Obwohl die Medienkunst in der zeitgenössischen Kultur zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist sie in institutionellen Sammlungen immer noch unterrepräsentiert. Die schnelle technologische Entwicklung von Hard- und Software sowie geplante Obsoleszenz stellen die Konservierung vor große Herausforderungen. Seit den 1960er Jahren hat sich die westliche Kunst von objektbasierten hin zu performativen und prozessorientierten Formen gewandelt. Dies wurde von einem Paradigmenwechsel in der Konservierungstheorie begleitet, in der Konzepte und Subjekt stärker gewichtet werden als Materialität und Objekt. Museen und der Kunstmarkt haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Sammelpraktiken entsprechend anzupassen. In dieser Arbeit werden die Herausforderungen der Integration von Medienkunst in institutionelle Kontexte untersucht und der Bedarf an theoretischen und praktischen Anpassungen betont. Ziel ist es, Strategien zur nachhaltigen Einbindung technologisch vermittelter Kunstwerke in Sammlungen und das kulturelle Gedächtnis zu entwickeln. Im Fokus steht dabei das ZKM in Karlsruhe als führende Institution der Medienkunstkonservierung. Auf Basis interdisziplinärer Forschung und Interviews werden zentrale Themen wie Interaktivität, Variabilität, Authentizität, Zeitlichkeit und der Wandel des Kunstobjekts analysiert.
Media art, despite its growing prominence in contemporary culture, remains underrepresented in institutional collections. Rapid technological obsolescence—affecting both hardware and software—poses major challenges for preservation. Since the 1960s, Western art has shifted from object-based works toward performative and process-oriented practices, paralleled by changes in conservation theory that prioritize concepts and subject over object and materiality. However, museums and the art market have struggled to adapt their collecting practices to these developments. This thesis examines the challenges of integrating media art into institutional contexts, emphasizing the need for conceptual and theoretical shifts in both museum practices and art theory. It aims to describe the strategies for incorporating technologically mediated artworks into collections and cultural memory. The study focuses on the ZKM (Center for Art and Media) in Karlsruhe, a leading institution in media art preservation. Through analysis of its frameworks and interdisciplinary research including interviews, the thesis explores key themes like interactivity, variability, authenticity, temporality, and the evolving nature of the art object.
Umpolen ist ein Kollektiv das leerstehende Räume in Karlsruhe nutzt, um temporäre, nicht-kommerzielle Orte der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Sie dienen als kurzfristige soziokulturelle Veranstaltungs- und Ausstellungsräume, aber auch einfache Treffpunkte. Im Januar 2026 bespielte Umpolen für eine Woche eine ehemalige Wohngemeinschaft in der Karlsruher Südstadt und widmete sich Fragen von Freund*innenschaft und Distanz. Dazu gab es Workshops, “Küche für Alle”, Filmvorführungen, Konzerte und Lesungen.
Seit Mai 2026 baut Umpolen einen temporären Nachbar*innenschaftstreff und Kulturort im ehemaligen Löwenbräukeller in der Karlsruher Weststadt auf. Ausgangspunkt ist jedes Mal der Raum selbst, von dem aus sich das Kollektiv dem Thema Nachbar*innenschaft widmen will. Die Orte stellen eine Brücke zwischen sozialem Raum, Werkstatt, Arbeitsraum, Ausstellungsraum, Garten und versuchen Menschen in Dialoge miteinander zu setzen. Dabei arbeitet Umpolen sowohl mit lokalen Initiativen als auch mit Menschen außerhalb Karlsruhes zusammen und entwickelt Formate, die gegenseitiges Lernen, Gespräche und Beisammensein ermöglichen.
Im ehemaligen Löwenbräukeller wird versucht im Alltag Strukturen zu schaffen in dem die Nachbar*innenschaft nicht nur fremde Gesichter bleiben, sondern Mitmenschen sind, mit denen man solidarisch lebt und in Kontakt tritt.
Der Raum ist zwei mal die Woche geöffnet und bespielt manchmal mit Programm manchmal als reinen Treffpunkt den Ort und beschäftigt sich auch mit den Erinnerungen, die an den Ort geknüpft sind.
Umpolen hat sich als Kollektiv im Sommer 2025 gegründet und besteht aus Studierenden der Studiengänge Ausstellungsdesign und Szenografie, Kunstwissenschaft und Medienphilosophie und Kommunikationsdesign von der HfG, Studierenden der Kunstakademie und Menschen aus Karlsruhe, die zusammengekommen sind um Gemeinschaft und Kulturarbeit in Karlsruhe zugänglich zu machen. Umpolen arbeitet zudem fest mit Radio ShbShb zusammen, die die Veranstaltungen live online übertragen.
