Panel 3 (Freitag) Kill the Dr. phil? Textbasierte Praxis und (künstlerische) Forschung
Muss eine geisteswissenschaftliche Dissertation 400 Seiten lang sein? Rechtfertigt ein bestimmter Entwurf in Design oder Architektur eine Promotion? Und wenn nicht, was sagt diese Beurteilung über die Qualifikationskriterien einer schriftlichen Abschlussarbeit aus? Das Panel diskutiert die Frage, inwieweit die akademische Promotion vom Vergleich mit anderen Promotionsmodellen (insbesondere künstlerischen und praxisorientierten Promotionsmodellen) profitieren und so ihr eigenes Profil schärfen kann.
Beschreibung (en)
Panel 3 (Friday) Kill the Dr. phil? Text-based practice and (artistic) research
Does a humanities dissertation have to be 400 pages long? Does a particular design or architectural draft justify a doctorate? And if not, what does this judgement say about the qualification criteria of a written thesis? The panel will discuss the question of the extent to which the academic doctorate can benefit from comparison with other PhD models (especially artistic and practice-based PhD models) and thus sharpen its own profile.
Das Panel zielt darauf ab, Forschungsmethoden in den Geistes- und Kunstwissenschaften zu diskutieren, indem es verschiedene Ansätze zur Materialität von Medien und zur Materie in ihrer radikalen Existenz an der Schwelle zum Sichtbaren vorstellt. Darüber hinaus werden die Referenten untersuchen, wie zeitgenössische wissenschaftliche, industrielle und soziale Kulturen Materie verarbeiten, und gleichzeitig ein umfassenderes Verständnis von Materialitäten vermitteln, wobei sie häufig optische Instrumente, Codes und Labore einsetzen, um unser Weltverständnis zu erweitern.
In ihrem Vortrag wird die Wissenschaftsphilosophin Bernadette Bensaude-Vincent ihre Arbeit an einer neuen Philosophie der Chemie kommentieren. Es folgen Forschungsberichte der Künstler Susanne Kriemann und Armin Linke sowie von Tina Lorenz, Leiterin des ZKM/Hertzlab.
Beschreibung (en)
Panel 2 (Thursday) Research Matters
The panel aims to discuss research methodologies in the arts and humanities by presenting multiple approaches to the materiality of media and to matter in its radical existence at the threshold of the visible. Further, the speakers will explore the ways in which contemporary scientific, industrial and social cultures process matter while simultaneously offering broader understandings of materialities, often using ocular instruments, code and laboratories to enhance our sense of the world.
In her lecture, the philosopher of science Bernadette Bensaude-Vincent will comment on her work towards a new philosophy of chemistry. Research reports by artists Susanne Kriemann and Armin Linke as well as by Tina Lorenz, Head of ZKM/ Hertzlab follow.
Shifting Paradigms Symposium I Dinner Intervention
Name that can easily go onto 2 lines
Author that can easily go onto 2 lines as well
Titel
Shifting Paradigms Symposium I Dinner Intervention
Beschreibung (de)
Dinner Intervention (Donnerstag)
Im Rahmen des Symposiums „Shifting Paradigms“ an der HfG Karlsruhe präsentieren die Künstlerinnen und Designerinnen Marie Faass und Mona Mayer eine gemeinsame Intervention. Darin wird der Austausch theoretischer Diskurse um eine sinnlich erfahrbare Dimension erweitert. Die beiden Künstlerinnen nutzen den Akt des Essens und den Moment des gemeinsamen Erlebens und Teilens als performatives Medium.
Inwieweit beinhaltet ein möglicher Paradigmenwechsel Wechselbeziehungen zwischen intellektuellem Verständnis und körperlich-sinnlichem Lernen? Die Einladung zur Teilnahme und Interaktion eröffnet allen Symposiumsteilnehmer*innen den Raum für eine kollektive, poetische und somatische Erfahrung.
