Welt
als prekäre Schwelle erscheint, in der Wahrnehmung, Begehren und Weltverhältnis neu konfiguriert
werden. Ziel ist eine Lesart, in der Subjektivität gerade im Entwurf ihres Verschwindens ein
Vermögen der Öffnung gegenüber Alterität gewinnt.
This master's thesis examines Lars von Trier’s Melancholia as a cinematic space of thought and
perception in which subjectivity is constituted under the conditions of a temporal diagnosis
described in contemporary German theory as the “absolute Gegenwart” (literally: “absolute
present“). The term originates in Absolute Gegenwart (2016), an edited volume by Marcus Quent.
This volume describes contemporary structures of experience and temporality as a field of tension
between acceleration, stasis, and the erosion of difference, accompanied by a state of impotence in
which action and thought are increasingly constrained. This analysis serves as the point of departure
for an approach that does not treat the film as an illustration of theoretical models, but instead seeks
to engage it on the basis of its own logic of perception.
At the center of the analysis lies melancholy as a mode of perception, not understood as a clinical
pathology, but as a transformation of one’s relation to the world, in which the experience of the
Other is transformed into a shifted and intensified form of accessibility. The planet Melancholia
does not function as a symbolic object, but as a threshold figure of a paradoxical outside that is
simultaneously external to the world and internal to the subject. Within this structure, the Other no
longer appears as a stable counterpart, but as a movement of withdrawal that affects, destabilizes,
and displaces perception. The melancholic intention stands in a paradoxical relation to this outside,
characterized by an approach through non-appropriation, or appropriation in the mode of non-
possession, within which a virtual field of the sensible and the non-sensible emerges, reorganizing
the very space of experience.
The thesis combines psychoanalytic perspectives (Sigmund Freud, Jacques Lacan) and
philosophical approaches to melancholy (Giorgio Agamben) with the thought of Gilles Deleuze,
which constitutes the central theoretical framework of the study. Particular emphasis is placed on
his conception of desire beyond subject and object and on his philosophy of difference. In addition,
contemporary diagnoses of the present by Byung-Chul Han and Alain Badiou, as well as further
theoretical contributions by authors such as Mark Fisher and Judith Butler, are incorporated.
The analysis of the film follows a structure of prologue and apocalyptic event, within which an
experiential and psychological space unfolds between a first and a second downfall. Melancholia is
thus read as an experimental arrangement in which the end of the world appears as a precarious
threshold, in which perception, desire, and world relation are reconfigured. The thesis argues that
subjectivity gains its capacity for openness toward alterity precisely in the projection of its own
disappearance.
Für das Solotheaterstück DAS KALTE HERZ wurde das 1827 veröffentlichte Märchen von Wilhelm Hauff als Vorlage für die Stückentwicklung genommen. Inhaltlich wurde der Fokus auf die gesellschaftskritischen Themen des Märchens von Leistungsgesellschaft, Streben nach Erfolg, Sehnsucht nach Anerkennung, Sicherheit und Liebe gelegt und in die heutige Zeit transferiert.
Beschreibung (en)
For the solo play DAS KALTE HERZ, the fairy tale published in 1827 by Wilhelm Hauff, published in 1827, was taken as the basis for the development of the play. In terms of content, the focus was on the fairy tale's socially critical themes of meritocracy, striving for success, longing for recognition, security and love, and transferred to the present day time.
Das ist ein Kinderspiel, not an Apple, 也就八年 ist meine erste Einzelausstellung, sowie mein Abschlussprojekt. Es ist eine tief persönliche Reflexion über meine Erfahrungen in Deutschland, die meinen künstlerischen Ansatz und mein konzeptionelles Denken maßgeblich geprägt haben. Mein Fokus auf sprachlichen Herausforderungen, kulturelle Kollisionen und die Gegenüberstellung verschiedener Welten ist in meiner Arbeit deutlich erkennbar.
Indem ich Fotografie als meine primäre Sprache nutze, konzentriere ich mich auf das alltägliche Leben, das in den Ecken der Städte verborgen ist – gesehen, aber vergessen, wie die Stuttgarter Straße in Karlsruhe. Dieses Thema wurde besonders deutlich, als ich nach der Pandemie in meine Heimatstadt zurückkehrte. Ich beobachte aufmerksam die marginalisierten Bereiche meiner Heimatstadt und die oft unsichtbaren Aspekte des täglichen Lebens meiner Familie. Diese sowohl ungewohnte als auch vertraute Perspektive vertieft sich in die Frage, wie das Leben in Deutschland meine Weltanschauung beeinflusst hat. Es betont die Komplexitäten, die aus Konflikten zwischen Sprachen und Kulturen entstehen.