Umpolen is a collective that uses vacant spaces in Karlsruhe to create temporary, non-commercial places for people to meet and exchange ideas. These spaces serve as short-term venues for sociocultural events and exhibitions, as well as simple gathering places. In January 2026, Umpolen took over a former shared apartment in Karlsruhe’s Südstadt neighborhood for a week and explored questions of friendship and distance. The event featured workshops, “Kitchen for All,” film screenings, concerts, and readings.
Since May 2026, the collective has been setting up a temporary neighborhood gathering place and cultural space in the former Löwenbräukeller in Karlsruhe’s Weststadt district. Each time, the starting point is the space itself, from which Umpolen aims to explore the theme of neighborliness. These spaces serve as a bridge between social space, workshop, workspace, exhibition space, and garden, and aim to bring people together in dialogue. In doing so, Umpolen collaborates with both local initiatives and people outside of Karlsruhe, developing formats that facilitate mutual learning, conversation, and socializing.
At the former Löwenbräukeller, Umpolen strives to create structures in our daily lives where neighbors aren’t just strangers, but fellow human beings with whom we live in solidarity and connect.
The space is open twice a week and serves as a venue, sometimes hosting events, sometimes simply as a gathering place, while also engaging with the memories tied to the location.
Umpolen was founded as a collective in the summer of 2025 and consists of students from the HfG and the Art Academy, as well as people from Karlsruhe who have come together to make community and cultural work accessible in Karlsruhe. Umpolen also collaborates closely with Radio ShbShb, which broadcasts the events live online.
Im Januar 2026 in der Rüppurerstr. 14, 76137 Karlsruhe
von Mai bis Oktober 2026 in der ehemaligen Gaststätte Löwenbräukeller in der Sophienstraße 95, 76135 Karlsruhe
„The Violent Container“ konzentriert sich auf das kulturelle Phänomen des Käfigs und das Einsperren als Praxis, um Objekte oder Körper einzuschließen, zu kategorisieren, einzuschränken und sich anzueignen – sowie als Mittel, um sie zu sammeln, zu schätzen, zu bewahren und zu schützen.
Das Projekt umfasst eine Ausstellung und eine Publikation, die die verschiedenen Eigenschaften und Funktionen der sich wandelnden Formen des Käfigs untersuchen und dabei erforschen, wie Käfige nicht nur die Verwaltung lebender oder toter Körper und Objekte ermöglichen, sondern auch die Art und Weise bestimmen, wie wir sie wahrnehmen.
Description (en)
"The Violent Container" focuses on the cultural phenomenon of the cage, and caging as a practice to contain, categorise, restrict, and appropriate objects or bodies – as well as a tool to collect, treasure, preserve, and protect them.
The project comprises an exhibition and a publication that examine the various properties and functions of the cage’s shifting forms, exploring how cages not only enable the administration of living or dead bodies and objects, but also govern the ways in which we perceive them.
In this project, I examine how the male gaze is built within AI systems content moderation , where censorship and sexualization coexist. Drawing from Anselm Feuerbach’s 1852 painting Hafis vor der Schenke, depicting the poet Hafez and two silent women, the work poses the question: if freed from spectatorship, what voices might they reveal? This two-channel video installation reimagines the scene through AI video generation and live narration. Referencing Valerie Solanas’s S.C.U.M. Manifesto, it reflects on how Gen-AI, governed by moral bias, mirrors a patriarchal worldview - still defining what is visible and what must remain unseen.
Description (en)
THE (A)RB(I)TER
In this project, I examine how the male gaze is built within AI systems content moderation , where censorship and sexualization coexist. Drawing from Anselm Feuerbach’s 1852 painting Hafis vor der Schenke, depicting the poet Hafez and two silent women, the work poses the question: if freed from spectatorship, what voices might they reveal? This two-channel video installation reimagines the scene through AI video generation and live narration. Referencing Valerie Solanas’s S.C.U.M. Manifesto, it reflects on how Gen-AI, governed by moral bias, mirrors a patriarchal worldview - still defining what is visible and what must remain unseen.
Schwarm #4 ist eine studentische Publikation mit künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen aus verschiedenen Fachbereichen der HfG Karlsruhe, die sich mit dem Begriff „Realities“ auseinandersetzen.
Description (en)
Schwarm #4 is a student publication featuring artistic and academic contributions from various departments at the HfG Karlsruhe, which explore the concept of ‘Realities’.
„Rote Saat“ ist eine installative Arbeit, die sich mit dem Verschwinden traditioneller Nutzpflanzen in Deutschland und der Bedeutung von Saatgutbanken als lebendige Archive auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung eines drastischen Rückgangs der Sortenvielfalt seit dem 20. Jahrhundert, bedingt durch industrielle Landwirtschaft, gesetzliche Regulierungen und die Konzentration auf wenige Hochleistungssorten. Viele regional angepasste Landsorten erfüllen heutige Zulassungskriterien nicht mehr und sind dadurch aus dem Anbau verschwunden. Die Arbeit nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um Prozesse der Erhaltung und Weitergabe von Saatgut sichtbar und erfahrbar zu machen.