Beschreibung (en)
Dinner Intervention (Thursday)
As part of the ‘Shifting Paradigms’ symposium at the HfG Karlsruhe, artists and designers Marie Faass and Mona Mayer are presenting a joint intervention. In it, the sharing of theoretical discourses is expanded to include a dimension that can be experienced through the senses. The two artists utilise the act of eating and the moment of shared experience and sharing as a performative medium.
To what extent does a possible paradigm shift involve interrelationships between intellectual comprehension and physical-sensual learning? The invitation to participate and interact opens up the space for a collective, poetic and somatic experience for all symposium participants.
Shifting Paradigms Symposium I Dinner Intervention
Importiert am
05.01.2026
Übergeordnete Sets
1
Set enthält
0 0
Shifting Paradigms Symposium I Konferenzarchitektur und Visuelle Erscheinung
Name that can easily go onto 2 lines
Author that can easily go onto 2 lines as well
Titel
Shifting Paradigms Symposium I Konferenzarchitektur und Visuelle Erscheinung
Titel (en)
Shifting Paradigms Symposium I Conference Architecture and Visual Appearance
Beschreibung (de)
Ziel des Shifting Paradigms Symposiums (5.-6.12.2024, HfG Karlsruhe und ZKM) war es, gemeinsam Räume und Ideen für eine sich transformierende Forschungspraxis zu entwerfen und aufzuspannen. Wiederspiegeln sollte sich dieser Anliegen bereits im Veranstaltungskonzept.
Die Inhalte des Symposiums sollten nicht in klassischen Vorträgen vermittelt werden, sondern über experimentelle Formate und Präsentationen mit Dialogprinzip ein gemeinsames Nachdenken und Austauschen fördern. Wissenschaft und Kunst, Theorie und Praxis, Akteure jeglichen Alters, Gesinnung und Herkunft sollten auf diese Weise möglichst gleichberechtigt und wertungsfrei Raum erhalten und in Beziehung treten können.
Besonderes Anliegen war es, der jungen Generation eine Stimme durch und genügend Raum für einen hochwertigen Beitrag geben. So haben Studierende der Studiengänge Kommunikationsdesign sowie Ausstellungsdesign und Szenografie den visuellen Auftritt und eine dynamische Konferenzarchitektur entwickelt, um mit ihrer Hilfe den kommunikativen Aspekt der Veranstaltung und ihre Inhalte stärken zu können.
The aim of the Shifting Paradigms Symposium (December 5–6, 2024, HfG Karlsruhe and ZKM) was to design and develop spaces and ideas for a transforming research practice. This concern was to be reflected in the event concept itself.
The content of the symposium was not to be conveyed in traditional lectures, but rather through experimental formats and presentations based on dialogue, promoting joint reflection and exchange. Science and art, theory and practice, actors of all ages, beliefs, and backgrounds were to be given equal and non-judgmental space to interact.
A particular concern was to give the younger generation a voice and sufficient space for a high-quality contribution. Students of communication design and exhibition design and scenography developed the visual appearance and a dynamic conference architecture to help strengthen the communicative aspect of the event and its content.
Tauben gehören zu den alltäglichsten Tieren unseres urbanen Lebens. In allen Städten Deutschlands sieht man sie täglich in Gassen, auf Plätzen, Dächern und Geländern. Während meiner Recherche stieß ich sogar im Stadtarchiv Karlsruhe auf zahlreiche taubenbezogene Bilder, Texte und Dokumente.
Obwohl sie wie wir in der Stadt leben, werden Tauben oft übersehen, verachtet oder gar misshandelt. Man nennt sie manchmal „fliegende Staubsauger“, weil sie Essensreste vom Boden aufpicken, oder „fliegende Ratten“, da sie als Krankheitsüberträger gelten.
