Diese Grundkarte zeigt den 50-Kilometer-Radius, der die Bioregion Karlsruhe definiert, mit der Living Library im Zentrum. Die Region lässt sich grob in drei Bereiche unterteilen: den Oberrheingraben (umrahmt von zwei durch gestrichelte Linien gekennzeichneten Verwerfungslinien), ein großes Grabenbruchgebiet, das vor etwa 50 Millionen Jahren entstanden ist und durch dessen Mitte der Rhein nach Norden fließt (doppelte Linie); den Pfälzerwald im Westen und den Schwarzwald im Süden. Das Linienmuster zeigt die Höhe an und verdeutlicht, dass es sich um einen fast flachen Graben zwischen zwei großen Gebirgszügen handelt. Um die sprachliche Vielfalt der Region widerzuspiegeln, sind alle Städte auf der Karte sowohl mit ihrem lokalen als auch mit ihrem nationalen Namen angegeben.
Medien-Beschreibung (en)
This base map shows the 50-kilometre radius that defines the Karlsruhe bioregion, with the Living Library at its centre. The region can be broadly divided into three areas: the Oberrheingraben/Upper Rhine Graben (framed by two fault lines indicated by dashed lines), a large rift valley formed about 50 million years ago with the river Rhine flowing northwards through its centre (double line); the Pfälzerwald/Palatinate Forest to the west; and the Schwarzwald/Black Forest to the east. The line pattern indicates elevation, revealing an almost flat Graben between two large mountain ranges. To reflect the region’s linguistic diversity, all cities on the map are written in both their local and national names.
Die Living Library ist ein transdisziplinäres Projekt, das am Bio Design Lab der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe entwickelt wurde. Im Laufe von zwei Jahren förderte es praxisorientiertes Lernen mit Schwerpunkt auf lokal gewonnenen Rohstoffen aus einem Umkreis von 50 Kilometern um die Hochschule, experimentellem Arbeiten und regenerativen Produktionsweisen.
Das Projekt ist ein hybrides und sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem. Es vereint ein physisches Archiv mit Materialproben, Werkzeugen, Prozessen und Workshop-Artefakten sowie ein digitales Archiv mit interaktiven Karten, Forschungsergebnissen und Materialdokumentationen. Geleitet von den Prinzipien der Kompostierbarkeit, Lokalität und Nachhaltigkeit folgt das Projekt den ökologischen Zyklen der Aussaat, des Wachstums, der Ernte und des Verfalls. Studierende, Forschende und lokale Praktiker:innen arbeiteten zusammen, um regionale Ressourcen zu lokalisieren, biobasierte Materialien zu ernten und zu verarbeiten sowie deren Lebenszyklen von der Entstehung bis zur Zersetzung zu untersuchen.
Eine Open-Access-Publikation dokumentiert die physische und digitale Living Library und vereint eine Reihe von Essays, die Themen wie die archivarischen Qualitäten der Erde oder die gartenähnliche Kultivierung digitaler Plattformen untersuchen. Diese Essays laden die Leser:innen dazu ein, zu überdenken, wie Wissen angebaut, geteilt und schließlich wieder in den Boden zurückgeführt werden kann, aus dem es entstanden ist.
Ausführliche Beschreibung (en)
The Living Library is a transdisciplinary project developed at the Bio Design Lab of the Karlsruhe University of Arts and Design. Over the course of two years, it fostered practice-based learning focused on locally sourced raw materials within a 50-kilometre radius around the academy, experimental making, and regenerative modes of production.
The project is a hybrid and continually evolving ecosystem. It brings together a physical archive showing material samples, tools, processes, and workshop artefacts, and a digital archive featuring interactive maps, research, and material documentation. Guided by the principles of compostability, locality, and sustainability, the project follows ecological rhythms of seeding, growing, harvesting, and decay. Students, researchers, and local practitioners collaborated to map regional resources, harvest and transform bio-based materials, and investigate their lifecycles from origin to decomposition.
An open access publication documents the physical and digital Living Library and brings together a series of essays that explore themes such as the archival qualities of soil or the garden-like cultivation of digital platforms. These essays invite readers to reconsider how knowledge can be grown, shared, and ultimately returned to the ground from which it emerged.
Project team
Head of project, Coordinator
Julia Ihls
Material curator
Fara Peluso
Digital curators
Pleun van Dijk and Jaap Knevel
Coordination assistant
Lilith Stumpf
Material curation assistants
Luzia Holzbach, Benjamin Kaltenbach
Digital curation assistants
Cornelia Herzog, Pauline Kuch, Sebastian Schilbach