Sie entstand im Kontext einer künstlerischen Recherche zu agrarökologischen Praktiken, Saatgutpolitik und kollektiven Formen der Wissensweitergabe. Ausgangspunkt war die Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen in Karlsruhe, insbesondere der Solidarischen Landwirtschaft KArotte, dem Sozialen Garten (afka) sowie der Genbank für Wildpflanzen für Ernährung und Landwirtschaft (WEL).
Im Mittelpunkt steht eine 8-Kanal-Soundinstallation, die den Übergang vom Winter zum Frühling auf den Feldern der Solidarischen Landwirtschaft dokumentiert. Die Komposition verbindet Umgebungsgeräusche der Jahreszeiten mit Arbeitsgeräuschen auf dem Feld und der Saatgutaufbereitung: das Umgraben der Erde, das Sieben und Reinigen der Samen, das Abdecken der Beete. Die Konzentration auf kleinste Handgriffe lenkt die Aufmerksamkeit auf die oft unsichtbaren Praktiken, die für den Erhalt von Saatgut notwendig sind.
Ergänzt wird die Soundinstallation durch eine Reihe räumlicher Elemente, die unterschiedliche Formen des Umgangs mit Saatgut aufgreifen. Fünf gefährdete Nutzpflanzensorten aus Baden-Württemberg, die in der Roten Liste geführt werden, sind offen ausgestellt. Sie können berührt, mitgenommen und wieder ausgesät werden.
Auf einem 25 Meter langen Landwirtschaftsnetz werden dokumentarische Videoaufnahmen gezeigt, die die Arbeit von Saatgutbanken und lokalen Initiativen in Karlsruhe in ihren wiederkehrenden Abläufen sichtbar machen.
Ein weiteres Element ist eine Pflanzentransportkiste, die sich formal an den historischen Ward’schen Kasten anlehnt. Dieses im 19. Jahrhundert entwickelte Transportmittel ermöglichte den globalen Austausch von Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen und war eng mit kolonialen Handelsstrukturen verknüpft. In der Installation dient der Kasten als Display für die Geschichte der Alb-Linse, einer regionalen Sorte von der Schwäbischen Alb, die lange als verschollen galt und erst durch eine Saatgutbank in Sankt Petersburg wiederentdeckt wurde. Die Arbeit stellt damit lokale landwirtschaftliche Praktiken in einen größeren politischen Zusammenhang und zeigt, dass pflanzliche Vielfalt nur durch gemeinsames Handeln erhalten bleibt.
Der Hermann-Levi-Platz, „Vorplatz“ des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, bleibt zwischen mehreren Großbaustellen voraussichtlich bis 2036 ein Ort des Übergangs. Vor diesem Hintergrund nimmt die temporäre „Raumintervention Paradies“ einen Dialog mit der urbanen Brache auf. Die Umbenennung des Platzes in ein „Paradies“ erprobt das Potenzial dieser Fläche als lebendigen, ökologischen und sozialen Raum, der zur Auseinandersetzung mit Natur, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft einlädt. Die Intervention gliedert sich in drei miteinander verbundene Orte des Verweilens, des Lernens und des Aus-Tauschens:
A) Biotopos – Paradies als Lernort
Die Installation inszeniert ein unbemerkt entstandenes Biotop am Rande des Platzes. Im Sinne Gilles Cléments Begriff der „dritten Landschaft“ bricht dieser wilde Ort mit geordneter Landschaftsarchitektur im urbanen Raum. Das großformatige Banner zeigt rund 200 ineinanderfließende Fotografien der Pflanzenvielfalt des Biotops, die als Brücke zwischen Realität und Imagination zu verstehen ist. Integrierte Gucklöcher rufen zur bewussten Betrachtung des Biotops auf. Ein QR-Code, der zu einem botanischen Archiv führt, ergänzt die Interaktion als digitalen Lernort.
B) Ein Steg zum Verweilen führt zu einer Insel: Paradies als Aufenthaltsraum
Inmitten von Beton und Baustellenlärm führt der inklusiv gestaltete Steg zu einer Plattform am Wasserbecken des Vorplatzes. Sitzelemente und schattenspendende Wimpel laden zum Verweilen ein. Der Steg ergründet so den Paradiesbegriff als Sehnsuchtsort, dem man sich zwar annähern kann, aber zu dem man stets auf Distanz bleibt. Die orangefarbene Leuchtschrift „Paradies“ vervollständigt als konkrete und abstrakte Größe das Bild eines sichtbaren, aber unerreichbaren Inselparadieses.