Doch als ich begann, mich intensiver mit der Geschichte der Tauben zu beschäftigen, entdeckte ich eine ganz andere Seite: Früher waren sie verlässliche Boten in der Kommunikation. Auf Reisen und in kolonialen Unternehmungen nahm man Tauben mit, als Begleiter und Nachrichtenübermittler. Mit der Ausbreitung globaler Mobilität verbreiteten sich auch Tauben weltweit. Heute benötigen wir sie durch den Fortschritt der Technik nicht mehr und begegnen ihnen mit Ablehnung, wie die allgegenwärtigen Taubenabwehrspitzen an Gebäuden zeigen.
In meinen Fotografien verwende ich die Taube auf humorvolle und absurde Weise als Symbol, um ihre komplexe Beziehung zum Menschen zu thematisieren und zugleich meine eigene Identitätsfrage zu reflektieren. Mal trägt sie Anzug, mal wirkt sie einsam und verloren. Ist es ein Mensch mit Taubenmaske oder eine Taube, die versucht, ein Mensch zu sein?
Pigeons are perhaps the most familiar animals in our everyday urban life. In every city across Germany, you can spot them in alleys, on rooftops, in squares, always present, always overlooked. During my research, I even found numerous images, texts, and records related to pigeons in the city archive of Karlsruhe.
Despite being fellow residents of our cities, pigeons are often ignored, despised, or mistreated. They’re sometimes called “flying vacuum cleaners” for picking up crumbs from the ground, or “flying rats” due to their association with disease.
But when I started to explore their history more deeply, I discovered another side of them: pigeons were once trusted messengers. People used them for communication, especially during travel or colonial expansion, and they became companions on long journeys. As globalization advanced, pigeons spread across the world. Today, we no longer rely on them, yet we go to great lengths to drive them away, visible in the anti-pigeon spikes found on buildings everywhere.
In my photographs, I use the pigeon’s form as a symbol in a playful and absurd way, capturing its complex identity through staged, theatrical compositions. At times it wears a suit; at others, it seems lonely or melancholic. Is it a person in a pigeon mask or a pigeon pretending to be human?
Pink Elephant ist eine textile Skulptur, die im Rahmen der Sprint Residency im Studio Hö der Hoepfner Stiftung entstanden ist. Das Werk übersetzt das Sprichwort „Seeing Pink Elephants“ in den Raum – eine Redewendung für Halluzinationen, die normalerweise durch schweren Alkoholentzug oder alkoholische Halluzinose verursacht werden und einen Zustand des Deliriums darstellen, in dem der Geist bizarre Bilder wie leuchtend rosa Elefanten erzeugt. Damit spielt die Arbeit auf den Kontext an, in dem sie präsentiert wird, nämlich die Kunststiftung einer Brauerei.
Beschreibung (en)
Pink Elephant is a textile sculpture created as part of the Sprint Residency at Studio Hö of the Hoepfner Foundation. The work translates the saying “seeing pink elephants” into space, an idiom for hallucinations, usually caused by severe alcohol withdrawal or alcoholic hallucinosis, representing a state of delirium where the mind fabricates bizarre sights like bright pink elephants. The work thus alludes to the context for which it was originally made and presented, the art foundation of a brewery.
Die multimediale Installation mit dem Titel "KFZ-MechatronikerInnen" besteht aus einem barrierefrei gestaltetem Raum, welcher durch Hohl- und Theaterwände zum Leben erweckt wird. In ihr sind fünf Objektinstallationen und eine Videoinstallation zu erkunden. Das Projekt beschäftigt sich thematisch mit Frauen in der KFZ-Mechatronik, ihrer Leidenschaft für Technik und ihrem Lebensstil. Dabei werden neben ihrer Begeisterung für Kraftfahrzeuge auch Themen von Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz und in der Szene thematisiert.
Beschreibung (en)
The multimedia installation entitled “KFZ-MechatronikerInnen” (Automotive Mechatronics Technicians) consists of a barrier-free room that is brought to life by hollow and theater walls. Inside, there are five object installations and a video installation to explore. The project deals with the theme of women in automotive mechatronics, their passion for technology, and their lifestyle. In addition to their enthusiasm for motor vehicles, topics such as discrimination and sexism in the workplace and in the scene are also addressed.