Durch Fotografie, Video, Live-Performance und Publikation webe ich ein Netz aus Zeit, das Individuen, Ereignisse und Objekte aus parallelen Zeitlinien miteinander verknüpft. Jedes Fragment eingefrorener Zeit erzählt seine eigne Geschichte und präsentiert eine einzigartige Erzählung – sei es aus einer einheimischen Perspektive oder durch die Linse einer neuen Beobachtung, die durch eigne Erfahrungen in Deutschland geprägt ist.
Meine acht Jahre Leben in Deutschland scheinen in dieser acht Jahre alten Apfelkerzen eingefroren zu sein, sich entwickelnd und eine neue Form annehmend, während sie brennt und sich die Zeit ändert.
My graduation project is a deeply personal reflection on my experiences living in Germany, which have significantly shaped my artistic approach and conceptual thinking. I focus on language challenges, cultural collisions, and the juxtaposition of different worlds, all of which are evident in my work.
Using photography as my primary language, I focus on the everyday life hidden in the corners of cities – seen but forgotten, such as Stuttgarter Street in Karlsruhe. This theme became particularly pronounced upon my return to my hometown after the pandemic. I keenly observe the marginalized areas of my hometown and the neglected aspects of my family's daily life. This both unfamiliar and familiar perspective delves into how living in Germany has impacted my worldview, emphasizing the complexities arising from conflicts between languages and cultures.
Through photography, video, live performance, and publication, I weave a web of time, intertwining individuals, events, and objects from parallel timelines. Each fragment of frozen time tells its own story, presenting a unique narrative – whether as a native perspective or through the lens of a new observation shaped by my experiences in Germany.
Was bedeutet es, zu fliehen, wenn die Strömungen einen immer noch unter die Haut ziehen?
„Currents of Change“ ist eine Eigenproduktion, die ich während meines Praktikums im Studio Riso Pop in Amsterdam geschrieben, illustriert und produziert habe. Es erzählt die Geschichte eines Oktopus, der sich auf der Suche nach Freiheit verändert – ein Spiegelbild des Kampfes ums Überleben in einer unsicheren Welt.
Beschreibung (en)
What does it mean to escape, when the currents still pull you beneath your skin?
"Currents of Change" is a self-made I wrote, illustrated and produced during my internship at the studio Riso Pop in Amsterdam. It tells the story of an octopus undergoing transformation to reshape itself in search of freedom – mirroring the struggle to survive in an uncertain world.
Das Projekt „Crotto Collection“ untersucht den Raum des Badezimmers von der funktionalen Nasszelle bis zum häuslichen Refugium. Trotz ihrer Vielfalt teilen Baderäume ein zentrales, funktionales Element: die Sanitärkeramik.
Das Projekt beschäftigt sich mit den Gestaltungsmöglichkeiten durch die Übersetzung gebrannter Sanitärkeramik in ein neues Material. In Zusammenarbeit mit der Firma Geberit GmbH wird die Zusammensetzung des Materialentwurfs untersucht, auf ihre Eigenschaften geprüft und ein Gestaltungskonzept für Badezimmeraccessoires entwickelt. Basierend auf den Forschungsergebnissen wird ein Konzept entwickelt, das als Ansatz dient, keramische Abfälle innerhalb der Produktionskette einer Industrie weiter zu verwerten. Parallel zu verschiedenen Fliesenformen wird ein Zubehörset bestehend aus Spiegelhalter, Becher und Seifenschale entworfen. Darüber hinaus werden Vasen aus Toilettenformen entwickelt, als Symbol für die Ausweitung des Badezimmers in andere Wohnräume.
Beschreibung (en)
The project “Crotto Collection” examines the bathroom space from the functional wet room to the domestic refuge. Despite their variety, bathrooms all serve a common purpose. The central component of any bathroom is the sanitary ceramics.
This fact gives rise to the project, which deals with the design possibilities of translating fired sanitary ceramics into a new material. In collaboration with Geberit GmbH, material properties and usability are being investigated. Based on the research results, a design concept is developed that serves as an approach to translate ceramic waste within the production chain of an industry. Parallel to different shapes of tiles, an accessory set consisting of a mirror holder, a tumbler and a soap dish is created. In addition, vases are designed from toilet forms, as a symbol of extending the bathroom space into other living spaces.