C) Feld und Pflanzentauschbörse am K-Punkt: Paradies als sozialer Raum
Bepflanzte Refarmkästen, bunte Sitzelemente und Schattenwimpel ergänzen die bereits vorhandenen entsiegelten Betonflächen und machen das Paradies als sozialen Raum und Ort der Interaktion erfahrbar. Im Mittelpunkt steht eine Pflanzentauschbörse, die neben dem Tausch auch die Pflege von Kräuterbeeten beinhaltet und die Idee des Paradieses als gemeinschaftlichen Prozess transportiert. Vergleichbar mit einem Ausstellungsraum laden die Sitzgelegenheiten zum Betrachten der Pflanzen ein.
Der szenografischen Intervention ging eine intensive Recherchearbeit voraus – bestehend aus Raumanalysen des Vorplatzes sowie der vorhandenen Vegetation, einer Besichtigung der Theaterbaustelle, Recherche zur Baugeschichte des Ortes und den städtischen Zukunftsplänen. Der Anspruch an eine möglichst nachhaltige Produktion hat den Prozess begleitet. Materialien wie die Wimpel und Elemente wie die Paletten und Sitzgelegenheiten wurden wiederverwendet und umfunktioniert.
Raumintervention Paradies wurde durch Studierende aller Studiengänge der HfG Karlsruhe entworfen und realisiert.
Ausgehend von der Idee des freien Spielens in der Kindheit entfaltet sich PLAY DATE als Studienreihe, die die Entdeckung des zwecklosen Spielens im Erwachsenenalter erforscht. Oft von gesellschaftlichen Normen und sozialen Hemmungen überdeckt, bleibt der Spieltrieb doch bestehen, sobald man ihm wieder Raum gibt.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass traditionelle Spielplätze fast ausschließlich Kindern vorbehalten sind, während erwachsene Personen kaum Raum finden, einfach verspielt zu sein.
In PLAY DATE 1, dem ersten experimentellen Spielplatz, wurde untersucht, welche nicht-kompetitiven Spielarten Erwachsene ansprechen. Die Ergebnisse zeigten, dass freies Spiel für Erwachsene angenommen würde, wenn der soziale Rahmen als akzeptierend wahrgenommen wird.
Darauf aufbauend fand PLAY DATE 2 in einer Bar statt, wo spielerische Bewegungsformen situativ in den Kontext des sozialen Zusammenkommens und geselligen Beisammenseins integriert wurden. Spielerische Gesten konnten so nahtlos in gewohnte Beschäftigungen eingeschrieben werden.
Mit PLAY DATE 3 wurde die Erkundung im Alltag erweitert: temporäre Spielobjekte wurden in die Stadtlandschaft gebracht, um zu beobachten, wie Passant:innen auf unerwartete Momente des Spiels reagieren, die den Alltag durchbrechen.
PLAY DATE OBJECTS zeigen, wie freies Spiel für jedes Alter wieder zugänglich gemacht werden kann und neue soziale, kulturelle und räumliche Kontexte eröffnet.
Starting from the idea of uninhibited play in childhood, PLAY DATE unfolds as a series of studies exploring the rediscovery of purposeless play in adulthood. Although often obscured by social norms and inhibitions, the impulse to play persists, emerging again once it is given space.
The project originated from the observation that traditional playgrounds are almost exclusively designed for children, while adults rarely find spaces where they can simply be playful.
PLAY DATE 1, the first experimental playground, investigated which forms of non-competitive play appeal to adults. The results suggested that adults readily embrace free play when the social environment is perceived as accepting and non-judgmental.
Building on these findings, PLAY DATE 2 took place in a bar, where playful modes of movement were introduced into the social setting of gathering and spending time together. Playful gestures became seamlessly integrated into familiar social activities.
With PLAY DATE 3, the investigation expanded into everyday urban life. Temporary play objects were placed throughout the city to observe how passersby respond to unexpected moments of play that interrupt the routines of daily life.
PLAY DATE OBJECTS demonstrate how free play can be made accessible again for people of all ages, opening up new social, cultural, and spatial contexts.
*no wind no word* ist eine zwölfminütige Mehrkanal-Video- und Soundinstallation. Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehungen von Körper, Raum, Klang und Bild. Sie betrachtet diese Elemente dabei nicht als voneinander getrennte Medien, sondern als ein gemeinsames System, in dem sie sich gegenseitig beeinflussen. Intuition versteht sie dabei nicht als spontanen Einfall, sondern als künstlerische Methode.
Die Installation entstand in Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Sade Mamedova. An Stelle einer festgelegten Choreografie tritt ein klar definierter räumlicher und technischer Rahmen. Mehrere Kameras, verschiedene Mikrofone und ein Geophon zeichnen dieselbe Situation auf. Die Technik dient dabei nicht der Dokumentation einer Performance, sondern wird selbst zum Akteur in der Arbeit, welcher die Wahrnehmung von Bewegung, Klang und Raum formt.