Unter dem Einfluss von Hitze offenbart Stahl eine unbekannte Seite. Wolkenartige Farbmuster entstehen auf seiner Oberfläche und widersetzen sich materialgebundenen Definitionen. Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Schwerem und Leichtem sowie Fragen der Komplexität.
Beschreibung (en)
Under the influence of heat, steel reveals an unknown side. Cloudlike patterns of color emerge on its surface, resisting materialbound definitions. The work explores the relationship between the heavy and the light, as well as questions of complexity.
Eine Feldstudie zur einzigen existierenden Geschlechtersprache (NVSHU - Nüshu). Mithilfe von Multimedia-Materialien konzentrierte ich mich auf die Geschichte, die sich im vergangenen Sommer zwischen mir und dem letzten Naturforscher ereignete, und dokumentierte sie. Die Papierarbeiten und Installationen drücken gleichzeitig meine eigenen Reflexionen über dieses kulturelle Phänomen aus.
Beschreibung (en)
A field exploration of the only existing gender language (NVSHU - Nüshu). Using multimedia materials, I focused on and documented the story that happened between me and the last naturalist last summer. The paper art and installation works simultaneously express my own reflections on this cultural phenomenon.
Der Begriff Otaku bezeichnet eine Person, die eine tiefe, spezialisierte und anhaltende Begeisterung für ein bestimmtes Thema besitzt, die sich häufig durch umfangreiches Wissen, emotionale Bindung und aktive Beschäftigung damit auszeichnet.
In der heutigen Gesellschaft wird es zunehmend schwieriger, unsere reine Begeisterung mit anderen zu teilen. Menschen neigen dazu, soziale Gruppen auf der Grundlage kultureller Geschmäcker zu bilden, und dieses Phänomen hat sich im Zeitalter von Web 2.0 durch Mechanismen wie Filterblasen weiter verstärkt.
Durch das Projekt „Luv What You Luv“ möchte ich zeigen, was ich liebe, und gleichzeitig hören, was andere lieben. Das Projekt besteht hauptsächlich aus einem Magazin, das zwei Ausgaben in einem Band vereint. Die erste Ausgabe, [Girls], zeigt, was ich persönlich liebe. Die zweite Ausgabe, [Otaku], untersucht die Otaku-Fankultur genauer und enthält drei Interviews sowie sechs Gastbeiträge, die hervorheben, wofür andere Menschen eine besondere Leidenschaft haben.
Darüber hinaus umfasst das Projekt einen Fragebogen, der untersucht, was Leser:innen und Besucher:innen der Ausstellung lieben, sowie ein Otaku Presentation Video, in dem Teilnehmende ihre eigenen Leidenschaften und Interessen vorstellen.
Durch dieses Magazin und die dazugehörigen Inhalte hoffe ich, dass Menschen die Freude daran erleben können, das zu teilen, was sie lieben, und durch diese gemeinsamen Ausdrucksformen von Begeisterung lose soziale Verbindungen entstehen.
The term otaku refers to a person who has deep, specialized, and sustained enthusiasm for a particular subject, often characterized by extensive knowledge, emotional attachment, and active engagement.
In contemporary society, it is becoming increasingly difficult to share our pure enthusiasm with others. People tend to form social groups based on cultural taste, and this phenomenon has intensified in the Web 2.0 era through mechanisms such as filter bubbles.
Through the “Luv What You Luv” project, I aim to present what I love while also listening to what others love. The project mainly consists of a magazine composed of two issues in a single book. The first issue, [Girls], presents what I personally love. The second issue, [Otaku], explores otaku fandom culture in depth, featuring three interviews and six contributed essays that highlight what others are passionately devoted to.
In addition, the project includes a questionnaire that explores what readers and exhibition visitors love, as well as an Otaku Presentation Video, in which participants present their own passions and interests.
Through this magazine and its accompanying contents, I hope that people can experience the joy of sharing what they love and form weak social bonds through these shared expressions of enthusiasm.