Die Objekte sind als Set zu sehen: 1 Set beinhaltet drei Teile: Maße Set gesamt: 200mm x 200mm x 100mm. Es sind 5 Sets in jeweils einer Farbe – 5 Vasenobjekte: Maße 1 Vase: 150mm x 180mm x 300mm – Materialfliesen: 20 Stück à 40mm x 100mm x 5mm – Farbfliesen: 30 Stück à 100mm x 100mm x 8mm – Gipsformen: 8 Stück
„cool pieces” beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den menschlichen Körper und deren Hitzeanpassung. Mit einem Open-Source Gedanken präsentiert das Projekt ein Ensemble von drei tragbaren Objekten, deren Design vielfältige Facetten eines simplen Fächers aufgreift, welcher einer der zugänglichsten Methoden zur Kühlung des Körpers darstellt. Das Set umfasst einen Sonnenponcho, eine entfaltbare Kopfbedeckung sowie einen Handfächer, um eine wirksame Kühlung zu gewährleisten. Ein zentraler Gedanke bei der Entwicklung der Objekte war die Überwindung finanzieller Barrieren, um eine breite Teilhabe zu ermöglichen. Aus diesem Grund werden sämtliche Anleitungen zur unentgeltlichen Nutzung auf der Website zur Verfügung gestellt, um eine nahezu kostenfreie Herstellung zu gewährleisten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Verwendung handelsüblicher Nähmaschinen gelegt, da sie flächendeckend verfügbar sind und somit für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich ist.
Beschreibung (en)
‘cool pieces’ deals with the effects of climate change on the human body and its adaptation to heat. With an open source mindset, the project presents an ensemble of three wearable objects whose design takes on multiple facets of a simple fan, one of the most accessible ways to cool the body. The set includes a sun poncho, a deployable headgear and a hand fan for effective cooling. A central idea in the development of the items was to overcome financial barriers to enable widespread participation. For this reason, all instructions are available for free on the website to ensure that production is virtually cost-free. Special attention was paid to the use of commercially available sewing machines, as they are widely available and therefore accessible to a wide range of people.
Im Rahmen ihres Materialforschungsprojekts entwickelten Benjamin Kaltenbach, Lilith Stumpf, Felix Harr und Julia Ihls innovative Anwendungen für Chitosan – ein vielseitiges Biopolymer, das aus Chitin gewonnen wird. Chitin ist nach Cellulose das zweithäufigste natürliche Polymer und bildet die strukturelle Basis für die Schalen von Krebstieren, die Exoskelette von Insekten sowie Zellwände bestimmter Pilze.
Inspiriert von der schützenden Funktion von Chitin in der Natur übertrugen die Designer*innen die Materialeigenschaften von Chitosan in einen alltagsnahen Kontext. Der Fokus lag dabei auf den Konzepten von Gehäusen und Hüllen – Anwendungen, die Schutz und Struktur vereinen. Das Ergebnis sind eine Reihe funktionaler Prototypen, darunter ein Lampenschirm, ein Stift, transparente Dokumentenhüllen sowie eine Dokumentenmappe, die aus dem Chitosan-Komposit gefertigt wurden.
Um die gestalterischen und technischen Möglichkeiten des Materials auszuloten, wurden unterschiedliche Bearbeitungstechniken erprobt: Das Chitosan-Material wurde genäht, genietet, gebügelt, gefaltet, selbstverklebt sowie mittels CNC-Laser graviert und geschnitten. Diese experimentelle Auseinandersetzung mit Verarbeitungstechniken hebt die gestalterische Vielseitigkeit von Chitosan hervor und zeigt sein Potenzial als nachhaltige Material Alternative auf.
Durch diese gestalterische und technische sowie konzeptuelle Auseinandersetzung eröffnen die Designer*innen neue Perspektiven für Chitosan und unterstreichen sein Potenzial als nachhaltige Material Alternative.
As part of their material research project, Benjamin Kaltenbach, Lilith Stumpf, Felix Harr, and Julia Ihls developed innovative applications for chitosan – a versatile biopolymer derived from chitin. Chitin is the second most abundant natural polymer after cellulose and forms the structural basis of crustacean shells, insect exoskeletons, and the cell walls of certain fungi.