Das Dach des Großstudios der HfG Karlsruhe bildet den Ausgangspunkt der Installation. Es liegt mitten im Gebäude und wirkt trotz der zentralen Position verlassen. Es ist sichtbar, aber normalerweise unzugänglich. Die offene Architektur, die Höhe und die weißen Staubspuren erzeugen eine Atmosphäre zwischen Sicherheit und Ausgesetztheit. Die Installation zeigt, wie sehr räumliche Bedingungen unsere Wahrnehmung und unser Handeln beeinflussen können.
Der Klang setzt sich ausschließlich aus Aufnahmen, der Performance zusammen. Zu hören sind Atem, Schritte, Reibung, Resonanzen der Dachkonstruktion und andere Umgebungsgeräusche. Auf Musik oder eine erzählende Stimme wird bewusst verzichtet. Die Atmung agiert als Taktgeber der Arbeit. Sie setzt Bewegung in Gang, wird selbst zum Klang und bestimmt den Rhythmus des Filmschnitts. Sie verbindet Körper, Bild und Ton. Der mehrkanalige Klang verteilt sich über vier Lautsprecher im Raum und verändert sich mit der Position des Publikums. Die Installation eröffnet dadurch eine immersive Erfahrung von Klang, die nicht nur gehört, sondern räumlich erlebt wird.
Drei synchronisierte Projektionen zeigen denselben Moment aus unterschiedlichen Distanzen und Perspektiven. Dabei hat keine der Ansichten den Anspruch, vollständiger zu sein als eine andere. Erst in ihrem Zusammenspiel erschließt sich die Essenz der Installation, die Verschiebung des betrachtenden Blickes vom Einzelbild auf das Verhältnis zwischen Bildern. Gleichzeitig verändert sich der Klang mit jeder Bewegung im Raum. So gibt es kein festes Zentrums des Betrachtens und keine eindeutige Sicht auf das Geschehen. Die Wahrnehmung formt sich im Wechselspiel mit der Bewegung der Besucher:innen.
Die Performance entsteht ausschließlich aus dem Setting heraus. Die Tänzerin reagiert dabei auf Raum, Klang und ihren eigenen Körper. Die Arbeit erzählt keine Geschichte, sondern einen Zustand. Die Bewegungen lassen Übergänge zwischen unterschiedlichen Rollen, Körperzuständen oder Erinnerungsbildern entstehen. Teilweise wirkt es, als würde die Tänzerin mit einer unsichtbaren Person sprechen, tanzen, streiten oder sich ausruhen. Aus der Beobachtung entstehen Assoziationen zu Erinnerung, Projektion und inneren Dialogen. Die Arbeit beantwortet diese Bilder nicht. Sie lässt sie nebeneinander bestehen und eröffnet Raum für unterschiedliche Wahrnehmungen.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist Robert Rauschenbergs Verständnis von Kunst als offenem Gefüge aus Körper, Raum, Material und Technologie. Seine kollaborative und medienübergreifende Arbeitsweise bildet die Grundlage für den Aufbau der Installation. Auch choreografische Ansätze von Merce Cunningham und Yvonne Rainer fließen in die Arbeit ein. Sie bestärken den Gedanken, Bewegung, Klang und Bild nicht hierarchisch zu ordnen, sondern als gleichwertige Elemente zu verstehen.
*no wind no word* untersucht, wie Körper, Technologie und Architektur gemeinsam Erfahrungen hervorbringen. Die Installation fragt, wie Erinnerung, Gegenwart und Projektion in einem einzigen Moment gleichzeitig erfahrbar werden können. Sie bringt uns dazu, zu fragen, wie Wahrnehmung entsteht und wie sich Bedeutung bildet, wenn Bilder, Klänge und Bewegungen nicht auf eine eindeutige Aussage reduziert werden. In einer Zeit, in der Bilder permanent produziert, beschleunigt und bewertet werden, schlägt *no wind no word* eine andere Form der Aufmerksamkeit vor. Die Installation fordert nicht dazu auf, eine Geschichte zu entschlüsseln. Sie lädt dazu ein, Zeit auszuhalten, Mehrdeutigkeit zuzulassen und Wahrnehmung als offenen Prozess zu erfahren. no wind no word versteht sich zugleich als Ausgangspunkt einer weiterführenden künstlerischen Forschung. Aufbauend auf der bestehenden Installation ist eine Weiterentwicklung unter veränderten räumlichen und performativen Bedingungen vorgesehen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich dieselbe Konstellation von Körper, Raum und Technologie mit jedem neuen Ort und jeder neuen Aufführung verändert und dabei neue Formen der Wahrnehmung hervorbringt. Geplant ist, filmische, performative und klangliche Prozesse noch enger miteinander zu verschränken. Durch die unmittelbare Verstärkung von Atem- und Körpergeräuschen entsteht eine Rückkopplung zwischen Körper, Klang und Bewegung, auf die die Performerin in Echtzeit reagiert. Ergänzend soll die Arbeit in Räumen mit unterschiedlichen akustischen und materiellen Eigenschaften weiterentwickelt werden. So wird no wind no word als offenes System fortgeführt, das sich mit jeder neuen Realisierung transformiert und seine Fragestellungen unter veränderten Bedingungen weiter untersucht.
