"eine einladung zu einer ausstellung in einer waschküche" fand in einer Waschküche und einem Hinterhof in Karlsruhe
statt, einem Raum, der bisher nur für private Zwecke genutzt wurde. Das 18-tägige Programm erzählt von der alltäglichen und manuellen Arbeit von Wäscher*innen und der Stigmatisierung, der sie ausgesetzt sind. Indes wird das Waschen der Wäsche ein Referenzraum für die Auseinandersetzung mit den Überschneidungen von Reproduktiver Arbeit und Lohnarbeit.
Das Programm basiert auf einer Recherche, die die Strukturen dieser Stadt, ihre versteckten und ungesehenen eschichten sowie die Verflechtungen von sozialen Rollen und Räumen untersucht. Material aus verschiedenen Archiven und Gesprächen wird in drei Faltblättern gebündelt: „erinnern“, „arbeiten“ und „zusammenkommen“. Die Ausstellung im Hinterhof und in der Waschküche ist verknüpft mit der Recherche und entstand sukzessive durch persönlichen und intimen Austausch mit Künstler*innen und Freund*innen, die an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe studieren und studiert haben. Sie setzen sich zu bestimmten Aspekten der Recherche und der Metapher des Waschens in Relation und lassen dadurch weitere Überschneidungen und Verweise zu.
The project took place in a laundry room and backyard in Karlsruhe, a space that has only been used for private purposes. The programme that lasted 18 days tells of common and manual work of washerwomen* and the stigma
they are exposed to. Doing the laundry becomes a reference space to engage with the intersection of care work and wage labour.
The programme is based on a research that draws attention to this very city‘s structure, its hidden and unseen stories as well as the crossing of social roles and spaces. Material from various archives and conversations is bundled in three leaflets: “remembering”, “working” and “coming together”. The research was accompanied by an exhibition. It gathered the voices of close friends and artists who study or have studied at the University of Arts and Design Karlsruhe. They were invited to respond to the research and contribute works that relate to specific aspects and the metaphor of washing. The exhibition successively resulted from these personal and intimate conversations and thereby allowed
further ramifications, intersections and references.
Die Rauminstallation “Elastic Kin” zeigt eine Gruppe von Textilobjekten - Gefüge -, die aus weggeworfenen Kleidungsstücken bestehen. Sie existieren sowohl als Individuen als auch als Gruppe. Die Kleidungsstücke, die in den Straße von K. gefunden wurden und von Anderen in anderen Kontext hergestellt worden sind, kehren ihren ursprünglichen Zweck um, indem sie zu eigenen Körpern werden, die unabhängig von menschlichen Körpern sind. Jede Oberfläche ist wie eine geheime Landkarte, die Spuren anonymer Hände enthält, die an den Textilien gearbeitet haben.
Der Sound der Installation ist ein Echo - fast verschwundener, kollektiver Erinnerungen an vergangene Momente und Orte.
“Elastic Kin” versucht, eine weit verbreitete Verwandtschaft darzustellen, die durch unsichtbare, lose und elastische Fäden imaginiert wird, die ein internationales System von Lieferketten, Arbeiter*Innen und Konsument*Innen, Trendprognosen und unvorhersehbarem Zeitgeist, Massenproduktion und meditativer Handarbeit abbilden. Welche Spuren dieser Kontexte enthalten die Kleidungsstücke?
Das Video zeigt eine performative Intervention im öffentlichen Raum. Es zeigt die Gefüge, die eine neue Existenz außerhalb ihrer Produktions- und Vermarktungskontexte führen: Sie kehren in ein Einkaufszentrum zurück, animiert von den Menschen, die sie einst bekleideten.
The spatial installation “Elastic Kin” shows a group of textile objects – Gefüge – that were assembled from discarded and abandoned garments. They exist as individuals as well as a kin. Assembled from used garments, found in the streets of K., produced by others in other contexts, they invert their original purpose by becoming bodies of their own, no longer dependent on being activated by a human body. The surface of every Gefüge is like a secret map, containing traces of anonymous hands working on them.
The sound in the installation is an echo of almost vanished collective memories of past moments and places. “Elastic Kin” attempts to depict a widespread kinship, that is imagined through invisible, loose and elastic threads mapping an international system of supply chains, workers and consumers, trend forecast and unpredictable zeitgeist, mass production and meditative handcraft. Which traces of these contexts do the garments contain?
The video shows a performative intervention in pub- lic space. It shows the Gefüge leading a new existence outside their production and marketing contexts: They return to the shopping mall, animated by the people, they once used to dress.
Die Fotografie zeigt eine Detailansicht der Installation. Auf einem Boden aus schwarzen Fliesen liegen zwanzig aus weißlichem, ungebleichtem Baumwollstoff gefertigte Kuscheltiere in der Form neugeborener Eisbären. Auf ihren Rücken sind Fotografien aufgedruckt, die Eisbären in menschlicher Gefangenschaft zeigen. Die Anordnung der Figuren erfolgt in zwei gegenüberliegenden Reihen, deren Köpfe voneinander abgewandt sind.
Medien-Beschreibung (en)
The photograph shows a detailed view of the installation. On a floor made of black tiles lie twenty stuffed animals made of off-white, unbleached cotton fabric, shaped like newborn polar bears. On their backs are printed photographs depicting polar bears in human captivity. The figures are arranged in two opposing rows, their heads turned away from one another.
Alternativ-Text (de)
Detailansicht der Installation: Zwanzig weiße Stoff-Eisbären liegen auf schwarzem Fliesenboden. Auf ihren Rücken sind Fotos von Eisbären in Gefangenschaft gedruckt. Die Figuren sind in zwei Reihen angeordnet, deren Köpfe voneinander abgewandt sind.
Alternativ-Text (en)
Detailed view of the installation: Twenty white fabric polar bears lie on black tile flooring. Photos of polar bears in captivity are printed on their backs. The figures are arranged in two rows, their heads turned away from each other.
Die Fotografie zeigt die Ausstellungsansicht der Begleitpublikation. Aus einer Wand aus beigefarbenen Backsteinen ragen zwei metallene Stäbe, an denen die überwiegend in Weiß gehaltenen Hefte hängen. Befestigt sind sie an den Omega-Klammern, mit denen sie gebunden wurden.
Medien-Beschreibung (en)
The photograph shows the exhibition view of the accompanying publication. From a wall made of beige-colored bricks protrude two metal rods on which the predominantly white booklets are hanging. They are attached by the Omega clips that were used to bind them.
Alternativ-Text (de)
Ausstellungsansicht der Begleitpublikation: Zwei metallene Stäbe ragen aus einer beigefarbenen Backsteinwand, an denen weiße Hefte in Omega-Klammern hängen.
Alternativ-Text (en)
Exhibition view of the accompanying publication: Two metal rods protrude from a beige brick wall, with white notebooks hanging from them in omega clips.