Inspired by chitin’s protective function in nature, the designers translated the material properties of chitosan into everyday applications. Their focus was on the concept of enclosures and casings – objects that combine protection and structure. The result is a series of functional prototypes, including a lampshade, a pen, transparent document sleeves, and a folder, all made from chitosan composite material.
To explore the material’s creative and technical potential, various processing techniques were tested: The chitosan material was sewn, riveted, ironed, folded, self-adhered, and engraved or cut using a CNC laser. This experimental approach highlights the versatility of chitosan and demonstrates its potential as a sustainable material alternative.
Through this design and technical exploration, the designers open up new perspectives for chitosan and emphasize its potential as an innovative, bio-based material.
Die vorliegende Abschlussarbeit „By Users for Users. Memes als digitale Folklore“ untersucht die kulturellen, technologischen und politischen Dimensionen von Internet-Memes als eine der zentralen Bildpraktiken der Gegenwart. Memes werden dabei nicht nur als humoristische Phänomene, sondern als Ausdruck einer globalen, partizipativen Bildkultur verstanden, die häufig auch als eine Form digitaler Folklore-Kultur beschrieben wird. Die Arbeit untersucht die Bedeutungsebenen dieser Begrifflichkeit und analysiert neben den technischen und ästhetischen Rahmenbedingungen von Memes ihre identitätsstiftende Funktion innerhalb digital vernetzter Gemeinschaften sowie ihre Verstrickungen mit plattformkapitalistischen Infrastrukturen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie einzelne Memes, Communitys und Plattformen durch reaktionäre Akteur:innen angeeignet und instrumentalisiert werden.
Als Fallbeispiel dient der Arbeit das sog. Wojak-Meme, eine dilettantisch erstellte Computergrafik eines melancholischen Gesichts. Wojak illustriert nicht nur die für Memes charakteristische Amateurästhetik, sondern auch, wie Memes als ‚visuelle Dialekte‘ bestimmter Communitys funktionieren und hierbei sowohl Gemeinschaft stiften als auch ausschließen können. Speziell das Wojak-Meme und seine Variationen werden durch die neurechte Alt-Right sowie durch die misogyne Incel-Community verwendet, um unter dem Deckmantel von Ironie und Humor Ideologien und Feindbilder zu erzeugen und zu verbreiten.
Genau wie der Philosoph Antonio Gramsci die Relevanz von Folklore für den frühen italienischen Faschismus beschrieb, trägt auch digitale Folklore maßgeblich zur Konstitution von Weltbildern bei und ist dabei oft wirkmächtiger als offizielle Normen und Gesetze. Was einst als eine ‚Demokratisierung der Bildproduktion‘ beschrieben wurde, ist längst zu einer Gefahr für die Demokratie geworden. Abschließend plädiert die Arbeit deshalb für eine kritische Folkloristik des Digitalen, die die Bildwelten der Partizipationskultur interdisziplinär zwischen Kunst- und Medienwissenschaften analysiert, um so deren Bildcharakter sowie die Dynamiken digitaler Infrastrukturen zu reflektieren.
The M.A. thesis "By Users for Users. Memes as Digital Folklore" examines the cultural, technological and political dimensions of Internet memes as one of the central image practices of the present day. Memes are understood not only as a humorous phenomenon, but also as an expression of a global, participatory image culture, which is often described as a form of digital folklore culture. The text examines the layers of meaning of this terminology and, in addition to the technological and aesthetic conditions of memes, analyzes their identity-forming function within digitally networked communities as well as their entanglements with platform capitalist infrastructures. A particular focus is on how individual memes, communities and platforms are appropriated and instrumentalized by reactionary actors.
The so-called Wojak meme, an amateurishly created computer graphic of a melancholy face, serves as a case study. Wojak illustrates not only the amateur aesthetics characteristic of memes, but also the function of memes as ‘visual dialects’ of certain communities which simultaneously include and exclude individuals. In particular, the Wojak meme and its variations are used by the reactionary alt-right and the misogynistic incel community to create and disseminate ideologies and enemy images under the guise of irony and humor.
Just as philosopher Antonio Gramsci described the relevance of folklore for early Italian fascism, digital folklore also contributes significantly to the constitution of world views and, often proving more powerful than official laws and values. What was once described as a ‘democratization of image production’ has long since become a threat to democracy. In its conclusion, the thesis therefore advocates for a critical folkloristics of the digital that analyzes the visual worlds of participatory culture in an interdisciplinary way between art history and media studies in order to reflect on their visual character and the dynamics of digital infrastructures.