*no wind, no word* is a twelve-minute multi-channel video and sound installation. The piece explores the interrelationships between the body, space, sound and image. Rather than regarding these elements as separate media, it considers them as a shared system in which they influence one another. Intuition is not understood as a spontaneous idea, but as an artistic method.
The installation was created in collaboration with the dancer and choreographer Sade Mamedova. Instead of a fixed choreography, there is a clearly defined spatial and technical framework. Several cameras, various microphones and a geophone record the same situation. The technology does not serve to document a performance, but becomes an active participant in the work itself, shaping the perception of movement, sound and space.
The roof of the large studio at the HfG Karlsruhe forms the starting point for the installation. Despite its central position, it appears deserted. Although it is visible, it is normally inaccessible. The open architecture, the height and the white dust marks create an atmosphere that lies somewhere between safety and exposure. The installation demonstrates the extent to which spatial conditions can influence our perception and our actions.
The soundscape consists exclusively of recordings made during the performance. One can hear breathing, footsteps, friction, resonances from the roof structure and other ambient sounds. Music and a narrative voice have been deliberately omitted. Breathing acts as the metronome for the work. It sets movement in motion, becomes sound in its own right, and dictates the rhythm of the film’s editing. It connects body, image and sound. The multi-channel sound is distributed across four speakers in the room and changes depending on the audience’s position. The installation thus creates an immersive sound experience that is not merely heard, but experienced spatially.
Three synchronised projections show the same moment from different distances and perspectives. None of these views claims to be more complete than the others. It is only through their interplay that the essence of the installation becomes apparent: the shift in the viewer’s gaze from the individual image to the relationship between images. At the same time, the sound changes with every movement within the space. Consequently, there is no fixed centre of observation and no single, unambiguous view of what is happening. Perception takes shape through interaction with visitors' movements.
The performance emerges entirely from the setting itself. The dancer responds to the space, the sound and her own body. The piece does not narrate a tale, but rather conveys a state of being. The movements create transitions between different roles, physical states or images from memory. At times, it appears as though the dancer is speaking, dancing, arguing or resting with an invisible person. These observations give rise to associations with memory, projection and inner dialogues. The work does not respond to these images. It allows them to coexist and opens up space for different perceptions.
A key point of reference is Robert Rauschenberg’s understanding of art as an open structure comprising body, space, material and technology. His collaborative and cross-media approach forms the basis for the installation’s composition. Choreographic approaches by Merce Cunningham and Yvonne Rainer also inform the work. They reinforce the idea of treating movement, sound and image not as a hierarchical order, but as elements of equal value.
*no wind no word* explores how the body, technology and architecture collectively generate experiences. The installation asks how memory, the present and projection can be experienced simultaneously in a single moment. It prompts us to ask how perception arises and how meaning is formed when images, sounds and movements are not reduced to a single, unambiguous statement. At a time when images are constantly being produced, accelerated and evaluated, *no wind no word* proposes a different form of attention. The installation does not call on the viewer to decipher a story. Instead, it invites us to linger, to allow for ambiguity, and to experience perception as an open-ended process.
*no wind no word* is also intended as a starting point for further artistic research. Building on the existing installation, the plan is to develop the work further under different spatial and performative conditions. The focus is on the question of how the same constellation of body, space and technology changes with each new venue and each new performance, thereby giving rise to new forms of perception. The plan is to interweave cinematic, performative and sonic processes even more closely. The immediate amplification of breathing and bodily sounds creates a feedback loop between body, sound and movement, to which the performer reacts in real time. In addition, the work is to be further developed in spaces with different acoustic and material properties. In this way, *no wind no word* continues as an open system that transforms with each new realisation and continues to explore its questions under changing conditions.
Kunstpublikationen und Multiples (Auflagenobjekte) der 1960er Jahren weisen strukturelle und konzeptuelle Parallelen auf, die in dieser Arbeit als Ausdruck selbstorganisierter künstlerischer Praxis zu verstehen sind. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem etablierten Kunstsystem entstanden in dieser Zeit alternative Formate der Produktion und Distribution, die auf Vervielfältigung, Partizipation und Autonomie basierten. Anhand exemplarischer Fallbeispiele, darunter die intermedialen Publikationsobjekte "dokumentation b", die "Edition Et", die Zeitschriften "spirale" und "rot" sowie die Multiples der Edition "MAT" und die Serienobjekte der "Gruppe X", wird gezeigt, wie sich die entsprechenden Werkformen als kuratorische, serielle und partizipative Medien positionieren lassen. Die Arbeit kontextualisiert diese Formate sowohl medienästhetisch als auch kulturpolitisch und versteht sie als materielle Strategien der Selbstorganisation. Sie argumentiert, dass Kunstpublikationen und Multiples nicht nur als Ausdruck einer alternativen Öffentlichkeit fungierten, sondern mit ihnen auch frühe Modelle einer dezentralen künstlerischen Infrastruktur entwickelt wurden. Diese Betrachtung ermöglicht eine genealogische Neubewertung des Multiples, indem sie sich vom etablierten, auf Marcel Duchamp fixierten Diskursrahmen löst und eine weiter gefasste Perspektive eröffnet.
Art publications and multiples from the 1960s share structural and conceptual parallels that can be understood in this work as expressions of self-organized artistic practice. Based on a critical examination of the established art system, alternative formats of production and distribution emerged during this period that were based on reproduction, participation, and autonomy. Using exemplary case studies, including the intermedia publication objects "dokumentation b", "Edition Et", the magazines "spirale" and "rot", the multiples of Edition "MAT", and the serial objects of "Gruppe X", this work shows how the corresponding forms of work can be positioned as curatorial, serial, and participatory media. The work contextualizes these formats both in terms of media aesthetics and cultural politics and understands them as material strategies of self-organization. It argues that art publications and multiples not only functioned as expressions of an alternative public sphere, but also served to develop early models of a decentralized artistic infrastructure. This perspective enables a genealogical reassessment of the multiple by breaking away from the established discourse framework centered on Marcel Duchamp and opening up a broader perspective.
Die Arbeit entstand im Seminar Frameworks of Fiction in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim. Ausgangspunkt des Seminars war die kritische Auseinandersetzung mit der Sammlung der Kunsthalle Mannheim, insbesondere mit historischen Gemälden und den Bildkonstruktionen, die sie repräsentieren. Die Studierenden konnten frei ein Werk aus der Sammlung als Ausgangspunkt ihrer eigenen künstlerischen Arbeit wählen. Thematisiert wurden unter anderem Die Erschießung Kaiser Maximilians, Der türkische Frauenraub sowie Anselm Feuerbachs Hafis an der Schenke, das den Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet.
Ausgehend von Feuerbachs Hafis an der Schenke werden die kolonialen Bildpolitiken und hierarchischen Konstruktionen des Gemäldes dekonstruiert.
Figuren, die im Original gesichtslos bleiben oder lediglich als Staffage erscheinen, erhalten Individualität, ein Gesicht und Handlungsmacht.
Durch ihre neue Anordnung entstehen Beziehungen, die von Empathie, Zärtlichkeit und gegenseitiger Fürsorge geprägt sind. Die zentrale Stellung des persischen Dichters Hafis wird zugunsten eines kollektiven Gefüges aufgelöst.
Gleichzeitig richtet sich die Arbeit gegen die Vorstellung des Künstlers als herausragendes Einzelgenie, das losgelöst von seiner Gemeinschaft schöpft. Dieser Idee wird ein Verständnis künstlerischer Praxis gegenübergestellt, das Gemeinschaft, gegenseitiges Zuhören, Fürsorge und Zusammenarbeit als Grundlage kreativen Handelns begreift. Künstlerisches Schaffen erscheint nicht als isolierter Akt, sondern als Ergebnis sozialer Beziehungen und gemeinschaftlicher Prozesse.
Die Rauminstallation besteht aus acht frei hängenden Leinentüchern, die mit verschiedenen Nähmaschinenstichen bearbeitet wurden. Mehrere Bildfragmente lösen die Figuren aus Feuerbachs ursprünglicher Komposition heraus und setzen sie in neue räumliche Beziehungen zueinander. Die hierarchische Bildordnung des Originals weicht einem offenen Geflecht aus Körpern, Blicken und Begegnungen.
Die Materialität der Installation steht bewusst im Kontrast zur Tradition der Malerei. An die Stelle der fest auf einen rechteckigen Keilrahmen gespannten Leinwand treten frei hängende Stoffbahnen, die durch ihre Beweglichkeit eine skulpturale Qualität entwickeln. Die Naht ersetzt den Pinselstrich. Während die Vorzeichnung in der Malereitradition lediglich als vorbereitender Arbeitsschritt galt, wird die Linie hier selbst zum bildgebenden Element. Als verbindende Spur zwischen den Figuren macht sie Beziehungen sichtbar und tritt an die Stelle der malerischen Geste.
Das Nähen, historisch dem Kunsthandwerk und weiblich konnotierten Tätigkeiten zugeordnet, wird als eigenständiges künstlerisches Medium eingesetzt. Die Naht verbindet nicht nur Stoff, sondern auch Körper, Figuren und Bildräume und führt damit das zentrale Motiv des Verbindens auf materieller Ebene fort.
The work was created in the seminar Frameworks of Fiction in collaboration with the Kunsthalle Mannheim. The seminar's starting point was a critical examination of the Kunsthalle Mannheim's collection, particularly its historical paintings and the image constructions they represent. Students were free to choose a work from the collection as the starting point for their own artistic work. Among the works addressed were The Execution of Emperor Maximilian, The Turkish Abduction of Women and Anselm Feuerbach's Hafiz at the Tavern, which forms the starting point of this work.
Taking Feuerbach's Hafiz at the Tavern as its point of departure, the work deconstructs the painting's colonial image politics and hierarchical constructions. Figures who remain faceless in the original or appear merely as staffage are given individuality, a face and agency. Their new arrangement creates relationships marked by empathy, tenderness and mutual care. The central position of the Persian poet Hafiz is dissolved in favor of a collective structure.
At the same time the work pushes back against the idea of the artist as an exceptional individual genius creating in isolation from their community. Against this idea it sets an understanding of artistic practice that grounds creative action in community, mutual listening, care and collaboration. Artistic creation appears not as an isolated act but as the result of social relationships and collective processes.
The spatial installation consists of eight freely hanging linen cloths worked with various sewing machine stitches. Several image fragments extract the figures from Feuerbach's original composition and place them in new spatial relationships to one another. The hierarchical pictorial order of the original gives way to an open web of bodies, gazes and encounters.
The materiality of the installation deliberately contrasts with the tradition of painting. In place of canvas stretched tightly over a rectangular frame are freely hanging lengths of fabric whose mobility gives them a sculptural quality. The seam replaces the brushstroke. While the preliminary sketch was traditionally seen merely as a preparatory step in painting, here the line itself becomes an image making element. As a connecting trace between the figures it makes relationships visible and takes the place of the painterly gesture.
Sewing, historically associated with craft and with work coded as feminine, is employed here as an independent artistic medium. The seam joins not only fabric but also bodies, figures and pictorial spaces, carrying the central motif of connection forward onto the material level.
Forest Souvenirs ist ein modulares System langlebiger Verbindungselemente, das aus ausrangierten Aluminium-Autofelgen gefertigt wird und recyceltes Metall mit von den Nutzer:innen gesammelten, ausgewählten und bearbeiteten Holzästen kombiniert. So entstehen flexible Alltagsobjekte wie Stühle, Lampen, Garderoben oder Kleiderhaken aus lokal gefundenen Materialien. Statt fertiger Produkte bietet das System eine einfache, robuste metallische Schnittstelle, die zur aktiven Aneignung einlädt. Die leimfreien, wiederverwendbaren Verbinder ermöglichen den Aufbau ohne spezielle Werkzeuge oder Vorkenntnisse und machen Materialkreisläufe im Gebrauch unmittelbar erfahrbar.
Forest Souvenirs versteht sich als offenes, zirkuläres Designsystem zwischen industrieller Logik und naturbasiertem Gestalten. Es verlängert nicht nur Materiallebenszyklen, sondern schafft eine hybride Formensprache, die den Archetyp des selbstgebauten Möbels neu interpretiert. Die entstehenden Objekte sind keine fixen Produkte, sondern wandelbare Konfigurationen – ein kontinuierlicher Dialog zwischen Material, Umwelt und Nutzer:innen, die zu Co-Designer:innen werden und eine stärkere emotionale Bindung sowie ein vertieftes Materialbewusstsein entwickeln.
Forest Souvenirs reimagines our relationship with everyday objects by bridging industrial production and nature-based making. Rooted in humanity's earliest practices of sourcing and shaping materials from the immediate environment, the project responds to the detachment created by global industrialization. Instead of offering finished products, it transforms a discarded aluminum car rim into a modular system of nine durable connectors, each made from 100% recycled material. These elements serve as a simple yet precise interface, enabling users to combine them with wooden branches they collect, select, and shape themselves.
Through this process, found materials become functional objects such as chairs, lamps, coat racks, hangers, or even a walking cane. Assembly requires no adhesives or specialized tools, making the system accessible, reusable, and fully recyclable. The mono-material aluminum ensures a closed material cycle, while the organic variability of wood introduces uniqueness and adaptability. Each object becomes a reflection of its maker and its environment.
Forest Souvenirs places the user at the center of creation. The act of gathering wood becomes an intentional journey—an invitation to slow down, step outside urban routines, and reconnect with nature. Walking replaces driving, making replaces consuming. This participatory approach fosters emotional attachment, material awareness, and a deeper appreciation for resources and processes.
By merging industrial logic with the archetype of self-crafted furniture, the project establishes a hybrid design language that is both contemporary and timeless. The aluminum connector acts as a threshold between two worlds: standardized production and organic growth. In doing so, Forest Souvenirs challenges conventional systems of consumption and proposes an alternative grounded in reuse, care, and engagement.
Ultimately, the project reframes everyday objects as evolving, personal artifacts. It empowers users as co-designers and encourages a shift from passive consumption toward active participation—offering not just objects, but meaningful experiences and a renewed connection to our surroundings.